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Willkommen auf der Internet-Seite
des Pfarrverbandes
Hosingen-Hoscheid


 

22. Januar 2012

Dritter Sonntag
im Jahreskreis

Lesejahr B
Markus 1,14-20

>> Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! <<

Parblat

 

Ausgelegt

Bibelwort: Markus 1,14-20

Könnten Sie das? So bedenkenlos alles auf eine Karte setzen? Da ruft ein völlig unbekannter Mann am Ufer vier Männer aus ihren sicheren Lebenswelten weg, gibt eine höchst unklare Jobbeschreibung ab - und die vier Männer lassen alles liegen und stehen, sogar die eigene Familie. Es muss sehr verlockend gewesen sein, wie Jesus da gerufen hat. Überwältigend, unwiderstehlich. Und wohin dieser Weg mit Jesus führt, wissen wir Hörer dieses Evangeliums: Die Jünger erleben große und kleine Wunder, haben unerwartete Begegnungen, wagen sich ins Zentrum der Macht und erleben, wie Jesus darin umkommt und doch nicht untergeht. Wenn sie das alles vorher gewusst hätten, wären sie ausgestiegen aus den Booten der Alltäglichkeit? Wohin unser Weg mit Jesus führt, wissen auch wir nicht. Er bringt uns aber oft an den Rand des Aushaltbaren. Dann tut es gut, sich an den Zauber des Anfangs zu erinnern, an den Lockruf, dem wir nicht widerstehen wollten. Kommt her! Glaubt an das Gute, das geschieht! Fürchtet euch nicht! Faszinierend neue Werbebotschaften, die uns von Gott her erreichen. Unwiderstehlich gut.

Christina Bramkamp

 

AN(GE)DACHT

 

Die Kirche St. Petri in Bautzen ist eine der wenigen Doppelkirchen in Deutschland. Das heißt, sie wird sowohl von evangelischen als auch von katholischen Christen genutzt. Auf dem Bild sehen wir zwei Eingänge, getrennt von einem Gitter, das über die ganze Breite der Kirche verläuft. Der rechte Eingang führt in den katholischen Teil der Kirche, der linke Eingang in den evangelischen. Über beiden Türen und über dem Gitter hängt ein Abendmahlsbild. Ich möchte dieses Bild zum Anlass nehmen, über die verschiedenen Dimensionen des Miteinanders von evangelischen und katholischen (und auch orthodoxen) Christen nachzudenken. Die beiden Türen und das Gitter - sie stehen für mich für die Vergangenheit, für das Trennende in den fast fünfhundert Jahren "gemeinsamer" Kirchengeschichte seit der Reformation; in Stein gemauert. Die in der Gegenwart zurückgewonnene (oder wiederentdeckte) Gemeinschaft ist in dem Bild nicht zu sehen und wird auch in vielen Diskussionen über die Ökumene häufig übersehen oder klein geredet: Dass die Kirche überhaupt von beiden Konfessionen genutzt wird, ist - historisch betrachtet - keine Selbstverständlichkeit. Das einst trennende Gitter hat inzwischen ein immer geöffnetes Tor. Und - habe ich mir sagen lassen - wenn beide Gemeinden zum gemeinsamen Kirchenkonzert einladen, dann sollen die "evangelische" und die "katholische" Orgel zusammen ein wunderbares "Duett" spielen können. Doch es gibt auch noch die dritte Dimension. Für sie steht das Abendmahlsbild. Die Einheit, um die Jesus im Abendmahlssaal den Vater gebeten hat, sie ist noch nicht verwirklicht. Und das wird gerade an der fehlenden Eucharistiegemeinschaft für viele Menschen schmerzlich deutlich.

In Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ökumene werden für mich noch zwei weitere Ebenen deutlich: Die der Menschen und die Gottes. Menschliches Fehlverhalten führte zur Spaltung; das, was an Gemeinschaft wieder verwirklicht werden konnte, verdanken wir dem engagierten Ringen vieler Menschen und Gottes Hilfe. Die wirkliche, endgültige Einheit bleibt Geschenk Gottes. Das heißt nicht, die Hände in den Schoß zu legen, sondern im Gegenteil mutig voranzuschreiten im Vertrauen darauf, dass Gott auch durch menschliches Zaudern und Scheitern einen Weg finden wird.

Michael Tillmann