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KIRCHE JESU CHRISTI
Die Kirche Jesus Christi, eine christliche Gemeinschaft lebt ihr „Christ sein in drei Dimensionen
1. Verkündigung: der Welt die frohe Botschaft mitteilen, den Glauben weiter sagen
2. Liturgie den Glauben in Gemeinschaft feieren – Gottesbegegnung im Wort der Heiligen Schrift und im Brot des Altars
3. Diakonie: Dienst am Mitmenschen – praktizierende Nächstenliebe
So wird die Kirche COMMUNIO. Sie sammelt die Menschen, die miteinander in der Nachfolge Christi sind. Es gilt die drei Dimensionen immer miteinander zu sehen, so zu sagen als Facette von einer und derselben
Sache.
Verkündigung
Jeder getaufte Christ ist Träger der Verkündigung der frohen Botschaft.
Sein Leben soll selbst Verkündigung sein. Sein Handeln soll sich am Leben Jesu orientieren.
Die Verkündigung und Weitergabe des Glaubens müssten für christliche Eltern in der Erziehungsarbeit selbstverständlich sein.
Ein Ort der Verkündigung ist auch der Gottesdienst und die Katechese. Z. Bsp. im Religionsunterricht oder in der Vorbereitung auf die Sakramentespendung.
Orte der Begegnung wie JMJ, Taizé, in einem Kloster sind ebenfalls Orte der Verkündigung.
Wenn Menschen erfahren dass Glaube gut tut, sind sie bereit diesen Glauben mit anderen zu teilen und so geschieht Verkündigung ohne viele Worte.
Wenn unser Glaube in Einklang steht mit unserm Handeln wird mit Gottes-Segen die Verkündigung konkret.
Liturgie
Die Liturgie soll Mitte des Handelns der Kirche und jedes ihrer Glieder sein:
Liturgie ist Leben, Liturgie gestaltet Leben, Liturgie schenkt letzlich Leben in Christus.
In der Liturgie geschieht Begegnung zwischen Gott und Mensch.
Der Sinn der Liturgie ist darum
"Gottesdienst als Begegnung zwischen Gott und Mensch"
Die Liturgie ist Mitte christlichen Seins und Lebens.
"Jede liturgische Feier ist eine heilige Handlung, deren Wirksamkeit kein anders Tun der Kirche an Rang und Maß erreicht"
Wie steht es hier um den Vergleich zwischen Soll- und Ist-Bild?
Die Liturgie nimmt im Leben der Gemeinden nach wie vor einen weiten Raum ein.
Der katholische Christ kennt vielerorts nur die Eucharistiefeier als Form der Liturgie.
Dies ist als Schaden wahrzunehmen, denn Liturgie muss sich höchst differenziert zeigen.
Unser Gemeindebewusstsein ist immer noch geprägt vom „Versorgungsdenken, das dem Denken von „Sacrosanctum Concilium (II. Vat. Konzil) widerspricht.
So geht zum Beispiel die Taufe die Gemeinschaft der Gemeinde und Kirche etwas an, und die Taufe vor oder nach dem Gottesdienst ist ein Widerspruch zum Gemeinschaftsgedanken. Leider steht heute dem
Gemeinschaftsgedanken ein ausgeprägter Individualismus gegenüber.
"Liturgie als Ort der Gegenwart Christi"
Eine solche Gegenwart ist immer ganz zu denken.
Es gibt da kein mehr oder weniger. Das Mysterium ist immer ganz. So ist Christus auch im Wort ganz gegenwärtig. Wortgottesdienste dürfen nicht als "nicht so wirksam" abqualifiziert werden.
Romano Guardini ging es in seiner Jahrhundertschrift „Vom Geist der Liturgie um die Frage als Versammlung. Dabei ist es für ihn wichtig, dass das Ich der Liturgie das Ganze der Gläubigen ist, die über die
Zahl der Einzelpersonen hinausgeht. Die Liturgie umfasst alle Gläubigen auf der ganzen Erde. Der Einzelne ist Glied dieser Gemeinschaft, aber geht nicht in ihr auf, bleibt in sich ruhende Persönlichkeit. Der Einzelne soll in seine je
größere Freiheit hineingeführt werden, in die Gemeinschaft „in Christus
Die Einführung der Muttersprache im umfassenden Sinn nach dem Konzil ist ohne Zweifel „eine ohne jeden Vorbehalt richtige Zeitanpassung gewesen, die nicht zur Disposition steht
(Quellenhinweis Liturgie – heute von A. Taler Generalvikar Bistum St Gallen (+ 2003)
Diakonie – Dienst am Menschen
Die gesellschaftlichen Strukturen haben sich heute stark gewandelt.
Viele Menschen leben vereinzelt. Großfamilien sind selten und die Zellen der Familie und der Kreis der Verwandtschaft ist viel kleiner geworden. Verwandtschaftliche Beziehungen sind komplizierter als früher.
Viele Haushalte sind auf eine zweite Erwerbstätigkeit angewiesen. Die gesellschaftlichen Ansprüche an Familien sind enorm gewachsen. Dies hat zur Folge, dass viele Menschen durch die Maschen des sozialen Netzes fallen, viele
vereinsamen und ihr Leben allein oder mit wenig Unterstützung meistern müssen. Krankheit, Sterben und Tod können nicht mehr gelebt werden.
Die Gesellschaft gerät in Gefahr, diese Fragen, Probleme und Sorgen an ihren Rand zu schieben. Arbeitslosigkeit macht sich breit. Sie führt zur Resignation, zur materiellen Verschuldung und zerstört
familiäre Beziehungen. In Wirtschaft und Arbeitswelt stehen Leistung, Konkurrenz, Zeit ist Geld auf der Prioritätsliste.
Evangelium: Frohe Botschaft für die Menschen von heute.
Als Christen sind wir herausgefordert, uns stark für die Schwachen zu machen.
Hängt nicht die Glaubwürdigkeit der Kirche davon ab, wie ernst wir die Diakonie- Dienste am Mitmenschen nehmen?
Die Worte Jesu „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan
sind das Worte, die nur im Gottesdienst gebraucht werden oder werden sie konkret in unserem menschlichen Zusammenleben.
Seelsorge-Arbeit, hat sie einen Blick für menschliche Schicksale, wie Arbeitslosigkeit, Krankheit und Vereinsamung?
Wollen wir eine Kirche, die überlebt oder die lebt?.
Eine Kirche, die unter den Menschen lebt. Eine Kirche, die die Fragen der Frauen hört, die das Suchen der Männer sieht und nicht bloß uralte Einsicht wiederkäut, sondern ringt.
Eine Kirche, die sich den Herausforderungen der Gesellschaft stellt, und Mut zur politischen Tat hat. Eine Kirche, die um der Wahrheit und der Gerechtigkeit Willen gegen den Strom schwimmt.
Kirche, zusammen mit Jesus Christus für den Menschen! Lasst uns als Institution Kirche erkennen, dass es unsere Aufgabe ist, den Menschen dort zu begegnen, wo sie leben.
Die Kirche lebt unter den Menschen, wenn sie getragen ist vom Kreislauf des Lebens – von der Geburt bis zum Tod.
Die Vernetzung der Seelsorge einer Pfarrei mit den kirchlichen Dienststellen ist von großer Wichtigkeit. Die kategoriale Pastorale in der Welt der Arbeit, der Immigranten, der Jugend, der Kranken und
Behinderten ist ein Teil der Kirche und soll in Zusammenarbeit mit den Pfarreien im Dienst des Menschen stehen.
Auch die diakonische Arbeit der Caritas soll von allen Christen unterstützt werden, indem man hilft Vorurteile abbauen und auf die Hilferufe der Caritas positiv antwortet. Auch diakonische Arbeit soll Hand
in Hand mit nichtkirchlichen Hilfswerken geschehen.
Viel Positives im Sinne der Diakonie geschieht im Stillen, im Alltag z. Bsp. Nachbarschaftshilfe, Krankenbesuche, ehrenamtliches Engagement in der Krankenpflege, Begleitung der Trauernden und Sterbenden.
Fs. 04.10.05
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