"Semaines Sociales de France "
Vom 23. bis zum 26. September waren in Lille (Frankreich) die "Semaines Sociales de France ".
Diese "Semaines sociales de France" bestehen seit 1904.
4.500 Teilnehmer, Gläubige und Nichtgläubige, aus ganz Europa haben mit 85 Fachleuten aus der ganzen Welt sich mit dem Gedankengut
"Construisons ensemble une Europe fraternelle"
auseinander gesetzt.
Zusätzlich zu Referaten verschiedener Experten befasste man sich in 6 verschiedenen Foren mit folgenden Themen:
- Familie und Gesellschaft
- Im Dienste des Friedens
- Freiheit und Religionen
- Demokratie und Beteiligung
- Wirtschaft und Soziales : Für eine nachhaltige Entwicklung
- Offen für die Welt und Kampf gegen die Armut
Unter den 4.500 Teilnehmern waren auch zwei Vertreter aus unserem Pfarrverband:
Frank Dimmer und Fél Schannel.
In dem Vorwort der Broschüre zur gemeinsamen Eucharistiefeier hat der Erzbischof von Lille klare Worte zum sozialen Engagement der Christen gesprochen (siehe anschließend L'évangile - Programme social?)
Spontanément, nous pensons souvent que ces questions sociales, et surtout politiques, ne concernent pas la foi, qui, elle, serait plus intime et plus personnelle. Nous lisons trop souvent lévangile comme une œuvre spirituelle, un
engagement du cœur. En rester là serait oublier de nombreuses paraboles où Jésus, à la suite des prophètes de lAncien Testament dailleurs, souligne les responsabilités communes du peuple dIsraël dans la fidélité à Dieu. Cela va depuis
lidolâtrie qui asservit lesprit dans le culte de largent et même de la Loi ou de César, jusquà des questions de société comme la situation des pauvres, le traitement social des paralysés et des malades, le rôle du Temple, léthique du
commerce, lassistance aux orphelins, la place des enfants dans la société, laccueil des étrangers, lhonnêteté des emprunts financiers, etc… Il ne sagit pas de programme politique, certes, mais de points de vues inspirés par la
relation au Dieu créateur, sauveur de lhumanité et de la dignité de lhomme.
En ce sens lengagement des chrétiens dans la société est fondamental pour que la Bonne Nouvelle de lÉvangile soit exprimée dans les réalités personnelles et sociales de notre monde. Une vie chrétienne qui sarrêterait aux seuls
contours de la conscience individuelle serait infidèle à cette volonté du salut total qui est au cœur de la Révélation chrétienne. Les Semaines Sociales en sont la traduction dans lactualité dune société particulièrement marquée par la
mondialisation et par la constitution dune Europe accueillante aux multiples traditions des 25 États qui y adhèrent. Sans oublier le sort des peuples du Tiers-Monde qui aspirent à participer à nos échanges économiques pour conquérir
une indépendance réelle. La civilisation de lamour dont le Pape Jean-Paul II parlait encore à Lourdes, le 15 août dernier, demande notre participation intellectuelle et morale aux débats davenir de notre société. LÉvangile, sil nest
pas un programme, une troisième voie entre les camps politiques, est néanmoins un ferment pour nourrir nos responsabilités et nos solidarités communes. Si quelquun possède les biens de ce monde et voit son frère dans le besoin, et quil
se ferme à toute compassion, comment lamour de Dieu demeurerait-il en lui? Mes petits enfants, naimons pas en paroles, avec des mots, mais avec des actes et en vérité. (Première épître de Saint Jean 3,17-1).
Mgr Gérard Defois Archevêque évêque de Lille
LES SEMAINES SOCIALES DE FRANCE
Lille, Grand Palais 23. – 26. September 2004
»Europa, eine Gesellschaft die es zu erfinden, zu gestalten gilt«
Unter diesem Thema standen die diesjährigen SEMAINES SOCIALES DE FRANCE, die dieses Jahr in der nordfranzösischen Metropole Lille stattfanden.
Unter den etwa 5000 Teilnehmern aus ganz Europa mischten sich auch in etwa 20 Luxemburger und es dürfte wohl jeder begeistert gewesen sein von der Vielfalt der Veranstaltungen, die mitunter hochkarätig
besetzt waren.
Die SEMAINES SOCIALES feierten ihr 100-jähriges Wiegenfest und dies war somit eine gute Gelegenheit den Blick auf den Ursprung zu werfen, wie auch die Arbeitsbereiche von christlichem Sozialengagement im
Europa des 21.Jahrhunderts auszuloten und adäquate Antworten zu formulieren.
Eröffnet wurde die Veranstaltung am Donnerstag, dem 23. September vom aktuellen EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi.
Thema seines Vortrages war die Zukunft der erweiterten Europäischen Union.
Sicherlich wird die Erweiterung einiges von allen Mitgliedern abverlangen. Es sei jedoch unabdingbar, dass die nationalen Politiker sich ihrer europäischen Verantwortung bewusst würden und dies in nationale
Politik umsetzen sollen.
Am Freitag, dem 24. September standen die Vorträge unter dem Thema »Christen und ihr Engagement im Herzen der Gesellschaft«.
Erster Redner war der französische Historiker René Rémond.
Er behandelte die Frage, wie Christen in der säkularen Gesellschaft Frankreichs ihren Glauben in sozialen Engagements gelebt haben, und welche Auswirkungen dieses Engagement auf die französische Gesellschaft
bis dato gehabt hat.
Desweiteren warf er die Frage auf wie Christliches Engagement in den säkularen Gesellschaften Europas in Zukunft fruchten kann.
Danach oblag es Andrea Riccardi, dem Gründer der San Egidio Gemeinde, die verschiedenen christlichen Konfessionen in Europa auf ihre gesellschaftliche Rolle in den jeweiligen Ländern abzuklopfen. Wie
intensiv haben sich die Kirchen für Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit insbesondere im 20. Jahrhundert eingesetzt?
Somit hatte Riccardi ein weiteres Stichwort aufgegriffen, die Ökumene. Sie bietet die Plattform, wo in einem gemeinsamen Geist die Herausforderungen konstruktiv angegangen werden können. Dieses Modell findet
sehr wohl Akzeptanz in politischen Kreisen, wenn es um die Frage des »Wie in Europa« geht.
In den Beiträgen zur Ökumene wurde die Vielfalt der Engagements sichtbar.
Im abschließenden Teil referierten Jacques Delors und Jean-Claude Juncker über die Frage, wie eine Union mit 25 Mitgliedstaaten noch handlungsfähig ist.
Sicherlich wird es in Zukunft immer wichtiger werden, dass die Staaten der Union sich des Projektes Europa, das ja ein Friedensprojekt ist, bewusst werden und lernen, welche Signalwirkung von diesem Projekt
in die ganze Welt ausstrahlt.
An dieser Stelle tun sich mannigfaltige Aktionsfelder für die Zivilgesellschaft auf. Besonders die Kirchen sind an dieser Stelle angesprochen, ob sie der Einladung folgen?
Der folgende Tag war den Themenforen vorbehalten, die äußerst vielfältig angelegt waren. (Familie und Gesellschaft, Freiheit und Religion, Im Dienst des Friedens, Demokratie und Mitsprache, Wirtschaft und
Soziales, Armut und Teilen ).
Da nicht alle Foren gleichzeitig besucht werden konnten, sei an dieser Stelle insbesondere auf das Forum 5 verwiesen, das sich unter anderem mit der Frage der nachhaltigen Entwicklung befasste, und der Frage
wie diese in einem so unterschiedlichen Raum wie der Europäischen Union der 25 umgesetzt werden kann.
»Welche Rolle spielen in Zukunft nationale Politik, international verflechtete Wirtschaftsakteure und nationale Gewerkschaften?«
, lautete eine weitere Frage in diesem Forum.
François Martou, Ökonomieprofessor in Louvain-la-Neuve, brachte es auf den Punkt, indem er behauptete, dass weder Sozialismus noch Kapitalismus in ihrer dogmatischen Umsetzung den sinnvollen Weg für die
Zukunft vorgeben, da sie sich den Menschen so zurechtlegen wie sie es gerade brauchen.
Die zukunftsfähigen Modelle können nur beim Menschen ansetzen, indem sie ihn so nehmen wie er ist. Die christliche Soziallehre kann bei diesem Unterfangen äußerst hilfreich sein. Die Cardijn-Methode
des Sehen-Urteilen-Handeln dürfte dafür sorgen, dass die Überlegungen nicht abheben, sondern mit dem Leben aufs engste verbunden bleiben.
Die SEMAINES SOCIALES wurden am Sonntagvormittag beschlossen und die Teilnehmer machten sich um viele Erfahrungen reicher in ihre Heimatländer auf.
Fränk Dimmer
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