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AN(GE)DACHT
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Auf den Spuren von ...
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Warum besuchen viele Menschen – nicht nur im November – den Friedhof, die Gräber ihrer Angehörigen, Verwandten oder verstorbener Freunde? Manchmal auch von Menschen, die sie nie persönlich
kennengelernt haben – zum Beispiel das Grab von Jim Morrison auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, das von Papst Johannes Paul ll. im Petersdom oder die Stelle in der Wittenberger Schlosskirche, an der Martin Luther
beerdigt liegt. Man möchte – so glaube ich – den Menschen, die einem nahegestanden haben und die man immer noch liebt oder die man verehrt, nahe sein. Denn diese Menschen haben Spuren in einem hinterlassen. Spuren,
denen man nachspüren möchte. Das Grab kann dann zu einem "Erinnerungsanker" werden, die letzte Ruhestätte zu einem Hafen, an dem ich immer mal wieder für eine gewisse Zeit "anlege". Denn auch der Tod dieses
Menschen hat vielleicht Spuren hinterlassen – Spuren, Wunden, die nicht heilen können. Trauer braucht wie die Erinnerung einen Ort. Der Hintergrund dieser Spurensuche ist – so glaube ich – dass der Glaube Spuren
hinterlassen hat, bei manchen vielleicht nur unbewusst. Oder besser gesagt: Dass die Hoffnung Spuren hinterlassen hat. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen, die Hoffnung, dass eben auch das Grab nur Zwischenstation ist. Ein Letztes
noch: Die Spuren auf dem Friedhof, der Gang zum Grab geliebter oder verehrter Menschen erinnert mich daran, dass auch mein irdischer Weg zu Ende geht. Und weckt zugleich die Hoffnung, dass mein Lebensweg kein Ende kennen wird.
Denn jeder und jede von uns hat Spuren hinterlassen bei Gott, die er lesen kann und die er zu einem guten Ende führen wird.
Michael Tillmann
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Mal ehrlich!
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Hallo! Genau, Sie meine ich. Wieso sind Sie denn noch nicht hier? Sagen Sie nicht, Sie hätten keine Einladung erhalten. Sie sind doch Christ, oder? Dann sind Sie ja mal mit den Allerersten eingeladen
worden. Sie haben die Einladung bestimmt verlegt. Außerdem hat jeder eine bekommen. Warum? Naja, weil Gott liebt. Ganz einfach. Er liebt bedingungslos alle Menschen. Okay, natürlich ist er manchmal fordernd und unbequem. Er
verlangt schon was von einem.
Aber mal ehrlich:
Wenn Sie jemanden lieben, dann hoffen Sie doch auch, dass Sie zurückgeliebt werden, oder? Dann freuen Sie sich doch, wenn Sie merken, dass der andere um Sie bemüht ist. Bei Gott ist
das nicht anders. - Ja, wenn Sie kommen, dann sollten Sie es schon ehrlich meinen, Sie sollen wegen ihm kommen, nicht wegen dem Essen. Sie sind Gott ja auch wichtig. - Ach so, Gott ist Ihnen jetzt nicht so wichtig. Gut, es ist
Ihre freie Entscheidung. Gott zwingt Sie nicht. Dann bleibt Ihr Platz halt frei ...
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Eintritt Frei
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Der Eintritt ist freiwillig: Nicht Gott wirft den Mensch aus dem Himmelreich, es ist der Mensch, der sein Angebot ablehnt. Dem, der sich zu einer Diät entschlossen hat, versperrt ja
auch nicht der Wirt den Zutritt.
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NeinJa
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Jesus ist nicht nur lieb und nett. Oft ist er glasklar und scharf. Dann stellt er eine Frage und fordert eine Entscheidung. Einmal fragt er die, die neben ihm stehen: Was ist
besser? Nein zu sagen und es dann doch zu tun - oder Ja zu sagen und es dann nicht zu tun. Die Antwort ist eindeutig. Im Zweifel ist das erste besser. Richtig, sagt Jesus. Manchmal besinnt man sich zum Guten. So ist das oft bei
den Kleingläubigen und Zweifelnden, sagt Jesus. Erst sagen sie: Wir glauben das nicht, lass uns doch in Ruhe; lassen an ihrem Nein keinen Zweifel. Aber dann denken sie ein wenig nach und folgen Jesus doch mit ganz neuer Hoffnung
und mit nicht erwarteter Kraft. In ihr Nein hinein, hämmern sie ihr Ja. Das mag manchmal für Außenstehende irritierend sein, doch ist allemal besser, als Ja zu sagen und dann wegzugehen.
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JaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNeinJaNein
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Hunger schreit
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Schreit zum Himmel! Doch dieser Schrei verklingt oft ungehört. Zu sehr sind wir an die frustrierenden Nachrichten gewöhnt; sind wir abgestumpft durch die offensichtliche
Machtlosigkeit, auf die Lebensverhältnisse in den Hungerregionen Einfluss zu nehmen. Auf dem Welternährungsgipfel von Rom legten die versammelten Staaten 1996 das feierliche Versprechen ab, die Zahl der Hungernden in der Dritten
Welt - rund 823 Millionen Menschen - bis 2015 auf die Hälfte zu senken. Erfolge zeigen sich bei der Bekämpfung extremer Armut Mussten 1990 noch 1,8 Mrd. Menschen - fast die Hälfte der Bevölkerung der "Dritten Welt" -
mit weniger als 1,25 US-Dollar am Tag auskommen, so waren es 2005 nur noch ein gutes Viertel. Weit geringer sind die Fortschritte bei der Eindämmung des Hungers. Der Anteil unterernährter Menschen konnte im Zeitraum von 1990 bis
2007 lediglich von 20 auf 16 % gesenkt werden. In zahlreichen Ländern hat sich die Ernährungslage sogar deutlich verschlechtert - häufig das Ergebnis von kriegen oder Naturkatastrophen. Im Vergleich der großen Erdregionen ist der
afrikanische kontinent südlich der Sahara am stärksten dem Hunger ausgeliefert. Hunger müsste nicht sein. Hunger ist die Folge einer ungerechten Verteilung. Doch solange wir daran glauben und festhalten, dass jeder für die eigene
Situation verantwortlich ist und wirtschaftlicher Erfolg gerechter Ausdruck von Geschick und Umsichtigkeit ist, solange gibt es Spielraum für schmutzige Machtspiele und das hemmungslose Durchsetzen von Eigeninteressen. In der
Regel kommen dafür nicht die Verantwortlichen solcher Geschäfte oder politischen Machenschaften auf, "bezahlen" müssen meist die Schwächsten - Alte, Mütter und Kinder.
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Ich wünsche oft, dass über dem Eingang unserer Schulen stünde:
Hier sollt ihr Spaß am Falschmachen haben!
Heinrich Jacoby
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Christus
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Gut aufgestellt ?
Bei Firmen, in Sport und Politik hat es sich eingebürgert, sich öffentlichkeitswirksam als "gut aufgestellt" zu bezeichnen. Der Autor Burkhard Spinnen beleuchtet in einem
Buch mit diesem Titel neue Phrasen aus der Wirtschaftssprache. "Gut aufgestellt" - diese Wendung kommt ursprünglich aus der Kriegsführung, aus der Zeit, in der Kriege noch Stellungskriege waren. Bewegungskriege heutiger
Tage werden nicht mehr dadurch siegreich entschieden, dass die Truppe steht "wie ein Mann". Ein überholtes Bild also. "Ich glaube, der Wunsch, gut aufgestellt zu sein", schreibt Burkhard Spinnen, "wurde
der Wirtschaft von der Krise diktiert. Wenn es einem ... an den Kragen geht, dann fällt man nun einmal schnell in althergebrachte Gesten. Dann igelt man sich ein, zieht sich zurück, dann macht man sich klein ... und bewegt sich
so wenig wie möglich. Und wenn einer kommt und fragt, wie es so geht, dann sagt man, man sei gut aufgestellt." So betrachtet, müssen Christinnen und Christen gar nicht stehen "wie ein Mann". Christus sagt: Wo zwei
oder drei mit ihren Persönlichkeiten, mit ihren Spannungen, mit ihren unterschiedlichen Gottes- und Kirchenbildern in einem bewegten Austausch in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
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Füreinander verantwortlich
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Jedem leuchtet es ein, dass Hochspannungsleitungen, Sprengplätze, Verkehrsstörungen auf der Straße, Gifte in Flaschen deutlich gekennzeichnet werden müssen, damit kein Unglück geschieht. Aber im
Bereich der Seelen sehen wir Verwicklungen und Explosionen herankommen und wagen es nicht, die offensichtlich Ahnungslosen, die sie heraufbeschwören, zu warnen ... Es ist eine beunruhigende Frage, wie viel Verantwortung den
trifft, der zu einer notwendigen, von ihm erkannten Warnung zu feige war.
Ida Friederike Görres (1901-1971)
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Kinder fragen nach Gott
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Warum sehen Kirchen so unterschiedlich aus?
Seit Christen ihren Glauben offen leben dürfen, also seit ungefähr 300 Jahren nach Jesu Tod, bauen sie ihre eigenen Gotteshäuser. Diese Kirchen sollen zeigen, was den Christen besonders wichtig ist.
Und das ist in jeder Zeit unterschiedlich: Die ersten großen Kirchen ähnelten den römischen Markt- oder Gerichtshallen. Sie sollten vielen Leuten Platz bieten und auf keinen Fall wie ein heidnischer Tempel aussehen.
In Frankreich und England, aber auch in Köln kann man noch viele romanische Kirchen aus dem Mittelalter sehen. Sie wirken dunkel und erinnern an Burgen. Damit wollten die Baumeister sagen: Die Kirche
ist wie eine Henne, die ihre Küken unter die Flügel nimmt und sie so beschützt. Ab dem 12. Jahrhundert plante man riesige Glasfenster und hohe Türme, alles strebte zum Himmel, hinaus aus der Enge und dem Schmutz, in dem viele
Menschen damals lebten. Ein gotisches Gotteshaus sollte sie aufatmen lassen. In Süddeutschland siehst du heute noch viele Kirchen mit barocken Zwiebeltürmen, in hellen Farben gestrichen: eine Einladung zum fröhlichen Fest. Man
wollte mit Prunk und Glanz die Schönheit des Katholischseins betonen und so die vielen, die evangelisch geworden waren, zurückgewinnen. Wird heute eine Kirche neu gebaut, dann natürlich modern, weil man zeigen möchte, dass die
Gemeinden nicht im Gestern leben.
Christina Bramkamp
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Glaubensspuren
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Da ihn Jesus an der Hand nahm und ihm Kraft gab und er wieder glaubte, von da ab wandelte Petrus - an der Hand des Herrn - in gleicher Weise wieder auf den Wogen. Dies deutete uns das Evangelium an, wenn es erklärte: "Sie
stiegen ins Schiff" (Mt 14.32). Nicht sagte es, Petrus habe schwimmend das Schiff erreicht, sondern es gibt zu erkennen, er sei in das Schiff gestiegen, nachdem er den gleichen Weg, auf dem er zu Jesus gekommen, noch einmal
gegangen war.
Cyrill von Jerusalem (+ 387), Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis), V. Katechese an die Täuflinge, frei vorgetragen in Jerusalem: Über den Glauben
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Einmal alle satt
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Mehr beiläufig hat sich ergeben, dass Jesus dieses große Zeichen wirkte. Denn ein solches muss es sein. Jesus hat ja nicht die Not des Hungers überhaupt beseitigt und den Menschen die Sorge um das tägliche Brot abgenommen. Aber
einmal ist es geschehen, dass alle satt wurden, ja im Überfluss lebten. Als Jesus in ihrer Mitte war, da fehlte es an nichts und alle waren zufrieden.
Wolfgang Trilling (1925-1993, Priester, Bibelwissenschaftler)
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Aufatmen, Last abladen, Heilung und Ruhe finden bei Jesus, das geht auch heute. Wir kennen Orte, wo er anzutreffen ist; Räume, die uns
das Gespräch mit ihm erleichtern, die für das einfache Dasein bei ihm bestens eingerichtet sind. Sogar in der Fremde finden wir dank neuer Technik blitzschnell seine Kontaktadressen am Ort. Suchen allerdings und hingehen müssen
wir selbst. Vielleicht können wir auch das von Jesus lernen: Wie heilsam es ist, sich zum Gebet in die Stille zurückzuziehen, wie aufbauend es ist, gemeinsam Gott zu loben und seine Barmherzigkeit zu feiern.
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Buchstabensuppe
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Das Wort ergibt noch keinen Sinn, ist es nur so im Leben drin. Zu viel Gerede in der Welt wer sagt das Wort, das trägt und hält?
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So wichtig wie die Saat, die wächst, ist Deutung; dann wird sie zum Text. Wer weiß, was Christus ihm verkündet, die Buchstaben zum Wort verbindet.
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Denn sie hatten Gegenwind
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TROTZDEM: GLAUBEN
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Die furchtbare Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan im März diesen Jahres stellt - wie schon das Erdbeben in Haiti 2010 und andere Naturkatastrophen - die ewige und ewig-schmerzhafte Frage nach
dem Warum. Und weil es so schwer auszuhalten ist, diese Frage unbeantwortet zu lassen, werden Antworten versucht. Bei einer repräsentativen Umfrage des Nachrichtenportals www.news.de Mitte Dezember des letzten jahres äußerten 68
Prozent der Befragten, dass sie an Gott glauben. Von diesen "Gläubigen" waren elf Prozent der Meinung, dass Gott der Hauptschuldige an Naturkatastrophen sei. Eine Antwortmöglichkeit.
Andere Antworten gaben - vielleicht unbewusst - das "Wort zum Sonntag" am Abend des 12. März und fast zeitgleich Marietta Slomka im "heute journal". 36 Stunden nach dem verheerenden
Erdbeben in Japan mit anschließendem Tsunami. Noch ist das ganze Ausmaß der Katastrophe unklar. Besonders prekär und unsicher ist die Lage um das Atomkraftwerk Fukushima I. Ist es schon zu einer Kernschmelze gekommen? Drohen ein
nicht mehr kontrollierbarer Super-Gau und die massive Freisetzung von Radioaktivität? Im "Wort zum Sonntag" der ARD sagt der Sprecher Stefan Claaß: "Wenn Ihnen das Beten fremd ist: haben Sie ein weites Herz. Und
wenn Sie können, beten Sie mit mir." Und schließt das "Wort zum Sonntag" mit einem Gebet. Etwa zeitgleich beendet Marietta Slomka das "heute journal" angesichts der unklaren nuklearen Situation in japan
mit den Worten: "Wir können nur hoffen und beten."
Ist das nicht paradox? Zu dem zu beten, der die furchtbare Katastrophe zumindest zugelassen hat? Nein, ich glaube, das ist das große "Trotzdem" des christlichen Glaubens: Bei allen offenen
und auch quälenden Fragen an einen gütigen Gott zu glauben, der "die Menschen liebt und seiner Schöpfung in Gnade zugewandt ist und bleibt", wie es der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider gesagt hat. An einen Gott zu
glauben, der durch den Tod das Leben zur Auferstehung führt. Bei dem - gegen allen Anschein - der Tod nicht das letzte Wort hat.
Bei der oben schon erwähnten Umfrage - und ich finde, das ist ein ermutigendes Ergebnis - gaben über die Hälfte derer, die sich zum Glauben an Gott bekannten, an, dass sie an einen gütigen Gott
glauben. Jede und jeder Einzelne, der oder die sich zu diesem Glauben vor dem Hintergrund erschreckender Bilder und Nachrichten durchringen muss, steht nicht allein.
Peter Kane
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Die Stunde ist da
Die Stunde, in der Florian in Ferien fährt.
Die Stunde, in der Fabio sein Bild vollendet.
Die Stunde, in der Rita auf das Ergebnis ihrer Röntgenuntersuchung wartet.
Die Stunde, die für die Pause reserviert ist.
Die Stunde, in der Carla die Jobzusage bekommen soll.
Die Stunde, in der Udo die Koffer packt und Rieke verlässt.
Die Stunde, in der die Minister über das Gesetz entscheiden.
Die Stunde, in der Gott uns erlöst durch seinen Sohn.
Die Stunde ist da.
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Hilft Beten gegen Dioxin?
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Werden wir nun alle sterben?", so fasste Reinhard Schlieker, Moderator im Börsenstudio Frankfurt, im ZDF-Blog die Aufregung um den jüngsten Dioxin-Skandal zusammen. "Die Antwort ist: Ja, wir
werden alle sterben. Aber keine Generation vor uns wird das so gut informiert tun und als so unnatürlich empfunden haben wie wir." Was hier so sarkastisch klingt, hat einen wahren Kern. Mag sein, dass frühere Generationen
wesentlich weniger darüber wussten, was sie zu sich nahmen - ganz zu schweigen davon, dass heute noch Menschen so wie sie damals froh sind, überhaupt etwas Essbares zu bekommen.
Jedoch zerren verschiedene Personen am Teller, die man gar nicht erst gern am Tisch haben möchte. Zum einen sind es Werbeleute, die dem Konsumenten vermitteln, dass er gefälligst Geiz geil zu finden
und ansonsten zu bleiben hat, wie er ist. Dann sind es die Lebensmittelfabrikanten, die erst in Salami-Taktik und im Kleingedruckten offenbaren, dass ihnen offenbar manchmal Wurst ist, welcher Gewichtsanteil an Schinken
tatsächlich den Braten fett macht. Andere schieben tüchtig mit: Verbraucherschutzorganisationen, die zu Recht mit spitzer Gabel im Kühlregal herumstochern, und die Erzeuger selbst, die uns nachvollziehbar vermitteln, dass nicht
jedes Schwein auf dem letzten Loch pfeift, das in ihrem Stall gehalten wird.
Vor Jahrzehnten fanden hauptsächlich engagierte Familienfrauen die Lösung, "Politik mit dem Einkaufskorb" zu treiben. Heute gibt es klingende Theorie unter der Bezeichnung des "Consumer
Citizen", gemeint ist aber immer noch das Gleiche: Ich bin verantwortlich dafür, was ich in meinen Korb und anschließend zu mir nehme. Und ich tausche die unliebsame Tischgemeinschaft aus. Nun ist Platz mindestens für einen
Budgetrechner und einen Produzenten des Vertrauens in meiner Nähe. Und ich bete nach wie vor aus Dankbarkeit. Eine Milliarde hungernde Menschen haben Anlass, unsere Diskussion als Luxusprobleme zu bewerten.
Angela M.T. Reinders
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Stürmisch
Gott liebt die Menschen stürmisch. Und wer stürmisch geliebt wird, kann davon nicht schweigen. Deshalb ist Pfingsten ein Freudenfest.
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Himmelfahrt
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Mit der Himmelfahrt verlässt Jesus nicht die Welt, sondern dringt tiefer in sie ein. Er wird zum Christus aller Menschen und Zeiten. Was aussieht wie ein Abschied, ist eine neue
Ankunft. So können wir die tröstlichen Worte verstehen, mit denen das Matthäus- Evangelium schließt: "Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt."
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Sehen und glauben, Bergen und teilen
Die Fülle, die Gott schenkt, wahr-zu-nehmen, ist der Anfang. Erst wenn sie in Gemeinschaft geborgen und geteilt wird, wird sie zum Geschenk. Das ist die Aufgabe.
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Sonntagsruhe
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Halleluja oder Hertie?
Wer die Frage nach der Sonntagsruhe auf diese Alternative reduziert, also auf die Entscheidung, Gottesdienstbesuch oder Einkaufsbummel, der greift zu kurz. Natürlich ist für den Christen der
Gottesdienstbesuch wichtiger, wesentlicher Bestandteil des Sonntags, doch das Gebot der Sonntagsheiligung bedeutet mehr: Gott zu ehren, indem der Mensch aus seinen alltäglichen Geschäften einmal aussteigt, um Gott in besonderen
Maße Zeit und Raum in seinem Leben einzuräumen. Oder wie es der Theologe Hermann von Bezzel sagte: "Nicht das weiht den Sonntag, dass du an ihm nichts arbeitest, sondern das weiht ihn, dass du an ihm Gott ganz besonders für
dich und in dir arbeiten lässt."
Was geht mich das an?, kann derjenige fragen, der nicht an Gott glaubt, um dann gleich im Anschluss freie Ladenöffnungszeiten für den Sonntag zu fordern. Doch wer so denkt, übersieht Wesentliches: Der
Sonntag dient nicht nur der Ehre Gottes, sondern ebenso der Würde des Menschen. Wie Gott nach der Schöpfung ruhte, so soll auch der Mensch an einem Tag in der Woche ausruhen dürfen. Das nicht nur für die Arbeit da sein zu müssen,
ist Teil der Menschenwürde. Und diese Würde gilt es zu schützen. Mit dem Schutz des Sonntags wie mit vielen anderen Gesetzen, die auch nicht infrage gestellt werden - warum dann immer wieder der Sonntagsschutz?
Im Evangelium ist das Jesuswort überliefert: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Jesus wandte sich damit gegen eine zu strikte Auslegung zahlreicher Sabbatgebote. Der
Satz dient aber auch für den Schutz des Sonntags, um die Menschen zu schützen: Der Sonntag ist für den Menschen da - für freie Zeit, für Zeit mit Gott, für Zeit mit der Familie. Deshalb gilt es den Sonntag auch zu schützen.
Michael Tillmann
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Auf der einen Seite - alles endlich: Verloren für immer scheint die Nähe des Freundes und Meisters, scheinen Liebe, Leben und Sinn. Auf der einen Seite im
"Soll", Auf der einen Seite in Angst.
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Auf der anderen Seite - alles unendlich: Geschenkt für ewig ist die Gewissheit Gottes, seine Liebe in Fülle. Auf der anderen im "Haben", auf der anderen in
Gott vertrauen.
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Ein Gott zum Anfassen!
Unbegreiflich ist Gott - und doch greifbar, unfassbar ist seine Liebe - und doch zu erfassen: Denn er hat die Arme und die Hände der Christen, die einladen, ihn zu
suchen, zu ertasten, zu erfragen, zu bezweifeln, zu erspüren.
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Caravaggio, Der zweifelnde Thomas
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Weil der Zweifel ist, kann der Glaube sein. Glaube ohne Zweifel ist Irr-Glaube, weil er des Wissens Kleider trägt.
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Palmsonntag: Perspektivwechsel
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"Zu früh!", mag man dem Fotografen zurufen. "Zu früh auf den Auslöser gedrückt!" Bevor sie kommen, die Eminenzen und Staatsgäste, denen aufgespielt wird, denen
Schaulustige zuwinken, für die Spalier gestanden wird. Wirklich? Palmsonntag lehrt uns, die Perspektive zu wechseln: Erwartet haben die Menschen damals einen König, der die Römer aus dem Land wirft und das Reich Davids
wiederherstellt. Gekommen ist Jesus, der Friedenskönig auf einem Esel, dessen Reich nicht von dieser Welt ist. Palmsonntag lehrt uns die Perspektive zu wechseln: Den, der den roten Teppich reinigt, ebenso wertzuschätzen wie
diejenigen, die über ihn gehen.
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Dem Tod fährt der Schrecken in alle Glieder
Welch Erschrecken! Der, der tot war, lebt. Kaum zu glauben. Doch mehr als Lazarus und seine Freunde erschrickt der Tod. In Jesus begegnet ihm der, der stärker ist als er selbst: die
Liebe. Denn der Tod fürchtet nichts außer: die Liebe. Der Tod hat keinen natürlichen Feind außer: die Liebe. Wo geliebt wird, wird der Tod klein und ohnmächtig. Wo Menschen die Liebe Gottes suchen, sie sogar anbeten und um sie
bitten, spielt der Tod nur sehr kleine Rollen. Der Tod fürchtet nichts so sehr wie die liebe, die stärker ist als der Tod. Darum fürchten die sich weniger im Leben, die nach Liebe suchen und sie üben. Wer liebt, ist nie verloren
in der Welt. Wer liebt, schafft dadurch Platz für Gott, der Herr ist über den Tod.
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Kinder fragen nach Gott
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In jeder katholischen Messe betet die Gemeinde vor der Kommunion: "Sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund!" Ist unsere Seele denn krank? Und was ist das überhaupt - die Seele? Wenn
ihr im Internet oder im lexikon nachlest, werdet ihr sehen: Es gibt ganz verschiedene Erklärungen dazu, manche sind ganz schön schwierig zu verstehen! Denn man kann ja die Seele nicht sehen und beschreiben oder fotografieren.
Manche leute meinen deshalb, es gäbe sie gar nicht. Das sei nur eine Idee von frommen Menschen oder von Philosophen, die damit beweisen wollten, dass Menschen mehr wert sind als Tiere.
Wir Christen glauben, dass jeder Mensch etwas ganz Besonderes ist, von Gott her einzigartig. Es gibt keine zwei Menschen, die gleich sind (auch Zwillinge nichtl). Jeder freut sich anders, trauert
anders, bei jedem fühlt sich Glück, Einsamkeit, Angst ... anders an. Jeder Mensch, auch dein bester Freund oder deine liebste Tante, ist ein Geheimnis, das man nie ganz verstehen kann. Und dieses Geheimnis, diese Summe von Glück
und Geborgenheit, Traurigkeit und Verlorenheit ist die Seele. Also alles das, was wirklich wichtig ist in uns und für uns.
Zuviel Trauriges oder Böses kann unsere Seele krank machen: Wir können uns nicht mehr freuen, nicht mehr teilen, nicht mehr mit Gott in Kontakt kommen. Wir fühlen uns wie versteinert. Dass wir wieder
weich und offen und fröhlich werden, darum bitten wir Gott zu Beginn des Gottesdienstes. Gott ist wie ein Arzt, der uns wieder heil und gesund macht, damit wir Raum haben für Gott und ihn aufnehmen können. Denn für einen
wichtigen Gast muss ja alles gut vorbereitet sein, damit er sich auch wohl fühlt bei uns!
Christina Brunner
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Augen auf für die Umkehr
Blindheit zur Zeit Jesu hieß Hilflosigkeit, Armut, im Extremfall Tod. Wer blind war, war auf die Mildtätigkeit anderer angewiesen. Blieb diese aus, drohte der Tod. Es gab aber noch
einen weiteren "Tod", nämlich die gesellschaftliche Ächtung. Wer krank wurde, musste etwas angestellt haben, dass Gott ihn strafte. Und wenn einer blind geboren war, dann waren es die Eltern gewesen, die Schuld auf sich
geladen hatten. Vor diesem Hintergrund wandte Jesus sich den Kranken und Ausgestoßenen zu. Er brach mit gesellschaftlichen Konventionen und hinterfragte diesen Glauben, dieses Gottesbild. Nicht nur, dass Gott diese Menschen nicht
gestraft hatte, nein: Ihnen galt seine besondere Liebe und Aufmerksamkeit - so sehr, dass sich die Verhältnisse umkehrten. Wer den Weg Jesu geht, muss sich mit dieser Umkehr auseinandersetzen. Sie ist ein beständiger Begleiter im
Leben.
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Von welcher Blindheit ich mich heilen lassen möchte:
Dass ich Jesus nichts mehr zutraue. Damit ich in ihm das "Licht der Welt" erkenne, dass selbst die schlimmste Dunkelheit einer Blindheit erhellen kann. Ich möchte aufmerksam sein, wo Jesu
Licht auch heute noch leuchtet. Und jeden Tagdarüber nachdenken, wo ich ein Spiegel für Jesu Licht sein kann. Damit es die Menschen erreicht, die im Dunklen leben müssen.
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Am Brunnenrand
Jesus sitzt am Brunnenrand. Jesus begegnet der Samariterin im Alltag, bei einer ganz alltäglichen Beschäftigung. Jesus sitzt mit am Schreibtisch, steht mit am Fließband oder am
Bügelbrett. Will auch uns im Alltag begegnen, ohne Aufsehen. Spricht uns an. Auch wenn wir vielleicht anfangs befremdet sind, ist es wichtig, sich auf ihn einzulassen.
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Scham, Trauer, Empörung, Wut
Eine Studie der "Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) bestätigt, was wir schon länger geahnt haben: Die Schere zwischen Armen und
Reichen geht gerade in wohlhabenden Ländern immer weiter auseinander, besonders dramatisch offenbar in Deutschland. Das "Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung" (DIW) kommt zu dem Ergebnis, dass 11,5 Millionen
Menschen (rund 14 Prozent der Bevölkerung) von relativer Einkommensarmut bedroht sind. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland ein Privatvermögen von rund 5,4 Billionen Euro, wobei die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung
über zwei Drittel dieses Vermögens verfügen. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen geht es bei der Frage nach einer gerechteren Verteilung der Güter nicht um eine "Neidkultur", sondern um entscheidende Zukunftsfragen der
Gesellschaft. Diese Gesellschaft ist nicht die bestmögliche, Im Gegenteil: Sie ist krank. Und es hilft überhaupt nichts, darauf zu verweisen, dass es schlechtere Gesellschaften gibt. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des
Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, hat in einem Vortrag auf dem letztjährigen Deutschen Pfarrertag zu einer Kultur sensiblen Hinschauens als Schlüssel zur Bewältigung der Armut aufgefordert. Wer kein Problem damit hat - so
Schneider - sich im Supermarkt die teuersten Steaks zu kaufen, wenn gleich nebenan eine ältere Frau die billigsten Nudeln aus dem Regal nehme, verstehe die Armut nicht. Und er erzählt von Mutter und Tochter beim Schuhkauf.
Nachdem die Mutter jeden teuren Schuhwunsch der Tochter abgewiegelt habe und sich die beiden auf ein preiswertes Paar geeinigt habe, sagte die Mutter: "Wir lassen sie zurücklegen bis zum 1. des nächsten Monats. Da gibt es
wieder Geld." Es war der 12. des Monats. Schneider meint, diese Verlegenheit der Mutter müsse in jedem zumindest Scham, wenn nicht Trauer, Empörung, Wut hervorrufen.
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Das Unschaubare schauen
Die Jünger sind keine unbeteiligten Zeugen, sondern einen Moment selbst entrückt, um dann - zunächst verwirrt - wieder den Boden unter ihren Füßen zu suchen. Sie schauten das Unschaubare. Noch können
sie es aber nicht fassen. So ist der merkwürdige Vorschlag des Petrus zu verstehen, drei Hütten bauen zu wollen, um darin nach alttestamentlichem Motiv die Gegenwart Gottes dauerhaft zu repräsentieren.
Petrus kann das Geschaute noch nicht fassen. Da öffnet sich der Himmel. Und die Stimme des Vaters richtet sich an die Jünger: "Das ist mein geliebter Sohn." Nach der Schau
des Unschaubaren sollen sie nun auch verstehen. Der Glaube der Jünger verwandelt sich. Solcher Glaube kann nicht mehr flüchtig sein. Denn die Jünger sind hineingenommen in das menschlich unfassbare Geheimnis: Der Mensch Jesus ist
wirklich Gott.
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Seien wir ehrlich
Dass unsere Gremiensitzungen sprudelnden Quellen sind, deren Wasser ewiges Leben schenkt, ist eher selten. Zu trocken die Materie, zu beängstigend manche Herausforderungen und
Probleme und zu verstaubt, die Beschäftigung mit dem Immer-gleichen. Doch das muss uns nicht entmutigen. Denken wir an die Samaritanerin: Als Ausgestoßene kam sie zum Brunnen, nichts anderes erwartend als die immer gleiche
tägliche Plackerei. Und dann saß dort Jesus und alles änderte sich. Vielleicht sitzt er schon bei der nächsten Sitzung bei uns am Tisch ...
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Schenke mir Sinn für Humor, Herr,
gib mir die Gnade,
einen Scherz zu verstehen,
damit ich ein wenig Glück kenne im Leben
und anderen davon mitteile!
Thomas Morus
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Ein Weg für die Liebe
Ich bin dankbar für diese Worte Jesu über die Feindesliebe. Dankbar dafür, dass er sie gesagt hat ohne vorherige Machbarkeitsstudie, ohne Rücksicht auf die sogenannten Sachzwänge
und den gesunden Menschenverstand. Wie viele gute Ideen werden im Keim erstickt, weil die allgegenwärtigen Bedenkenträger (und ich nehme die in mir selbst dabei nicht aus) schon im Vorfeld sagen: Geht nicht! Kann nicht
funktionieren! Braucht man erst gar nicht zu versuchen! Dankbar, weil in solchen Worten ein Stück Himmel, eine andere Wirklichkeit, ungeahnte Möglichkeiten aufleuchten. Dankbar, weil solche Worte Mauern zum Einsturz bringen und
der Liebe den Weg bahnen.
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Wir sind auch nur Geschöpf: Zwischen den Lilien, der Sonne und den Vögeln sind wir auch nur ein Geschöpf: Können ruhen, essen, trinken, können einfach sein. Besonders ist, dass wir das wissen.
Als einziges Geschöpf wissen wir um uns, um alle Hoffnung und um alle Sorge. Und können uns darum sorgen, dass aus den Sorgen Hoffnung wird für die Schöpfung. Auch so wird Gottes
Reich mitten unter uns.
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Ein ernstes Thema - Glaube und Humor
Im berühmten Klosterkrimi "Der Name der Rose" wird heftig darüber gestritten, ob Jesus gelacht hat. Gestritten bis zum Mord. Und in der Tat: Die Evangelien berichten nichts davon, dass Jesus
gelacht habe (davon, dass er geweint hat, dagegen schon). Vielleicht liegt es auch daran, dass viele Menschen bis heute der Meinung sind, dass der Glaube eine ziemlich humorlose Angelegenheit sei, da es ja um ernste Dinge ginge
und die Kirche sowieso keinen Spaß verstünde. Natürlich geht es im Glauben um ernste Dinge und er versteht auch keinen Spaß, sobald es der Spaß auf Kosten anderer, auf Kosten der Schwächeren ist. Doch Gott möchte, dass wir das
Leben in Fülle haben und zu dieser Fülle gehört auch die Freude, der Humor. Oder wie es die heilige Teresa von Avila sagte: "Gott will, dass der Mensch seinen Spaß hat", und Martin Luther spitzte es noch zu: "Wenn
Gott keinen Spaß verstünde, so möchte ich nicht im Himmel sein."
Ich für meinen Teil kann mir weder vorstellen, dass Gott humorlos ist, noch dass Jesus nie gelacht habe. Warum? Ein alter Brauch, der leider weitgehend in Vergessenheit geraten ist, weist auf den
Ursprung christlichen Humors hin: das Osterlachen. Der Brauch, in der Predigt an Ostern die Gottesdienstgemeinde zum Lachen zu bringen. Das Osterlachen wollte die Osterfreude zum Ausdruck bringen und gleichzeitig den besiegten
Tod der Lächerlichkeit preisgeben. Denn die von Gott geschenkte Erlösung ist der Grund für allen christlichen Humor. Ich bin als Christ erlöst, warum sollte ich nicht lachen und Spaß haben - auch in den Sorgen und Nöten des
Alltags? Der evangelische Theologe Karl Barth bringt es auf den Punkt: "Wer die Osterbotschaft gehört hat, der kann nicht mehr mit tragischem Gesicht umherlaufen und die humorlose Existenz eines Menschen führen, der keine
Hoffnung hat."
Michael Tillmann
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"I need a dollar, a dollar is what I need."
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Es sind bekanntlich die Menschen, die sich oft am meisten mit Geld beschäftigen und befassen, die am wenigsten davon haben. Dies trifft auf die Generationen der Erwachsenen ebenso zu wie auf die
jugendliche Generation. Die Themen rund um Geld und Jobben werden viel diskutiert. Die Gründe sind so einfach wie tiefgehend. Geld bedeutet die Möglichkeit von Unterhaltung, Kommunikation, sozialer Interaktion. Diese Werte sind
selbstverständlich nicht allein vom materiellen Wert des Geldes abhängig, sie werden aber dennoch in einem erschreckend hohem Maße von ihm bestimmt. Geld haben bestimmt daher ebenfalls das Maß der Partizipation an der
Gesellschaft - sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche.
Aus dieser Perspektive erscheint die hohe Priorität des Geldverdienens und -besitzens verständlich. Nichtsdestotrotz ist es in vielen Situationen mit teils großen Schwierigkeiten verbunden. Zum einen
bedeutet Jobben für die meisten Jugendlichen (beziehungsweise Schüler(-innen) eine Doppelbelastung neben den ohnehin schon steigenden schulischen Anforderungen. Des Weiteren sind die JobsteIlen, welche sich mit den schulischen
Belastungen und Rahmenbedingungen vereinbaren lassen, sehr rar.
"Du kannst nur einem Herren dienen Gott oder dem Mammon." Vor dem Hintergrund dieses Satzes von Jesus stellt sich die Frage, welchen Preis sich für Geld zu zahlen lohnt? Wenn Geld zu haben
bedeutet, Freundschaften, Hobbys oder ehrenamtliches Engagement zu vernachlässigen, was ist Geld dann noch wert? Wenn Geld zu haben bedeutet, moralischen Grundsätzen zuwiderzuhandeln, was hat Geld dann noch für einen Wert? Die
Frage des Geldes ist eine Gratwanderung zwischen den Möglichkeiten, die Geld bietet und dem Einsatz, den es verlangt. Diese Wanderung ist schwierig, aber nicht unmöglich.
Tobias, 19 Jahre
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Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Versöhnung, Treue - das ist die Sprache des Gesetzes. Einfacher ist das Paradies nicht zu haben. Oder wie es Heinz Zahrnt gesagt hat: "Der
Glaube an Gott ist zwar umsonst, aber er ist nicht billig."
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Zehn Gebote
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Ich kann nicht ein bisschen glauben, genauso wenig, wie ich ein bisschen leben kann. Und deshalb kann ich mir auch aus den Geboten nicht herauspicken, was mir gerade gefällt. Jesus
ist da ganz deutlich: "Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen."
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Vernagelt
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Jesu Worte enthalten eine solche Sprengkraft, dass er dafür ans Kreuz genagelt wurde. Und zugleich sind wir heute oft immer noch so vernagelt, dass wir nicht erkennen, welche
heilende Botschaft sie enthalten.
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Ihr seid das Salz der Erde; ihr seid das Licht der Welt.
Das ist eine große Verantwortung, denn Salz wie Licht sind lebensnotwendig. Der Kirche bleibt die Weltflucht oder ein "Überwintern in schwieriger Zeit" nicht als Ausweg.
Doch in dem Anspruch steckt auch zugleich ein Zuspruch. Denn wir sind schon Salz und Licht, wir müssen es nicht erst werden; wir können es auch nicht aus eigener Kraft: werden, genauso wenig, wie sich Licht selbst entzünden kann.
Wir sind Salz und Licht durch die Taufe und den Empfang des Heiligen Geistes. Doch wir müssen uns als Salz und Licht in die Welt einbringen. Und daran mangelt es - so glaube ich. In der Gesellschaft: wie im Privaten. Auch Licht
schämt sich nicht zu leuchten.
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Salz zu sein, bedeutet nicht ...
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... anderen die Suppe zu versalzen; Licht zu sein, bedeutet nicht, dass sich andere an uns die Finger verbrennen sollen. Wenn sich die Kirche, wenn sich Christen in die Welt
einmischen, dann ohne Schuldzuweisungen und ohne Rechthaberei. Doch die Alternative heißt auch nicht Leisetreterei, Lau- und Laschheit.
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Die Stärke der Himmel-Reichen
Der heute den Wahrhaften zum Narren macht, wird von der Wahrheit morgen ver-rückt. Denn in die Wahrhaften ist Gott ver-narrt.
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Fischereitechnik
Die zwei Brüderpaare, deren Beruf der des Fischers ist, arbeiten jeweils professionell auf ihre Weise und nach den Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen. Simon Petrus und
Andreas verwenden ein Wurfnetz, das von einer bis zwei Personen bedient werden kann und sich eignet, wenn man eine kleinere Menge Fische fangen will. Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, müssen noch weitere Kollegen an
Bord gehabt haben. Das Schleppnetz, das sie vom Boot aus vorbereiteten, erforderte die Teamarbeit von Fischern - man vermutet sogar, um die 15 Personen. In einem Fall ist also ein ganzes Kollegium Jesu Ruf gefolgt, im anderen
Fall nur zwei aus einer Arbeitsgruppe. Jesus kann damit leben und schließlich in die Welt hinein wirken. Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes, Clara, Jeanette, Matthis und Laurin sollen Menschenfischer sein. Jesus selbst zeigt, was
es nicht heißt: Um jeden Preis immer alle gewinnen müssen. Aber einige so überzeugen, dass sie sich entscheiden können.
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Taufe, Ehe - und tschüss
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Gemeinden können ein trauriges Lied davon singen: Da wird sich viel Mühe gegeben mit Taufgesprächen, in der Erstkommunionvorbereitung, in der Firmkatechese und in Konfirmationsstunden sowie
Ehevorbereitungsseminaren - und dann:
Kaum jemand von denen, in die so viel "investiert" wurde, besucht später noch die Gottesdienste oder nimmt am Gemeindeleben teil. Frust macht sich breit und viele in den Gemeinden fragen
sich, ob die Sakramente, die Heilszeichen der Kirche nicht verschleudert werden? Ob sich die Kirche nicht zu schade sein sollte, den feierlichen Rahmen für schöne Familienfeste zu organisieren? Manches spricht dafür: Darf die
Kirche nicht etwas von denen erwarten, welche die Sakramente empfangen wollen? Sollten die Gemeinden die Chance nicht nutzen, denen den Glauben wieder intensiver näher zu bringen, die ihm weitgehend entfremdet sind? Und nicht
zuletzt: Wie will die Kirche die Bedeutung ihrer Heilszeichen vermitteln, wenn sie ihr scheinbar nichts wert zu sein scheinen?
Doch manches spricht auch dagegen: Denn eines ist klar. Je höher die Barrieren, welche die Kirche errichtet, desto geringer die Zahl derer, welche die Sakramente empfangen wollen. Und ist ein
punktueller Kontakt zu Kirche und Glaube nicht besser als gar kein Kontakt? Und darf die Kirche überhaupt irgendwelche Barrieren errichten? Ein Pfarrer sagte mir einmal zu diesem Thema: "Wer bin ich, dass ich mich der Gnade
unseres Gottes in den Weg stellen darf?" Ich möchte in diesem Zusammenhang auch an das Evangelium vom Sämann erinnern: Unsere Aufgabe ist es, die Saat auszusäen, das Wachstum liegt in Gottes Hand. Doch immer "nur"
aussäen? Manchmal möchte man doch auch Früchte sehen - oder? Viele Fragen, die in jeder Gemeinde zu diskutieren sind.
Michael Tillmann
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Taufe: Weg zur Quelle
Die Quelle des Lebens suchen. Zur Quelle des Lebens finden. Aus der Quelle des Lebens schöpfen.
Denn bei dir ist die Quelle des Lebens.
(Psalm 36.10)
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Zusammen glauben, feiern, beten
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so lautet das Motto der Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. bis 25. Januar. Die weltweite ökumenische Veranstaltung befasst sich in diesem Jahr mit den Ursprüngen der
christlichen Kirche in Jerusalem. Symbolisch steht dafür zum Beispiel die Grabeskirche, in der alle Konfessionen Gottesdienste feiern.
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Von weither gereiste Fremde gehen auf die Knie – vor einem Kind, das seine Mutter herzt.
Sie sehen: Dieses Kind kommt von ganz wo anderes her.
Und huldigen ihm.
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Das Evangelium: Melodie der Hoffnung
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Der Tod stellt den Glauben infrage. Das, was ein Leben lang sicher oder ziemlich gewiss war, bekommt angesichts des Todes ein Fragezeichen - auch bei dem Täufer Johannes, aber nicht nur bei ihm. Der
Tod als Testfall des Lebens: "Jesus, kann ich dir auch angesichts meines Todes vertrauen?" Als Antwort auf die Todesfrage des Glaubens geschieht kein Wunder und passiert nichts Besonderes. Um auf die Todesfrage des
Glaubens zu antworten, kommt Jesus nicht selbst zu Johannes ins Gefängnis.
Sondern: Antwort auf die Todesfrage des Glaubens ist allein das Evangelium, die frohe Botschaft. Und das muss auch uns an diesem dritten Adventssonntag reichen. Denn mehr als
Johannes haben auch wir nicht. Mehr als die Berichte über [esus, über seine Worte und Taten, über seinen Tod und seine Auferstehung haben wir nicht. Das muss reichen. Das muss reichen, um Advent zu feiern. Das muss reichen für
unseren Glauben. Das muss reichen für unser Sterben.
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Noah – ein adventlicher Mensch
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Wenn wir den Advent mit der Person des Noah beginnen, bedeutet das Zweierlei: Seine Geschichte erinnert an die Fähigkeit des Menschen zum Bösen; der Advent ist Bußzeit, eine Einladung, über das Leben
und welche Wege es nimmt, nachzudenken und zu fragen, wo Umkehr notwendig ist. Umkehr, die unter einem guten Zeichen steht, unter dem Zeichen des Regenbogens, unter dem Versprechen Gottes, dass er seinen Bund mit den Menschen
nicht aufkündigen wird. Gott weiß um unsere Schwächen; in Jesus Christus hat er sie uns längst vergeben – ein starkes Startkapital, um es besser zu machen.
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Christ? Na, klar
Es ist nicht mehr selbstverständlich dazuzugehören. Der christliche Glaube ist eine Wahl unter anderen. Für Christen heißt das: Die Zugehörigkeit zur Kirche muss immer stärker von der Person, vom
Einzelnen selbst gewollt, getragen und erhalten werden. Der eigentliche Schatz der Kirche sind Menschen, die aus der Freiheit des Evangeliums heraus ihren Glauben leben.
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Die Axt ist an die Wurzeln gelegt
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Der Advent lädt ein, die Axt an alt das zu legen, was mich bindet und hindert an einem befreiten Leben, was mich bindet und hindert, ein Mensch zu sein, wie Gott ihn sich wünscht und er mir zutraut
zu werden. Ein radikales Bild. "Radix" ist das lateinische Wort für "Wurzel". Advent ist die von Gott eingeräumte Gelegenheit, radikal zu werden und zu entdecken: Ich habe mich nicht selbst gepflanzt! Ich
weiß, wo ich herkomme. Ich habe einen festen Standort gefunden und kann darum - wie ein lebendiger Baum dem Himmel entgegenwachsen.
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Das königliche Gesicht der Liebe
Gottes Königsherrschaft wird in einer kleinen Erzählung,in einer Anekdote deutlich. Sie lautet so: "Ein König sollte folgendes Urteil unterschreiben: ,Gnade unmöglich, im Gefängnis lassen!' Ihm kam das Urteil zu hart
vor, weil er an die Zukunft des Mannes und seiner Familie dachte. Er änderte das Urteil um: ,Gnade, unmöglich im Gefängnis lassen!' Er machte nur eine Kommaverschiebung: So lautete das Urteil auf Freispruch." Nur eine
Kommaverschiebung. Ähnliches erfährt einer der beiden Schächer am Kreuz. Er erkennt den Gekreuzigten als König an und erfährt Erbarmen. Wie oft verschiebt Gott ein Komma auch in unserem Leben, damit wir gerettet, befreit und
eines Tages auch erlöst werden. All das ist mehr als nur eine Hoffnung, es ist die Wahrheit, von der Jesus Zeugnis ablegt. Unser Gott und König ist nicht jenseits der Passionen, desv ielfältigen Leides, mit dem Menschen
konfrontiert werden; nein, unser Gott und König ist mittendrin. Und dadurch ist er ein König, wie kein Mensch König sein kann, und ein Fest ist viel zu wenig, um diesen unseren König zu feiern.
Michael Tillmann
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Der Himmel ist grösser ...
... sagt uns Jesus im Evangelium.
Der Himmel ist grösser ...
... als alle menschlichen Vorstellungen.
Der Himmel ist grösser ...
... weil Gottes Gnade sein Maß ist.
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Das Kennzeichen der Christen ist es, dass sie ihrem Gott Christus Lieder singen.
Plinius, röm. Schriftsteller, 2. Jh..
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Für die Dankbarkeit danken
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Ich kann mich daran erinnern, dass in meiner Kindheit und Jugend dieses Evangelium oft "eingesetzt" wurde, um uns zur Dankbarkeit zu ermahnen. Ein Verhalten, das eine recht eigentümliche
Einstellung zur Dankbarkeit offenbart, die nichtsdestotrotz weit verbreitet ist: Von .Dankesschuld" reden wir oder davon "zu Dank verpflichtet" zu sein. Doch auf Dankbarkeit als Verpflichtung können wir getrost
verzichten - Wie es nicht nur im Evangelium so viele tun, denen Dankbarkeit als Lebenseinstellung nichts mehr sagt. Und dabei geht uns etwas verloren, was unser Leben erst reich, ja, erst sinnvoll macht: Die Dankbarkeit als ein
Geschenk, für das wir dankbar sein dürfen. Denn die Dankbarkeit öffnet uns die Augen dafür, dass nicht alles selbstverständlich ist.
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Kein Ende, sondern ein Anfang im Glauben
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"Glaube", "Gewissheit", "Wahrheit" und "Vertrauen" erwartet Jesus von denen, die seine Botschaft hören. Auf Hebräisch lassen sich diese vier Worte in einem ausdrücken: Sie hängen alle
vier mit dem Wort "Amen" zusammen. "Amen" ist den meisten bekannt als Schlusswort, das nun einmal unter ein Gebet gehört. Bei Jesus ist es häufig ein Wort zu Beginn: "Amen, ich sage euch."
Im Evangelium klingt es an: "Amen", "ich glaube", soll ein starkes und mutiges Wort zu Beginn sein. Nach "Amen" kommt kein Schlusspunkt, hinter "Amen" gehört
ein Doppelpunkt. "Ich glaube": Ich mache mich mit Gott auf meinen Weg. "Ich glaube": Ich bin unterwegs mit einer Verheißung. "Ich glaube": Darum wächst etwas Neues.
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Der heilige Franziskus hat alles vorweggenommen, was unsere moderne Denkart an äußerster Weitherzigkeit und an Mitgefühl in sich birgt: die Liebe zur Natur, die Liebe zu den Tieren, den Sinn für soziale Verpflichtung, den Blick
für die geistigen Gefahren des Wohlstandes und selbst des Besitzes.
Gilbert Keith Chesterton
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Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott.
(Micha 6,8)
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Zu wenig. Zum Leben.
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Gelingend es Leben
in Beziehungen geht nicht ohne die Beziehung zu Gott. Und dafür reicht es nicht - und das lehrt das Evangelium vom reichen Prasser und armen Lazarus - Christ zu sein und die Bibel zu kennen, sondern mein Christsein täglich zu leben. Zu leben für die, die am Rande der Gesellschaft sind, nicht wissen, wie sie über die Runden kommen. Meine Zugehörigkeit zu Christus muss Auswirkungen haben in meinem Leben und Handeln.
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"Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mamm on."
Also nützen wir unser Geld und unsere Talente, tun möglichst viel Gutes und erkaufen uns damit den Himmel - auch nicht! Das ist die Pointe des Evangeliums: dass es im Reich Gottes überhaupt nicht um
Kaufen und Verkaufen geht, sondern um Dienst aus Liebe. Darum weigert sich Petrus, im Kassenhäusc hen Dienst zu tun, seit ihn Jesus gleich dreimal gefragt hat: "Liebst du mich?"
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Gott weiß, wo du steck st!
Gott sei Dank hat Er ein Auge auf all die Steckna deln dieser Welt, die gefunden und erkannt werden wollen in ihrem wahren Wesen, mit all ihren Fähigkei ten, mit all dem Guten, was in ihnen steckt,
die entdeckt und als Schätze gehoben werden wollen, die geliebt werden wollen trotz all ihrer Fehler und Schwäc hen. Denn Gottes Auge ist das Auge der Liebe.
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Feste Sitzordnunge n sind feste Bestandteile unseres Denkens und Handelns. Es fällt uns schwer, in anderen Kategorien zu denken. Warum das so ist? Ich glaube, der eigentliche Grund ist Angst, zu kurz
zu kommen, nichts wert zu sein, nichts zu gelten. Zuerst muss mir diese Angst genommen werden, dann können auch die Sitzordnunge n und gesellschaftlic hen Schranken in meinem Kopf fallen. Doch diese Angst kann ich mir nicht
selbst nehmen, die muss ich mir nehmen lassen. Und sie ist mir schon längst genommen. Von ihm, der mit Zöllner und Sündern zu Tisch saß, der den Jüngern die Füße wusch und den erniedrigende n Kreuzestod auf sich genommen hat. Er
schenkt mir die Fülle des Lebens, bei der ich nie zu kurz kommen kann.
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Geschlossene Gesellschaften, der Wunsch, unter Seinesgleichen bleiben zu wollen, ist eine feste Größe. Es ist nicht so sehr die Überlegung, nur denen Gutes zu tun, die mir auch Gutes tun können, die
unser Verhalten prägt. Ich glaube, es ist vielmehr die Angst vor dem Anders-Sein, vor dem Ärmer-Sein, der Außenseiter ausgrenzt, zu Außenseitern macht, die sie ja sind, weil sie eine Mehrheit dazu abstempelt.
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Gott ist da
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Es ist gut, dass Jesus mich daran erinne rt:
Ich kann in die Irre gehen, kann scheitern. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen. Der Weg in den Himmel ist nicht bequem. Und warum nicht? Weil die Liebe nicht immer bequem ist. Eine oft
verdrängte Wahrheit: Liebe - das ist doch Wolke 7, rosarot und einfach himmlisch. Doch die enge Tür beginnt genau dort, wo ich jemanden lieben soll, der mir zuwider ist. Und wenn ich das dann schaffe, da ist die Liebe zu Recht
himmlisch. Denn da beginnt der Himmel. Wo die Liebe etwas anderes will als ich - und ich dennoch liebe. Dort ist Gott - und ich darf vor ihn hintreten.
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Ich will nach den Prioritäten in meinem Leben fragen. Und mir die Jünger zum Vorbild nehmen, wenn sie Jesus nach der Seligkeit, nach dem Himmel fragen. Ich glaube, diese Frage wird heutzutage nicht
mehr oft gestellt. Und auch in meinem Alltag geht sie immer wieder unter. Und ich will mich der Antwort Jesu stellen - gerade, weil sie nicht angenehm ist. Das Leben ist kein Spaziergang, sondern ein beschwerlicher Weg.
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Wo konfessionelle Engstirnigkeit oder nationale Grenzen Menschen ausschließen,
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lädt Jesus alle zu sich ein, aus Ost und West, Nord und Süd.
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Ich kann die Zeit nicht anhalten. Ich kann sie auch nicht vertreiben. Aber leben kann ich sie. Mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und
mit ganzem Glauben. Und immer wieder im Gebet. Denn die Zeit ist ein Geschenk Gottes. Meine Zeit steht in deinen Händen, Gott.
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Liebe ...
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Weit jenseits des Geldes ruht der größte Schatz der Kirche: die Herzen der Menschen. Wer über Geld jammert, das fehlt, wird die Herzen kaum bewegen. Wer aber an den Schatz erinnert, der uns gegeben
ist, wird viele Herzen wecken. Herzen verschließen sich vielleicht dem Geld, nicht aber dem Geist.
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Heute Ruhetag
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Eins aber ist not
"Eins aber ist not", heißt es in der Lutherbibel, und weiter: "Maria hat das gute Teil erwählt." Was ist bei uns nötig? Auch am Sonntag das Geschäft zu öffnen,
um Umsatz zu steigern und vielleicht Arbeitsplätze zu sichern? Die Kleiderkammer der Gemeinde jeden Tag zu öffnen, um die Benachteiligten zu erreichen? Das Evangelium von Maria und Marta erzeugt Anspannung, vielleicht Ärger. Soll
sich im Nichtstun eher die Nähe zu Christus zeigen als in tätiger Nächstenliebe. Es gilt doch wohl ein "Sowohl-als-auch". Doch das Evangelium spitzt zu: Nur eins ist not. "Eins ist not! Ach Herr, dies Eine lehre
mich erkennen doch ..." (Evangelisches Gesangbuch 386)
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Wenn kein Erbarmen mehr ist ...
Wenn die Hände sich nicht mehr rühren wollen und die Herzen unberührt bleiben ...
Wenn die Augen nur verschlossen sind und die Seele nicht mehr zu uns sprechen soll ...
Wenn kein Erbarmen mehr ist, dann ist Christus umsonst gestorben.
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Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes. (Umberto Eco)
Und sein umjubeltes Idol ist der Spieler. Doch das Fundament, auf den sie gestellt werden, ist wackelig. Der Absturz vom Zig-Millionen-Einkauf zum "Chancentod" oder zum
"Fliegenfänger" kann schnell gehen.
Oder wie es der ehemalige Fussballspieler Tomislav Maric sagte: "Im Fussball bist du entweder Gott oder Bratwurst."
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König Fussball
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Für manche ist Fußball die schönste Nebensache der Welt - und das ist auch okay so. König Fußball eben. Nur das Gerede vom Fußballgott ist Blödsinn: Den gibt es nicht; sonst müsste
es ja auch einen Handballgott geben, einen Gott fürs Schwimmen, einen fürs Radfahren - für jede Sportart einen Spezialgott sozusagen. Es gibt aber nur einen Gott, der die Menschen geschaffen hat mit ihrer Freude am Spielen und an
der Bewegung, der das Gras geschaffen hat, das auf den Fußballplätzen wächst, und der die Menschen geschaffen, die miteinander spielen - auch die aus der anderen Mannschaft.
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Immer Top-Leistung bringen, ein Vorbild für die Jugend sein, direkt nach dem Spiel ein möglichst geschliffenes Interview geben, Versagensängste nicht zeigen dürfen und, und, und ... Der Freitod
Robert Enkes im November letzten Jahres macht hinter unsere überspannten Erwartungen ein großes Fragezeichen. "Lasst uns immer an die Würde des Menschen denken", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Trauerfeier für
Enke. Im System Fußball seien "Werte wie Maß, Balance, Fairplay und Respekt gefragt".
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Selbst euren Staub lassen wir zurück!
Wir wollen nichts von euch. Wir hätten euch etwas gebracht, hätten euch die frohe Botschaft gebracht. Doch wenn ihr nicht wollt, wenn ihr uns nicht einmal anhören wollt ... wir wollen nichts von euch, wir wollen nicht einmal
euren Dreck.
Die Einladung Gottes nicht anzunehmen, ist fatal, doch gibt es keinen Zwang. Selbst den Staub eurer Stadt lassen wir euch zurück - biblische Grundlegung moderner Religionsfreiheit.
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"Wer seine Hand an den Pflug legt und blickt nochmals zurück, taugt nicht für das Reich Gottes."
Als Jesus das sagt, spricht er vom Reich Gottes. Sein Reich kann nur wachsen zwischen den Menschen. Und sie bereiten den Boden dafür. Wer dabei alte Geschichten aufwärmt, kommt nicht weiter.
Besser ist es, mit seinem Nächsten gemeinsam zu pflügen. Und dabei nach vorne zu blicken.
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Für wen halte ich Gott?
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Gott ist nicht gesichtslos, er trägt Jesu Gesicht und das Gesicht all derer, die an ihn glauben - mit den ihnen eigenen, ganz unterschiedlichen Fähigkeiten. Sein Porträt ist bunt,
seine Seele aber ist seine unbegreifliche Liebe, seine Form das Kreuz der Erlösung.
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Grenzübertreter wie Jesus
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Grenzübertreter wie Jesus suchen nicht das, was unterscheidet wie Geschlecht oder Bildung -, sie suchen, was eint: den Glauben an Gottes Wort.
Grenzübertreter wie Jesus brauchen nicht das, was bindet wie die Herkunft oder Besitz - , sie brauchen, was befreit: ein Leben in Gottes Liebe.
Grenzübertreter wie Jesus klammern nicht an dem, was fesselt - wie Familie oder Beruf-, sie folgen dem, was ruft: das Handeln nach Gottes Wort.
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Regie-Anweisung der Nächstenliebe
Der Akt der Nächsten-Liebe ist ein Dialog des Mitgefühls: Nur wenn der Leidende eingesteht: "Ich brauche Hilfe", wird Leid auch wahrgenommen. Nur wenn der Angesprochene es lebt: "Ich
verströme meine Liebe, schenke mein Ohr, mein Herz, meine Hände!", nur dann kann diese kleine Handreichung lebendig machen.
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Was bedeutet Dreifaltigkeit für uns?
Dass Gott die Welt geschaffen hat; dass er in Gestalt seines Sohnes Jesus das Leben auf Erden mit den Menschen geteilt hat und dass er in Gestalt des Heiligen Geistes jetzt bei uns ist. Gott lebt in
Beziehung - mit seinem Sohn, mit seinem Geist. Und wie er selbst in Beziehung lebt, so lebt er mit uns in Beziehung. Gott ist kein fernes Wesen, das auf seinem Platz ruht. "Gott ist gesellig'; hat Gilbert Keith
Chesterton gesagt, er ist gesellig wie jeder Mensch.
Leben ist nur möglich in Beziehung zu anderen. Das gilt für unseren Gott; das gilt für Menschen. Und das bedeutet: Gott ist nie fern. Gott ist immer nah. "Seid gewiss: Ich bin
bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt."
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Was ist los im Kirchenjahr ?
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Nach dem Dreifaltigkeitssonntag wird es im Kirchenjahr ruhiger. Das ist auch daran zu erkennen, dass es bis Weihnachten keinen bundesweiten kirchlichen Feiertag mehr gibt. Das heißt aber nicht, dass es
nichts zu feiern gäbe. An den ersten beiden Feiertagen im Juni wird ein Blick zurück geworfen. Das Fronleichnamsfest am Donnerstag nach Dreifaltigkeit, 60 Tage nach Ostern oder auf den Tag genau zwei Monate nach dem Karsamstag -
feiert die leibliche Gegenwart Christi in der Eucharistie. Es wird immer an einem Donnerstag gefeiert, um an den Gründonnerstag zu erinnern. In der Stille der Karwoche, am Abend vor dem Leiden und Sterben Christi, kann die
Eucharistie nicht prunkvoll gefeiert werden, dies wird jetzt an Fronleichnam nachgeholt.
Der Name des Festes leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrone lichnam" (= Herren Leib) ab, im Englischen wird der Mittelpunkt des Festes deutlicher, es heißt "Corpus Christi". An
Fronleichnam - gesetzlicher Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg, NRW, dem Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz und Teilen Sachsens und Thüringens sowie in Österreich und Liechtenstein - gehen Christen mit ihrem Herrn im
Altarsakrament "auf die Straße" - die Prozession symbolisiert das wandernde Gottesvolk, in deren Mitte Christus ist. Das Fronleichnamsfest und die dazugehörige Prozession gehören seit der zweiten Hälfte des 13.
Jahrhunderts zum festen Bestandteil des Kirchenjahres.
Das Herz-Jesu-Fest - am Freitag in der Woche nach Fronleichnam, jeder erste Freitag im Monat ist Herz-Jesu-Freitag - erinnert an das durchbohrte Herz Jesu bei seinem Kreuzestod. Im Johannesevangelium
heißt es: "Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser
heraus." (Johannes 19, 33) Das Wasser symbolisiert die Taufe, das Blut die Eucharistie - beide Sakramente beschreiben das Wesen der Kirche.
Der 24. Juni wirft mit der Geburt Johannes des Täufers den Blick nach vorn - auf Weihnachten. Sechs Monate vor Jesus wird Johannes geboren, der Wegbereiter des Herrn, eine der großen adventlichen
Gestalten der Kirche. Ab der Geburt des Täufers werden die Tage wieder kürzer bis mit Jesus das Licht der Welt geboren wird. Am Ende des Monats feiert die Kirche die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Der 29. Juni erinnert an den
Märtyrertod der beiden; das Fest ist seit 354 überliefert.
Michael Tillmann
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... soll nicht sorgen, dass er in den Himmel komme, sondern dass der Himmel in ihn komme. Wer ihn nicht in sich selber trägt, der sucht ihn vergebens im ganzen All.
Otto Ludwig
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Aufruf zur Liebe
Liebet die ganze Schöpfung Gottes! So wohl den ganzen Erdball wie auch das kleinste Sandkorn. Jedes Blättchen liebet, und jeden Sonnenstrahl! Liebet alle Dinge! Wenn ihr das tut, so werden sich euch in ihnen die Geheimnisse
Gottes offenbaren. Und wenn das geschieht, so werdet ihr Ihn selbst von Tag zu Tag mehr erkennen. Und schließlich werdet ihr Ihn und die ganze Welt in einer einzigen großen Liebe umfassen.
Fjodor M. Dostojewski
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Stimmen Labyrinth
Der Priester und Dichter Lothar Zenetti formuliert in einem Kirchenlied:
"Worauf sollen wir hören, sag uns worauf? So viele Geräusche, welches ist wichtig? ... So viele Reden! Ein Wort ist wahr."
Die Stimme erkannt, welchen Weg wählen wir? Wer weist uns die Richtung?
Leite dein Wort uns an.
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Zeit Signale:
JEDE MENGE SENSATIONEN
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Die Koalitionäre diskutieren kontrovers den weiteren Weg der Politik - gleich titeln die Medien "Streit" und "Krise"; es fällt im Winter Schnee - gleich ist von "Chaos" und "Katastrophe"
die Rede (eine Wortwahl, die wenige Tage nach dem Tief "Daisy" durch das Erdbeben auf Haiti mit Zehntausenden Todesopfern auf erschreckende Weise als maßlos überzogen entlarvt wurde): Nur zwei Beispiele dafür, dass
unsere Wortwahl und auch unser Empfinden nur noch das Gigantische, das Außergewöhnliche kennt und wahrnimmt. Sensationen, Sensationen. Woran liegt das?
Ich habe drei Gründe dafür gefunden: Erstens gibt es Medien, die der Meinung sind, nur auf diese Weise Auflage und Reichweite zu erreichen und Medien, die auf diesen Zug aufspringen, in der Sorge, ansonsten Marktanteile zu
verlieren. Zweitens gibt es das Verhalten vieler Medienkonsumenten, die nur noch auf das Gigantische ansprechen. Vielleicht, weil ihnen ihr Alltag grau und trist erscheint; keinen Platz zur Freude an den kleinen Dingen lässt und
die Traurigkeit über die eigenen Wunden und Verletzungen verdrängt und sie deshalb nach außen projiziert wird. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Und drittens beschleicht mich manchmal der Verdacht, dass die Banalitäten
aufgebauscht werden, um von den wirklichen Katastrophen - dass zum Beispiel Millionen Kinder in Deutschland unter der Armutsgrenze leben (ein Skandal, von dem selten etwas zu hören ist) - abzulenken.
Es geht auch anders. Jesus zeigt es uns. Nur ein paar Beispiele: Das Weinwunder in Kana vollzieht sich in der Dunkelheit der Tonkrüge; kaum einer der Anwesenden bringt es mit dem stillen Gast in Verbindung. Den Blinden nimmt
Jesus zur Heilung beiseite. Das Wunder der Brotvermehrung ereignet sich beim Verteilen - mediengerecht aufbereitet würde man erst alle Brote auf einem Haufen zeigen und sie dann verteilen. Die Auferstehung findet ohne Zeugen
statt - was hätte das für ein Event sein können. Der Auferstandene begegnet den Jüngern im Alltag, beim Fischen. Jesus wirkt leise, fast scheu. Weil er uns nicht überwältigen, sondern überzeugen möchte. Das "Ja" zum
Glauben darf in uns selbst reifen und wird uns nicht marktschreierisch um die Ohren gehauen. Auf seine Botschaft vom Reich Gottes, von der Liebe des Vaters zu allen Menschen kommt es Jesus an, nicht auf die Verpackung. Viel eher
hatte er wohl die Befürchtung, eine zu grelle "Verpackung" könnte die Botschaft in den Schatten stellen. Und Jesus begegnet uns auf Augenhöhe - nicht von oben herab. Im Gegenteil - oft müssen wir uns zu ihm (zum
Beispiel zu dem Kind in der Krippe) herabbeugen. Er nimmt uns ernst, unseren Alltag mit seinen Banalitäten, mit seinen großen, wie auch mit seinen kleinen Sorgen. Dort will er bei uns sein, nicht nur im Außergewöhnlichen,
Gigantischen. Der Alltag ist der Ort seiner Fürsorge. Die leise Sensation.
Von Jesus können wir es lernen: Wirklich still zu sein, um fähig zu werden, das nötige Wort zu sprechen, dann, wenn es nötig ist. Das "Jahr der Stille", das verschiedene christliche Kirchen, Werke und Einrichtungen
für 2010 ins Leben gerufen haben (www.jahrderstille.de") kann uns dabei helfen.
Michael Tillmann
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Von der Buchstabensuppe zum Lebenssinn
Vor einigen Jahren bot die Stiftung Lesen zum Welttag des Buches einen Lesekompetenz-Test als Gewinnspiel an: In einem kurzen japanischen Text sollte gezählt werden, wie häufig ein bestimmtes Schriftzeichen vorkommt. Diesen
Test erfolgreich mitzumachen war unerwartet schwer und ließ das Gefühl aus der Kindheit wiederentstehen, sich Buchstabe für Buchstabe zu erarbeiten. Hier: ein A! Und dort: drei Beinchen - ja, ein M!
Es gibt Menschen, denen sich dabei scheinbar Sinnloses im Gedächtnis eingebrannt hat und die Hadschi Halef Omars vollständigen zwölfteiligen Namen oder wenigstens den fünfteiligen von Dumbledore schneller präsent haben als das
Vaterunser. Wenn sich aber das so tief in die Seele herabsenkt, wie sehr muss dann auch das andere sich verankert haben: der Sinn, das Verstehen, die Dinge, die einem verborgen blieben, wenn man nur die gegenständliche Welt
betrachten könnte. Wer den französischen Schauspieler Gerard Depardieu kennt, im Leben wie im Film nicht zimperlich, wird erstaunt sein zu hören, dass er als Kind an Sprachstörungen litt und als labil galt. Von ihm stammt der
erstaunliche Satz: "Dass ich das Lesen entdeckt habe, hat mir das Leben gerettet."
Der Lesehunger, sagte die Autorin Astrid Lindgren, war das beste Geschenk, das das Leben ihr beschert habe. Echter Lesehunger macht nicht satt, sondern Lebenshunger.
Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken", sagte der Philosoph Arthur Schopenhauer. Wer zwischen beide Köpfe in ein inneres Gespräch verwickelt, bringt die Antworten sinnvoll in die Weltgestaltung ein.
Angela M.T. Reinders
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Unverhofftes Wiedersehen
Jesus wurde nicht erwartet. Er kommt trotzdem, wider Erwarten, zum dritten Mal wird es Ostern, wiederholt er sein Kommen. Es ist gut, dass wir Ostern nicht mit ein paar Sätzen aufsagen können. Immer neue Anläufe, unverhoffte
Zugaben. Er kommt zur Kirche, wie sie leibt und lebt. Er sieht die Mangelerscheinungen der Kirche.
Er hätte sagen können: Reißt euch zusammen, optimiert eure Arbeitsabläufe, keine Müdigkeitvorschützen. Er verlangt etwas Verrücktes: Tagsüber fischen. Und er schenkt den Fischern einen reichen Fang,
Überfluss. Sein Kommen ist eine große, fast unglaubliche Überraschung. Er kommt, auch wenn ich Ostern längst wieder vergessen habe.
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Bei Jesus punkten, die nicht sehen und doch glauben. Du, Thomas, stehst nicht allein auf deinem Standpunkt. Wir sind punktgleich mit dir: Kann ich glauben, wenn ich nicht sehe, nicht fühle? Dein
Berührungspunkt mit Jesus gibt uns Halt. Doch für unser zweifelndes Herz ist schon deine Frage Zeichen.
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Verklärt bewegt
Die drei Jünger, die den verklärten Jesus auf dem Berg sahen, schwiegen darüber. Aber Menschen haben mehr Ausdrucksformen als nur die Sprache. Wer eine große Liebe erlebt, die das Herz erreicht, wird
selbst liebevoller. Wem etwas aufstrahlt, beginnt selbst auszustrahlen. Wer einen Menschen anders erlebt, wird mit ihm anders umgehen. Mag sein, dass die Jünger keinen Ton sagten. Aber sie veränderten sich, nachdem sie Zeugen der
Verklärung wurden. Bald danach, so beschreibt es der Evangelist Lukas, fassen sie Mut, sich mit Jesus auf den Weg nach Jerusalem zu machen - und sie geben den anderen Jüngern Kraft. Die Jünger schweigen. Aber sie bewegen etwas,
bewegen sich und andere: dahin, wo es ernst wird, dahin, wo das Kreuz wartet.
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Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot
auszuteilen und die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen. (jesaja 58,6-7)
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Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen.
Charlie Rivel.
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Das Narrenschiff ...
... kann man bis auf Augustinus zurückführen: Die Gottlosen fühlen sich in ihrer Narrheit in dieser Welt heimisch. Sie sitzen im verkehrten Boot und fahren in die verkehrte Richtung. - Wenn im
Karneval die Narren das Narrenschiff bevölkern, können sie so all denen den Spiegel vorhalten, die das ganze Jahr auf diesem Schiff unterwegs sind. Wie es Sebastian Brant im Narrenschiff von 1495 geschrieben hat: "Die größte
Torheit in der Welt / Ist, dass man ehrt vor Weisheit Geld ... " Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen. Charlie Rivel.
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Johannes bringt mehr als nur eine Erinnerung an die Zeiten der Befreiung und der Gnade. Er kündigt eine neue Zeit der Gnade an als Erfüllung aller vergangenen Zeiten. Der Auszug aus
Ägypten war im Vergleich mit dem, was nun geschehen wird, nur ein Vorzeichen. Nun kommt Gott wahrhaftig. Johannes ist die Stimme des Rufers in der Wüste: Bereitet unserem Gott die richtigen Pfade. Denn der Weg, der bereitet
werden muss, ist nicht mehr ein Wüstenpfad, der innerhalb eines Jahres verwehen kann, sondern ein Weg im Innern des Menschen, der bestehen bleibt. Dieser Weg heißt Bekehrung.
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... die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar", sang Marius Müller-Westernhagen vor dreißig Jahren. Doch das letzte Jahr hat uns drastisch vor Augen geführt, dass Geld eine Illusion ist; eine
mächtige Illusion, weil alle daran glauben. Dagegen lädt uns der Advent ein zur Umkehr, zu einem Perspektivwechsel. Aufsehen, weil unsere Erlösung naht, heißt auch, das allzu Selbstverständliche infrage zu stellen, weiter zu
blicken als auf unsere Füße und den Boden, auf dem wir meinen, sicher zu stehen.
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"Über den Jordan"?
Manchmal wünsche ich mir, ich hätte da gestanden am Jordan - in einer Schlange mit Jesus. Statt dessen geht mein Glaube, mein so neuer Geist manchmal sprichwörtlich "über den Jordan". Was wünsche ich mir sie manchmal,
die ganz erfrischende, neue, reinigende Kraft aus dem Wasser!
Doch kann denn diese Kraft jemals "über den Jordan" gehen? Eigentlich hat meine Taufe die gleiche Qualität wie die Taufe derjenigen, die in einer Reihe mit Jesus getauft wurden. Sie hat
erst recht dieselbe Qualität wie die Taufe derjenigen, die von urchristlichen Zeiten an auf seinen Namen getauft wurden. Würde ich das erkennen, wenn ich meine Taufe und mich selbst als getauften Menschen mit anderen Augen ansähe?
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Warum das Glas leer ist!
Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Zeugnis tiefen Glaubens. Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Sinnbild für die Macht des Gottvertrauens. Vertrauen kann alles, wenn es nur tief ist.
Denn Jesus ist kein Zauberer, der Wasser in Wein verwandelt. Jesus bringt Heil. Doch sein Heil ist nicht die Erfüllung meiner Wünsche. Sein Heil ist ein Vertrauen zu Gott, das
größer ist als meine Vernunft und alle Vernunft. Ich soll bei Jesus nicht zaubern lernen, sondern vertrauen lernen. Das ist schwer genug. Und deshalb ist unser Glas vielleicht manchmal leer. Weil es uns schwerfällt zu vertrauen.
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Weder eine Vision, noch eine Verzückung, noch eine Stimme vom Himmel, auch kein merkwürdiger Traum oder sonst ein Wunderspuk brachte mich auf den Weg des Heils, ich verdanke meine Erleuchtung ganz
einfach der Lektüre eines Buches – eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlichtes Buch, bescheiden wie die Natur, auch natürlich wie diese; ein Buch, das anspruchslos aussieht wie die Sonne, die uns wärmt, wie das Brot,
das uns nährt. Und dieses Buch ist die Bibel. Wer seinen Gott verloren hat, der kann ihn in diesem Buche wiederfinden, und wer ihn nie gekannt, dem weht hier entgegen der Odem des göttlichen Wortes. Bei dieser Lektüre sollte man
die Schuhe ausziehen wie in der Nähe von Heiligtümern.
Heinrich Heine
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Gottvertrauen heißt: Gott vertraut dir,
er traut dir etwas zu. auch wenn du denkst, es ist unmöglich, es übersteigt meine Fähigkeiten, es überschreitet meine Möglichkeiten. – Und du?
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Gottvertrauen heißt: Gottvertrauen. Du vertraust Gott,
weil er dir etwas zutraut. Er lässt dich nicht fallen, er fängt dich auf. So getragen, so gehalten, kannst Du der Halt für andre sein.
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Ein echter Weltverbesserer
Noch so ein Demagoge, so ein unverbesserlicher Weltverbesserer? Einer wie die vielen selbsternannten und professionellen Politpropheten mit ihren düsteren Prognosen vom Untergang des Kapitalismus als
dem Untergang der Welt? Nur so ein Armen- und Witwenvertröster mit billiger Hinhaltetaktik? Ja, er ist Weltverbesserer, aber ein echter, ja, er ist Prophet, aber ein wahrer, ja, er ist Tröster, aber ein aufrichtiger, weil er
selbst gelebt hat, was er fordert. Ihm können wir glauben, ihm können wir trauen, ihm können wir folgen.
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Worauf es ankommt
Der wohl gekleidete Mann im frisch gebügelten Hemd mit der dicken Geldbörse und dem Aktenkoffer macht sicherlich einen weitaus besseren Eindruck als so ein
Jesus-Jünger. Aber Jesus kommt es eben nicht auf den ersten Eindruck an.
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Von guten Mächten treu und still umgeben.
vom 19. Dezember 1943 datiert ein Brief, dessen Beigabe als Kirchenliedtext berühmt werden sollte (es dürfte rund 50 Vertonungen dieses Textes geben).
Dietrich Bonhoeffer war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Er war im KZ Buchenwald und im KZ Flossenbürg und wurde in der Morgendämmerung des 9. April 1945 von den Nazis erhängt.
Er sagte zu seinem Abschied
"Das ist das Ende – für mich Beginn des Lebens
Von guten Mächten treu und still umgeben:
Das Gedicht war ein Gruß an seine Mutter zu ihrem 70. Geburtstag und an seine Verlobte, die an diesem Tag bei Dietrichs Bonhoeffers Eltern verweilte.
Wann immer diese Worte auf Grußkarten und im gottesdienstlichen Lied aufgenommen werden, mag man sich an die Situation erinnern:
Die damit Gegrüßten sitzen unterm Weihnachtsbaum, feierten Geburtstag, dachten an die zwei inhaftierten Söhne Klaus und Dietrich, an die zwei inhaftierten Schwiegersöhne Hans von Dohnany und Rüdiger Schleicher, an die
Tochter Sabine, Dietrichs Zwillingsschwester, die wegen ihres jüdischen Mannes Gerhard Leibholz ins Ausland gegangen war und nun wegen der nationalsozialistichen Diktatur nicht anwesend sein konnte, sowie an den gefallenen
Sohn Walter. Und doch fand Dietrich Bonhoeffer in dieser Situation so tröstliche Worte! Wie aber mag es den Angehörigen gegangen sein, als sie die dritte Strophe oder im fünften Vers:
„Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen" lasen?
Weil einer trägt
Steh auf – wenn du den Boden unter den Füßen verlierst, weil deine Schulden wachsen.
Steh auf – wenn dich Trauer umhaut, weil eine Trennung droht.
Steh auf – wenn die Wut dich erdrückt, weil jemand dich erniedrigt.
Weil einer ist, der dich dann trägt.
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Save Our Souls:
Rette unsere Seelen
Wenn das Gottvertrauen
Über Bord geht und der Glaube
Schiffbruch erleidet.
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Beziehungsnetz
Es gibt ein Sicherheitsnetz für uns Menschen und für diese Welt. Wenn wir bei den Hochseilakten des Lebens abstürzen, dürfen wir darauf vertrauen, aufgefangen zu werden – von einem Netz,
geknüpft aus kleinen Fischen, Symbol für Jesus Christus, gehalten von Menschen, die sich um seine Nachfolge mühen.
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Zum Nachdenken
« Wou zwee oder drei a mengem Numm versammelt sin,do sin ech matzen ennert hinnen »
GOTT wëll Gemeinschaft mat eis Menschen.
Dëse Wonsch vu Gott as op der Freiheet a besonnesch op der Léift opgebaut.
Leider huelen mir Menschen déi gereechten Hand vu Gott net ëmmer un.
Mir versichen dacks eist Schicksal an Geschecker vun der Welt an déi eegen Hand ze huelen.
Missten mir Chrëschen net op dAngebot vu Gott angoen.
Well sein Angebot as, datt eist Liewen gelengen soll
Virun allem as et een Angebot vu Léift a Menschefrendlechkeet.
Well mir Menschen deenen Werter déi Jesus eis viirgeliewt huet net Prioritéit gin.
Well mir dës öfteren an eisem Liewen Gott déi Plaaz net gin déi him zousteet,
as eis Geschicht mat Gott oft eng Liewensgeschicht vun Iirweer, Emweer, a Rebellioun an Onzefriddenheet.
Wann mir nom eigentlichen Senn vum Liewen sichen, dann kommen mir net laanst déi Fro :
Wou komme mir her, a wou gin mir hin ? Des Fro féiert eis ouni Zweifel op Gott hin.
Hei mierken mir datt dWurzelen vun eiser menschlicher Geschicht an der Léift vu Gott ze fannen sin.
JA – zu diesem Tag
Ich will aufbrechen, meine Chancen wahrnehmen, meine Freiheit nutzen, meine Fähigkeiten einsetzen mein Fertigkeiten emtwickeln an die Grenzen vorstossen, Dann in Frage stellen, was ich nicht
verstehe; bekämpfen, was mich hindert; Raum schaffen, das Weite suchen
Max Feigenwinter
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Das Wesentliche kann ich mit noch so vielen Brillen nicht erkennen. Für das Wesentliche darf ich mir die Augen öffnen lassen.
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>> Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es
gewinnen.<<
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Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an, und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man
stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus
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>> Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es
gewinnen.<<
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>> Da entgegnete sie: Selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen
<<<
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>> Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! <<
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>> Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.<<n
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Mit unseren Fähigkeiten ist es wie mit Kindern: Sie brauchen Spielräume, wollen Grenzen antesten, neu anfangen, wenn etwas schief gegangen ist. Nur dann können sie wachsen.
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Nikolaus, komm in unser Haus. Bist du aus Plastik, fliegst du raus. Für Rot und Weiß ist nicht die Zeit, wir wollen dich im Bischofskleid. Versuchst dus an der Hausfassade, ganz
wetterfest – tja, das ist schade: die Leiter und das Lichterspiel sind leider nicht unser Stil. Komm unerkannt, komm still und leise, bring Gaben mit auf deiner Reise, die keiner von uns schenken
kann. Komm als du selbst: als Gottesmann.
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>> Als sie es sahen, erzählten sie,was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in
ihrem Herzen und dachte darüber nach. <<
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Ein guter Anfang
Eigentlich doch logisch, dass die Mutter am Anfang steht. Mütter stehen immer am Anfang. Sie sind guter Hoffnung. Damit beginnt alles: das Leben, der
Tag, das Jahr. Mit der Hoffnung, dass alles gut wird. Die schenkt uns Maria. Weil sie Gott zur Welt bringt:
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Die Urszene der Kirche
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So sind die Gemeinden entstanden, so wächst auch heute immer neu der Glaube an Jesus. Jemand weist auf ihn hin. Einige gehen dem Hinweis nach. Und manche sagen dann schließlich: Ja, dieser Jesus ist
der Messias, der Sohn Gottes, der, an den ich mich halte, an den ich glaube. Eigentlich eine ganz einfache Geschichte – und doch höchst erstaunlich.
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Wegweiser des Lebens
In der Wüste führen Irrwege zum Tod, der richtige Weg ist Über-Lebensaufgabe. Ohne die Kenntnisse eines Wegweisers ist jeder verloren. Doch viele Wegweiser führen dennoch in falsche Richtungen. Gott
lädt uns ein, zu seinem Sohn umzukehren: dem Wegweiser für den Wüstengang unseres Lebens; wir dürfen uns nur ihm anvertrauen.
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Gehöre ich zu Jesus? Will ich überhaupt zu ihm gehören? Oder will ich auch gehen? Diese Fragen lassen sich nicht ein
für allemal beantworten. Immer wieder stellen sie sich neu – ein Leben lang. Immer wieder müssen wir uns für ihn entscheiden. für seinen Anspruch auf unser Leben – im Vertrauen auf seinen Zuspruch.
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Foto: dpa
Die Schärfe der Worte, mit denen Jesus auf seinem Kreuz besteht, trifft Petrus und auch uns. Dann aber stellt sie unseren Blick scharf auf die Kreuze der
Menschen: Kreuze, die wie selbstverständlich getragen werden, Kreuze, die sogar Halt geben, Kreuze, unter denen Menschen zusammenbrechen. Die Kreuze gehören ins Leben. Sie lassen sich nicht wegreden. Jesus traut allen zu, dass
sie ihr Kreuz annehmen können, wie es ihnen angemessen ist.
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12. November 2006
32. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B Markus 12,38-44
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FROMM ist nicht, wenn die Nase in den Himmel hält
FROMM ist, wenn man um Gottes Willen anpackt bei denen, die am Boden liegen.
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Spaß ohne Ende
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Das Gesetz der Erlebnis-Gesellschaft ist banal: Erlaubt ist alles, was Spaß macht. „Spannung, „Thrill und „Power heißen die neuen Götzen. Der wilde Begeisterungstaumel kennt keine Grenzen. Wir
amüsieren uns zu Tode.
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Wer den Weg erkannt hat, hat schon die schwerste Arbeit getan.
Bereitet dem Herrn den Weg, Der Weg entsteht, wenn ihr ihn geht.
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Wer sich auf den Weg begibt, kann wahre Wunder erleben.
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Magier, König oder Astronom
Wer waren die Heiligen Drei Könige? Schon die Frage ist falsch gestellt. Denn von ihrer Zahl verrät das Matthäusevangelium nichts (Mt 2,1-12), geschweige denn ihre Namen. Bezeichnet
werden sie als Sterndeuter. Die Dreizahl wird aus ihren drei Geschenken, Weihrauch, Myrrhe und Gold geschlossen. Doch diese Fragen sind nicht wirklich wichtig. In ihnen erkennen wir die ersten Pilger, die sich von weither
aufgemacht haben, um den Mensch gewordenen Gott anzubeten. Darin können sie uns bis heute Vorbild sein.
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Die Versuchung Jesu zeigt, dass der Glaube nicht nur Gefühlssache und Herzensangelegenheit ist, sondern in hohem Maße auch geistige Auseinandersetzung. Der Heilige Geist ist nicht auf Sparflamme zu
schalten. Er brennt nur ganz oder gar nicht. Un dwenn er brennt, hält nichts stand, was nicht Gottes Willen entspricht.
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Jetzt
ist die Zeit, um Früchte zu tragen, jetzt ist die Zeit, umzukehren, jetzt vergibt Gott uns unsere Schuld, jetzt und nicht erst morgen und nicht erst in einem Jahr und nicht erst nach unserem Tod.
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Selbsterfahrungs- und Meditationspraktiken aus aller Herren Länder liegen im Trend. Nur das naheliegende scheint so fern. Vielleicht, weil die Fastenzeit nicht nur ein Weg zu sich selbst, sondern
auch ein Weg zu Gott ist.
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Seine Schäfchen ins Trockene bringen?
Der gute Hirte beschützt seine Schafe, doch seine Schäfchen bringt er nicht ins Trockene. Im Gegenteil. Der gute Hirte opfert sich, um seine Schafe zu retten. Das klingt paradox, ja absurd, zumindest
ist es unmodern. Und schwer zu glauben. Doch wer sich darauf einlässt, heißt verlässt, kann es erfahren.
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Christ wird man nicht mit dem kategorischen Imperativ: Du sollst Gott lieben, sondern mit dem kategorischen Indikativ: Du bist von Gott geliebt.
Bischof Franz Kamphaus von Limburg
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Wer bist du, Maria?
Das junge Mädchen, das Mutter wird – Maienkönigin – Schutzmantelmadonna – die neue Eva, frei von der Erbsünde – die für uns bittende:
Maria, in welcher Gestalt du uns auch begegnest, du verweist auf den Erlöser, den du zur Welt gebracht hast. Von dir lernen wir, ihn zu erwarten. Und dürfen bekennen: Maria, du bist auch unsere
Mutter – weil Gott dich uns als Begleiterin schenkt.
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Einheit
– gemeinsam leuchten wir heller
Einheit: das Wort ist schnell dahingesagt. Aber wie immer stecken die Schwierigkeiten im Detail; nämlich wie man sie herstellen kann und soll. Oder ob man das überhaupt kann? Doch die Einheit, von
der Jesus spricht, ist keine von Menschen gemachte. Die Einheit der Kinder Gottes kommt von oben, von Gott selber. Jesus bittet seinen Vater um diese Einheit und auch wir dürfen dafür beten. Wenn wir es gemeinsam tun, leuchtet
unser Licht schon etwas heller.
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Rückblick
Jesus aber sagte zur Kirche: Geh meinen Weg! Die aber erwiderte: Aber ich muss noch so viel bearbeiten, was von gestern liegen geblieben ist. Jesus wandte sich achselzuckend und traurig ab: Wenn du immer nach hinten guckst,
gewinnst du heute keinen für morgen dazu.
Foto: Bilderberg
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Heimsuchung
Zwei Frauen, die sich suchen, um zu verstehen, was mit ihnen geschieht. Elisabet, die alte, die nach Jahren der Resignation plötzlich guter Hoffnung ist. Maria, die junge, deren Kind nicht von dieser Welt ist. Wer sich auf so
viel Neues einlassen muss, braucht die Nähe und den Rat der anderen. Da ist kein Weg zu weit.
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Ein Kind wird gequält
Schau nicht hin, sagt die Bequemlichkeit.
Schau hin, sagt die Nächstenliebe.
Misch dich nicht ein, sagt die Angst.
Misch dich ein, sagt die Zivilcourage.
Es ist nicht deine Sache, sagt die Feigheit.
Es ist deine und meine Sache, sagt Jesus.
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Kirche macht mobil
Vier Räder und 61 Pferdestärken statt zwei Füße und ein Wanderstab: Mag sein, dass die moderne Aussendung weiter kommt als noch vor 2000 Jahren. Ob sie auch weiterkommt, das allerdings entscheidet
die Glaub-Würdigkeit!
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Vom lieben Christenmenschen
Wir sind als Christen wohlbekannt dafür, dass wir so tolerant. Denn jede Meinung ist uns recht, wer anders denkt, ist ja nicht schlecht. Wir nennen gern uns demokratisch, auf keinen
Fall sind wir fanatisch. Wir sind doch lieb und auch bereit, zu vergeben allezeit. Warum nur will das niemand merken an allen unsern guten Werken? Die Antwort ist: Was Jesus will, das ist ein wenig mehr
Profil! Wir sollen Gottes Wort verkünden, es soll in allen Herzen zünden! Und die Moral von der Geschicht: Verwässern wir den Glauben nicht!
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"Urlaub" kommt von "erlauben". Gott selbst erlaubt, ja gebietet uns Freiraum: mindestens einmal pro Woche, mindestens einmal pro Jahr. Denn Ruhe ist ein Segen. Er selbst
"ruhte am siebten Tag" und "sah, dass alles gut war". Die dankbare Weltsicht ist sein Geschenk.
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Gottes Liebe kennt kein Maß
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und neunundneunzig davon verliert, lässt er dann nicht das eine Schaf in der Steppe zurück und geht den verlorenen nach, bis er sie findet.
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30. September 2007
26. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C Lukas 16,19-31
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>>Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst
leiden.<<
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07. Oktober 2007
27. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C Lukas 17,5-10
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Kontrast leben
Das Senfkorn ist mini, das kleinste unter allen Samenkörnern. Der Stamm des Maulbeerbaums hingegen erreicht zehn Meter Umfang. Setzt auf den Kontrast, provoziert Jesus die Jünger. Eure kleinste
Begabung, euer unbedeutenster Versuch, eure nagendste Hoffnung wird groß – wenn ihr sie nur im Glauben an Gott mutig umsetzt.
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Der um sich selber kreist, nur sich, nicht den anderen sieht, sondert sich ab wie ein Aussätziger und ist dennoch anerkannt, angenommen von seinesgleichen.
Der auf den anderen zugeht, den Nächsten und sich selber sieht, wird ein Mitmensch sein und wird ausgesondert wie ein Aussätziger, denn seine Dankbarkeit wird nicht anerkannt.
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Kollekte
Der liturgische Ursprung der Kollekte ist das Teilen. Wenigstens in der gottesdienlichen Gemeindeversammlung sollten alle satt werden, auch die Armen. Aus diesem Grund fand zusammen
mit der Eucharistie die Agape statt: Jeder brachte mit, was er hatte und vom Überfluss der Reichen lebten die Armen. Die Absicht der Kollekte ist die Gleiche: Von dem, was man übrig hat, denen zu geben, die weniger haben. Wenn
Christen sich hier nicht etwas zumuten und zutrauen, dann sind die Kinder dieser Welt im Umgang mit ihresgleichen tatsächlich klüger als die Kinder des Lichts.
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Das Christentum ist keine Wellness-Religion. Vor einiger Zeit gab es mal ein Werbeplakat für ein Buch des Dalai-Lama mit der Schlagzeile: Glücksregeln für den Alltag. Das wollen alle. Doch das
Christentum kann damit nicht dienen. Dieser Erwartungshaltung und den daraus resultierenden Enttäuschungen müssen wir uns als Christen stellen. Denn Jesus spricht von Festnahmen und verfolgung, von Hass und Tod für seine Jünger.
Und auch wenn wir hier nicht verfolgt werden,: Es gibt kein Glück und keine Erlösung ohne das Kreuz. Doch der, der durch Kreuz und Tod zum neuen Leben der Auferstehung schreitet, verheißt uns den Beistand seines Geistes und
verspricht: Wer standhaft bleibt, wird das Leben gewinnen!
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Der, der vorangeht, tritt zurück
Heute steht zunächst nicht Jesus im Mittelpunkt des geschehens, sondern Johannes der Täufer: ein gewaltiger Prediger, ein prophet, um den sich die Menschen scharen, die auf Veränderungen hoffen. Zu
ihm strömen die menschen, um sich im Wasser untertauchen zu lassen, damit ein neuer Mensch aus den Fluten auftaucht. Kein Weiß-Wasch-Bad, sondern ein Bad der Umkehr, der Buße, um mit Gott ins Reine zu kommen. So imposant tritt
Johannes auf, dass die Menschen vermuten, er selbst sei vielleicht der Messias. Doch der Täufer weiß es besser. Er kann den Menschen nicht den Himmel öffnen, seine Fähigkeiten sind bescheidener. Er ist der Wegweiser, der selbst
auf den wartet, auf den er zeigt.
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Ich möchte dir dienen, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte dich finden, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte dich lieben, und ich finde den Weg
nicht.
Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche. Ich suche dich, und ich finde dich nicht; komm zu mir, mein Jesus. Ich werde dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein
Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus. Jesus sei mir Jesus.
Philipp Neri
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Sie gehören dazu
Unsere Kirche ist weitgehend eine Kirche der bürgerlichen Mitte. Arme, Obdachlose, an den Rand Gedrängte sind hier selten zu hause. Die Seligpreisungen lehren uns anderes: Die vor den Toren der
Kirchen betteln, gehören hinein, gehören dazu.
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Sie gehören dazu
Unsere Kirche ist weitgehend eine Kirche der bürgerlichen Mitte. Arme, Obdachlose, an den Rand Gedrängte sind hier selten zu hause. Die Seligpreisungen lehren uns anderes: Die vor den Toren der
Kirchen betteln, gehören hinein, gehören dazu.
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Ich weiß gut um die Dunkelheiten in meinem Leben. Manchmal nehmen sie mich so gefangen, dass mir der klare Blick verlorengeht. Der klare Blick, den ich brauche, um mich zu orientieren, um Sicherheit
zu gewinnen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Dann leuchtet Christus mit seinem Licht manche dunkle Ecke aus. Vertreibt Angst, beflügelt Entscheidungen, hilft zur Gelassenheit. Sein Licht macht mich zum Teil
einer neuen Realität.
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Brunnen- erinnerung
Das Weihwasser in der Kirche erinnert uns an die eigene Taufe – als wir Jesus als Leben spendendes Wasser empfangen haben. Es erinnert uns daran, dass wir alle Dürstende sind, die nicht nur
Wasser brauchen, sondern auch Liebe, Anerkennung, Erfüllung und Heil. es erinnert uns daran, dass Jesus der geistige Brunnen ist, der uns so mit Lebenskraft erfüllt, dass wir selber zu einer geistigen Quelle werden, die anderen
Menschen Kraft und Weisung gibt.
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Die sieben Gaben des Heiligen Geistes
Du Siebengestaltiger in der Gabe, du Finger der rechten Hand Gottes, der du nach heiligem Brauch die Kehlen mit zugesagter Redegabe des Vaters bereicherst, dichtete der Mönch und Bischof Hrabanus
Maurus in seinem Pfingsthymnus Veni creator spiritus (Komm Schöpfer Geist). Daruaf basierend entstand die Lehre von den sieben Geistesgaben des Heiligen Geistes. Doch die wichtigste Gabe ist der Geist selbst, die Gegenwart Gottes
beim Menschen, die Gegenwart des Gebers aller Gaben bei uns.
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Fronleichnam und die Eucharistie
Seit über 700 Jahren feiert die Kirche das Fronleichnamfest. In einer Zeit, in der es verpönt war, den Leib Christi auch wirklich zu empfangen, war das Anschauen der Hostie die wichtigste Form, wie
Christen die Eucharistie in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen konnten. Erst das 20. Jahrhundert begann wieder, Jesus Christus beim Wort zu nehmen, wenn er sagt; Nehmt und esst. Nicht der Blick auf die Hostie steht im Zentrum
unseres Glaubens, sondern die leibliche, die spürbare Vereinigung mit Christus. Das Fronleichnamsfest führt zur Eucharistie hin. Die Prozession mit dem Leib Christi soll unsere Sehnsucht wecken, mit Jesus Christus eins zu werden,
ihm zu begegnen, ihn bei uns und in uns aufzunehmen, uns von ihm nähren zu lassen – oder mit einem einfachen, aber großen Wort gesagt: ihn zu lieben.
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Ist doch gar nicht so schwer.
Wer Gottes Gebote hält, liebt ihn.
Wer ihn liebt, liebt die Menschen.
Wer liebt, hält also auch Gottes Gebote – ohne Vorbehalte, ohne Ängste, ohne Aufhebens.
Ganz einfach.
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Christen-Domino
Wenn alles umkippt, standhaft bleiben: Ja sagen, wenn alles Nein sagt, aufstehen, wenn alles Egal sagt, auf dem Boden bleiben, wenn alles abhebt, glauben, wenn alles beliebig ist, weil
siegt, wer Gottes Wort treu bleibt.
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Worauf wartest du noch?!
Stell dir vor, du wirst geliebt – und du kannst dich nicht ausstehen. Stell dir vor, es ist Friede – und du streitest um dein gutes Recht. Stell dir vor, das Reich Gottes ist
da – doch du siehst nur deine kleine Welt. Stell dir vor, du hast was zu sagen, und deine Stimme versagt. Stell dir vor: Manchmal sind wir nur einen Herzschlag von der Liebe entfernt, nur einen
Handschlag vom Frieden, nur einen Augenblick vom Reich Gottes, nur ein Wort von der Wahrheit. .
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Kleiner Ratschlag für Fans
Seine Freude in der Freude des anderen zu finden, ist das Geheimnis des Glücks..
Georges Bernanos
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Was schwerer wiegt
Die Lasten des täglichen Lebens werde leichter, wenn wir sie Jesus anvertrauen. Er, der seine Liebe und sein Leben in die Waagschale geworfen hat und wirft, empfängt uns mit offenen Armen.
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Mit ganzem Einsatz
In den Gleichnissen vom Schatz im Acker und von der Perle handeln Bauer und Kaufmann mit vollem Einsatz. Sie verkaufen alles, was sie besitzen, um an das Ziel zu gelangen. Zweierlei lese ich daraus:
Das Ziel ist den vollen Einsatz wert und - ich erreiche es nur mit vollem Einsatz. Für das Himmelreich kann kein Weg zu schwierig, kein Einsatz zu groß sein.
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Ich habe gehört, dass Gott die guten Taten der Menschen immer sofort aufschreibt. Die schlimmen Taten aber erst am Abend, damit die Leute noch Zeit haben zu bereuen und ihr Tun zu ändern.
Quelle: unbekannt
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Stellt euch dem Wunder zur Verfügung!
So wenig für so viele! Wie soll das geschehen? Die Brotvermehrung Jesu weist uns einen Weg: Bevor das Viele alle satt macht, muss das Wenige ans Licht. Was ist uns anvertraut worden? Was bunkern wir
in unseren Provianttaschen? Das Evangelium lädt uns ein: Seid nicht knauserich und rückt heraus mit dem Brot und dem Fisch! Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle satt! Das ist keine platte moralische Dienstanweisung,
sondern die Bitte des Herrn, unser Weniges unter den Segen Gottes zu stellen! Geben wir seiner Gnade eine Chance!
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Entdecke die Stimme der Stille
Nicht in Feuer und Erdbeben, nicht in Rauch und Donner, nicht im Event und im großen Getöse, in der Stille begegnet Elija Gott. Gnade ist Gottes lautlose Zuneigung
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Zur Versöhnung öffnen
Zeige mit einem Finger auf einen anderen, so zeigen drei deiner Finger auf dich selbst.
Öffne die Hand zur Versöhnung, so gibt sich eine andere Hand hinein im Vertrauen auf dich!
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Daumen drauf
Jedesmal, wenn wir einen Menschen in den Staub drücken, weil wir ihm zeigen, wie schlecht er ist, beschmutzen wir uns selber.
Denn es ist kein Zeichen von Größe, jemanden klein zu machen.
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Unglaubliche Wendung
Gott hat den Menschen seine Schöpfung anvertraut. Wie die Winzer in der Geschichte arbeiteten sie
hart, dass der Weinberg Früchte trug, aber manchmal haben sie vergessen, dass ein Teil ihres Weinbergsnicht ihnen gehört, sondern unverfügbar ist, weil er Gott gehört. Doch Gott verscheucht sie nicht aus seiner Schöpfung.
Im Gegenteil: Gott vertraut den Menschen seinen Sohn an, aber sie töten ihn. Und nun? Die Wendung ist unglaublich: Jesu Blut ist für uns zum Kelch des Heiles geworden. Sein Tod und seine Auferstehung werden uns erst zur Brücke zu
Gott..
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Eine Geschichte zum Himmelreich
Ob du dem Gottesdienst andächtig gefolgt bist oder unaufmerksam warst, ob du in der zurückliegenden Woche auf Gottes Wort gehört hast oder den eigenen Interessen gefolgt bist, ob du arm oder reich,
schön oder hässlich bist, ob du dreimal am Tag den Rosenkranz oder gar nicht betest ...
... in der Eucharistie legt sich Gott in deine Hand. er selbst ist die Währung, mit der wir entlohnt werden. Denn du hast dich aufgemacht zu ihm, du hast dich von Gott anwerben
lassen für sein Reich. Du empfängst deinen Lohn, indem du Gott empfängst.
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Auch wir erfuhren Kirchweihe in Taufe und Firmung. Darum dürfen wir groß von uns denken. Und sollen um unsere Gefährdung wissen, die Rumpelkammer in mir und all den Lärm in mir wie in einem Kaufhof,
das fromme Drumherum, den bloßen Fassadenglanz, die Versuchung, die innere Leere mit allem Möglichen zu füllen. Wir sind Gottes Bau, vielleicht eine lebenslange Baustelle, an der Er arbeitet. Gerade am Sonntag arbeitet Gott wie
ein Bauarbeiter in uns. Denn der Glaube kann – zunächst unmerkliche – Risse bekommen. Der göttliche Baumeister bessert manches Trümmerhafte aus, Christus fegt mich aus. Diese Renovierung und Aufrichtung tut uns gut.
Kurt Josef Wecker
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So könnte das Gericht sein
Ich male mir aus, was es heißt, wenn ich mich verantworten muss. Wie würde ich dastehen, wenn mein ganzes Leben im Licht dasteht. Wie viele dunkle Punkte gibt es in meinem Leben,
für die ich mich schäme. Voller Scham dazustehen und die Bilanz meines Lebens zu sehen, das könnte die Hölle sein. Ja, Scham, die kann schlimmer sein als Schuld. Schuld lässt sich durch Vergebung ausradieren, doch was geschieht
mit der Scham, wenn sich nichts mehr ändern lässt? Himmel und Hölle, das können mir Bilder sein für den Ernst der Frage: Was hast du gemacht aus deinem Leben?
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Jeder ist wichtig
Im Evangelium ist der mit den zehn Talenten nicht bedeutender als der mit einem Talent. Wichtig ist, was jeder aus seinem Talent macht. Und da sind die an den Schalthebeln nicht
wichtiger als die sogenannten Rädchen im Getriebe. Ihre Arbeit verdient die gleiche Anerkennung. Wenn alle nur an den Schalthebeln sitzen möchten, können sie noch so viele Knöpfe drücken, ohne die vielen Zahnräder bewegt sich
nichts, Dehalb ist das Evangelium von den Talenten auch ein Plädoyer für die, die oft niemand sieht und die man erst bemerkt, wenn sie fehlen. Beispiel Gemeindefest: Da gibt es die, welche das erste Fass anstechen und die
Begrüßungsrede halten. Doch was hilft ein Fassnastich, wenn niemand die Gläser spült und wie lächerlich wirken Begrüßungsworte, wenn am Abend zuvor niemand die Stände aufgebaut hat.
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Gott kommt anders
Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott, der Herr, kommt mit Macht, heisst es in der ersten Lesung beim Prophetetn Jesaja. Und Jesaja hat Recht. Alle Jahre wieder feiern wir das Kommen
des Herrn. Aber Gott kommt anders. Damals in Bethlehem und heute: einfach, arm, menschlich. Der Weg, den wir ihm bereiten sollen, ist der Weg zu unserem Herzen, ist der Weg der Liebe.
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Der Wegbereiter
Johannes ist ein Vorläufer, eine undankbare Aufgabe. Weil alle auf den anderen warten, bleibt seine Botschaft, sein Handeln, sein
Lebensschicksal seltsam wirkungslos. Dabei hat er damals Massen angezogen, hat provoziert und herausgefordert. Für mich gehört Johannes der Täufer in den Advent. Weil er Zeugnis vom Licht
ablegt und in mir die Sehnsucht nährt. Mit ihm warte und hoffe ich, mit ihm schaue ich auf und freue mich.
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Ein Richter, der rettet
Wir erwarten Jesu Kommen am Ende der Zeiten als Richter, jedoch als ein Richter, der uns durch sein Leiden und Tod schon gerettet hat. So ist es dargestellt über einem Portal des
Martinsmünsters im elsässischen Colmar. Der mit Dornen gekrönte, dessen Seite durchstochen ist, kommt mit einladender Geste. eingerahmt von den vier Symbolen der Evangelisten: Mensch, Adler, Stier und Löwe. Jesus verweist uns auf
sein Wort, auf das wir vertrauen dürfen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
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Das Wort des Anfangs
Gott hat sein Wort in die Welt gesagt – es ist das Leben selbst, das unter uns lebendig wird. Das Wort zeugt Leben in uns, weil es das heilige und heilende Wort Gottes ist. Und es wird durch
unser Handeln nach ihm wieder zum Leben geboren (Wolfgang Trilling)
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Lebenswenden
Umkehr hinterlässt Spuren: Denn nur, wer gewohnte Bahnen verlässt, gewinnt eine neue Blickrichtung
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An(ge)dacht
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Leben im Jetzt.
Ein Jahr hinter uns. Ein Jahr vor uns. Das ist die Perspektive des neuen Jahres. Das ist unsere Perspektive. Auch im März, Juni oder September. Die Zeit hinter uns. Die Zeit vor uns. Immer im
Blick: Oben und unten der Sanduhr. Die Zeit eine diffuse Menge von Sandkörner
Was aus dem Blick gerät: Die kleine Mitte dazwischen, die einzelnen Sandkörner, die von oben nach unten rieseln. Die Gegenwart. Wir laufen Gefahr, das was aus dem Blick gerät, zu verpassen. Zwischen
gestern und morgen – kein heute?
Jesus – so glaube ich – war ein Mensch der Gegenwart. Sorgt euch nicht um morgen, sagt er uns. Und der Ehebrecherin eröffnet er eine neue Perspektive für das Jetzt: Ich verurteile dich nicht. Geh
und sündige von jetzt an nicht mehr.
Nicht was war, nicht was sein wird, ist das Wichtigste, sondern das, was jetzt ist.
Leben im Jetzt.
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Wenn wir Heilung erfahren ...
... ist nicht alles wie früher. Etwas Entscheidenes ist anders. Wir erleben, dass der Himmel die Erde berührt. Im Evangelium ist dem Aussätzigen Gott begegnet. Und der hat ihn geheilt. Und der
Geheilte kann nicht einfach da weitermachen, wo er aufgehört hat. Er sieht jetzt klarer, was im Leben zählt. Und er muss davon erzählen, auch wenn ihm gesagt wurde, er möge es für sich behalten. Er will es aber nicht für sich
behalten, will die Nähe Gottes, die er gespürt hat, nicht als Privateigentum betrachten. Er will sie teilen mit anderen. Und so wird er zum Prediger. Er predigt die Liebe Gottes, die in Jesus Gestalt gewonnen hat. Der Geheilte
wird zum Verkünder. wenn wir Heilung erfahren ...
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Warum hat Jesus nicht alle Kranken geheilt?
Diese Frage, so verständlich sie auch ist, verkennt Jesus. Denn er ist der Heiland und nicht nur ein Heiler. Die eigentliche Heilung besteht nicht im Gesundmachen, sondern darin, dass alle Menschen
die Botschaft vom Reich Gottes erfahren und durch sie heil werden. Die Wunder dienen dazu, die Menschen für das Wort Gottes zu öffnen. Deshalb zieht Jesus an einen anderen Ort weiter,
... damit ich auch dort predige, denn dazu bin ich gekommen.
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Das Narrenschiff hat ein Ziel. Es sticht in See, um den Hafen fastenzeit zu erreichen. Um das nicht zu vergessen, verweisen auch die verschiedenen Bezeichnungen für die tollen Tage darauf hin: Das
Wort Karneval hat sich im Spätmittelalter aus dem lateinischen Carne vale entwickelt, was so viel bedeutet wie Fleisch (eslust) ade!. In Deutschland ist das Wort Karneval erstmals für 1699 belegt. Die Begriffe Fasching und
Fastnacht sind deutlich älter. Fasching geht auf das mittelhochdeutsche vastchanc zurück, das den Ausschank vor dem Fasten bezeichnet. Das Wort Fastnacht kommt von vastennacht und meint die Nacht vor dem Fasten. Bei allen
Bezeichnungen gilt: Wer Karneval feiert kommt am Fasten nicht vorbei.
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Mensch, werde wesentlich.
(Angelus Silesius)
Die Fastenzeit ist eine karge Wüstenzeit, die mich auf das Allernötigste – nein: den Allernötigsten – stößt: eine geistliche Reduktions- und Konzentrationsübung, ein Wandlungsweg, den wir
gehen müssen. Der Jesuit Alfred Delp schreibt: „Die Wüste gehört dazu. Allein und schutzlos den Winden und Wettern, dem Tag und der Nacht preisgegeben. Und dem schweigenden Gott. Die Wüsten müssen bestanden werden.
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Pack mit an !!!
Ich weiss nicht, wozu Gott Sie besonders ruft, aber ich weiss sehr gut, wozu er alle Christen aufruft, Männer und Frauen, Priester und Laien, Ledige und Verheiratete: Apostel zu sein, Apostel durch das
Beispiel, durch Güte, durch wohltuende Begegnung, durch herzliche Zuneigung, die gegenliebe weckt und zu Gott führt, stets Apostel, der allen alles sein will, um alle zu Jesus zu führen.
Charles de Foucauld
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19. November 2006
33. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B Markus 13,24-32
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In jenen Tagen, nach der Drangsal, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Mächte des Himmels
erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen sehen.
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Es wird ein …
… Gericht geben. Es muss ein Gericht geben, damit all das, was falsch ist, in Ordnung kommt. Ich weiß nicht, wie es sein wird, doch ich glaube, es wird anders sein, als wir
bei dem Wort „Gericht erwarten. Denn Jesus ist ein Richter, der rettet. Der uns schon gerettet hat, weil er sich von uns richten ließ.
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1. Mai. – Josef, der Arbeiter
Papst Pius XII. verkündete 1955 den 1. Mai als Fest für Josef, den Arbeiter. In der Person des Josef wird die hohe Wertschätzung für den Wert der menschlichen Arbeit gewürdigt.
Josef, der ohne irgendein Aufheben um sich zu machen, einfach da ist und mit seiner Hände Arbeit seine Familie ernährt.
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Das Bild des Hirten
Es ist uns fern und spricht uns doch an. Merkwürdig und widersprüchlich, aber wahr: Gerade wir aufgeklärten, erwachsenen Menschen sehnen uns gelegentlich nach einem Hirten, der uns
schützt und liebt und für uns sorgt. Der uns die Last der Freiheit leichter macht. Dem wir folgen und dem wir unser Leben anvertrauen können. Auch wenn wir keine Kinder mehr sind, bleiben wir – Gott sei Dank –
Gotteskinder. Und können Verantwortung abgeben an jemanden, der das Ganze der Welt und unseres Lebens im Blick hat. Der größer ist als wir selbst. Und das kann unser Leben unendlich leicht machen.
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Der christliche Glaube beinhaltet die Freiheit, vielleicht sogar die Pflicht, nicht alle Selbstverständlichkeiten und Banalitäten der Konsum- und Freizeitkultur mitzumachen. Christen dürfen nicht aus
der Welt fliehen, aber sie dürfen auch nicht in ihr aufgehen. Der Dichter Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau schrieb vor rund 350 Jahren: "Komm, Seele, komm, und lerne weiter schauen, als sich erstreckt der Zirkel dieser
Welt! Streich ab von dir derselben kurzen Prangen, halt ihre Lust für eine schwere Last: So wirst du leicht in diesen Port gelangen, da Ewigkeit und Schönheit sich umfasst."
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Wir brauchen ihn
Wir sind auf Jesus angewiesen. Rebe sein ohne Weinstock, das geht nicht. Christ sein ohne Jesus, das geht auch nicht. Das ist eigentlich klar; es wird aber oft vergessen. Anständig und ehrlich leben kann ich schließlich auch
ohne Jesus. Doch Jesus hat sich nicht darauf beschränkt, anständig und ehrlich zu leben. Jesus hat sich denen zugewandt, die nicht anständig und ehrlich leben konnten oder wollten. Er hat sie eingeladen, zurückzukehren in die
Gemeinschaft mit anderen Menschen und in die Gemeinschaft mit Gott. Jesus ist zu denen gegangen, die selber nicht mehr glauben konnten oder wollten, dass Gott für sie da sein will. Jesus lädt uns ein, uns nicht damit zu begnügen,
nur ein anständiger und ehrlicher Mensch zu sein. Er traut uns zu, mit ihm zusammen mehr zu sein.
nach Michael Steinmeyer
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Jesus - ein Mensch wie Brot
"Dies Brot - mein Leib". Wichtig wie Brot war Jesus den Menschen geworden, die mit ihm zogen. Wie Nahrung waren die Werte, die er ansprach und lebte, die Gemeinschaft, die er vermittelte,
die Heilungen, die sie sahen, die Annahme der Problembeladenen durch ihn ohne jeden Vorbehalt. Wichtig wie Brot kann Jesus heute für uns sein, wenn wir ihn in unser Leben lassen, unser Leben mit allen Ängsten, Bitten und Wünschen
mit ihm teilen.
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Wie dieses Bild ...
... so kann manchmal unser Leben sein: durcheinander, unübersichtlich, keine Spur von Gott zu entdecken. Und ich weiß nicht im Vornhinein, ob ich einen Glauben habe, der den Stürmen, denen mein Leben
ausgesetzt ist, standhält. Das wird sich erweisen. In den Gefahren selber. Aber ich weiß, dass ich auf der Fahrt durch mein Leben einen Begleiter an meiner Seite habe, der zu mir sagt: Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir alle
Tage bis an der Welt Ende. Dem darf ich Glauben schenken.
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Worauf es ankommt
Hauptsache, es wird gesät. Hauptsache, Liebe und Gerechtigkeit werden ausgestreut wie Samen. Mehr müssen wir nicht tun. Die ernte kommt dann fast von alleine, dafür garantiert Gott. Darum gleich
heute wieder frisch ans Liebeswerk, in Gottes Namen. Dann ist bald Erntezeit. Liebe nämlich vermehrt sich wie von alleine.
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Glaube
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
Dietrich Bonhoeffer
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Kein Spaziergang
Aussendung ist alles andere als ein Spaziergang:
Es geht nicht um Kilometer und weite Strecken – es geht um die Nähe: Gottes Nahe.
Es geht nicht um Orden, Nadeln und Trophäen – es geht um das Wort: Gottes Wort.
Es geht um mehr als Geselligkeit und Weinseligkeit – es geht um die Seele: Jede Menschenseele, der Gott in seinem Wort nah sein will
Es geht um das Leben.
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Schwer zu verstehen, leicht zu leben
Der Gesprächskreis von Kommunionkindern und ihren Eltern ist "multikulti" zusammengesetzt. Ein vietnamesi-scher Junge hat Mutter und Tante neben sich, die beide wesentlich
schlechter Deutsch sprechen als er selbst. Auf der anderen Seite sitzt eine afrikanische Mutter mit dem Kommunionkind. Der Pastor widmet sich dem wichti-gen Anliegen, zu erklären, was mit dem Brot bei der Wandlung geschieht -
erst kindgerecht, dann für die Erwach-senen mit gesteigertem Schwierigkeitsgrad: Er legt die Transsubstantiations- lehre des Thomas von Aquin dar, die sich auf Aristoteles stützt. Die wesentlichen Eigenschaften von Brot und Wein,
die "Substanzen", werden durch diejenigen des Leibes und Blutes Jesu ersetzt, doch Brot und Wein behalten ihre äußerlichen Merkmale, die "Ak-zidenzen". Christus ist darin leibhaftig gegenwärtig, wenn auch
unsichtbar. Der vietnamesische Junge traut sich zu sagen, was alle denken: "Nun bin ich aber ein bisschen müde geworden." Der Priester reagiert verständnisvoll: "Ihr müsst euch nur merken: Wenn wir von diesem Brot
gemeinsam essen, sind wir alle gleich." Da lächelt die afrikanische Mutter in die Runde: "Alle gleich."
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Jairus = Gott wird erwecken
Eine der Hauptpersonen des Evangeliums von der Erweckung der Tochter des Jairus – der ihr auch seinen Namen gegeben hat – ist auf diesem Elfenbeinrelief nicht abgebildet. Dabei lohnt es
sich, über ihn intensiv nachzudenken, denn er kann uns in den Krisen des Lebens zum Vorbild werden. Als seine Tochter im Sterben liegt, resigniert er nicht, sondern macht sich auf den Weg zu dem, von dem er sich allein noch
Rettung erhofft. Und Jesus kommt mit, doch er wird aufgehalten. Dennoch bleibt Jairus dran, selbst als der Tod schon längst gesiegt hat, als alle Bitten erfolglos geworden sind, weicht er Jesus nicht von der Seite. Und so sieht
er mit eigenen Augen, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Wer dem Leben traut, wird erleben, wie das Leben siegt.
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Ist das nicht ...
Ist das nicht der Zimmermann? Und der soll jetzt Wunder tun können? Ist das nicht die Teresa aus dem Nachbardorf? Und die soll jetzt unseren Kindern etwas beibringen? Ist das nicht der brave Mike?
Und der soll Amok gelaufen sein? Ist das nicht der Robert? Und der will jetzt eine Gesangskarriere starten? Ist das nicht die Tochter des Schulleiters? Und die soll jetzt Drogen nehmen? Ist das nicht die Lotte, deren Mann letztes
Jahr gestorben ist? Und die soll jetzt unsere Gemeinde leiten? – Wer alles passt denn nicht in unsere Schubladen?.
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Öffnet euch!
Stumm – weil ihm keiner zuhört. Taub – weil keiner mit ihm redet.
Effata – Öffnet euch – das Wort Jesu aus dem Evangelium richtet sich nicht an den Taubstummen, sondern an die, die blind sind für seine Isoliertheit. Effata –
Öffnet eure Augen und euer Herz – ein Wunder, das ihr vollbringen könnt.
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Wer der erste sein will, soll der letzte von Allen und der Diener Aller sein.
Auf der einen Seite: Kinder, die Steine klopfen für unsere Grabsteine, die Schuhe putzen, die Teppiche knüpfen für unsere gute Stube.
Auf der anderen Seite: die Erfolg- und Einflussreichen, mit dem Köfferchen voller Geld oder wichtiger Papiere, die, die sich zu kleiden und zu benehmen wissen.
Welche Seite die Erste ist und welche die Letzte, wagt kaum einer ernsthaft zu fragen.
Doch Jesus stellt die menschliche Rechnung auf den Kopf. Er stellt klar: Im Reich Gottes zählt nicht die Größe und Rangordnung. Wichtig ist nur, zur großen Schar der Kinder Gottes
zu gehören. Und wer gehört dazu? „ Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf… Und ein Kind aufzunehmen, heißt dienen. Heißt, am heutigen Weltkindertag zum Beispiel auch zu protestieren gegen
Ausbeutung und beim Kauf von Produkten auf gerechte Arbeitsbedingungen ohne Kinderarbeit zu achten.
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Für wen hältst du mich?
Bei der Frage Jesu geht es nicht um eine Meinung. Es geht um Begegnung. Distanz ist nicht mehr möglich. Darum höre ich die Frage Jesu auch an mich: Was sagst denn du, wer ich bin?
Bei dieser Frage spricht Jesus mich konkret an. Ich höre in seiner Frage eine Botschaft an mich: Lass mich an dich heran! Komm mir nahe! Es geht nicht um ein Bild von Jesus, sondern um die Begegnung mit ihm. Und es wird klar: Es
gibt nicht mehr die vielen Antworten. Es gibt nur eine. Eine persönliche.
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Dennoch: Frohe Botschaft
Für Gott ist alles möglich. Dieser Satz Jesu aus dem Evangelium vom reichen Jüngling soll uns nicht die heilige Unruhe nehmen, die uns vor dem heutigen Evangelium befällt. Wir
können nun einmal nicht Gott und dem Mammon dienen; der Tanz ums Goldene Kalb führt nicht ins Himmelreich. Aber wir sollen auch nicht resignieren. Die Botschaft von einem Gott, dem alles möglich ist, auch die Rettung derer, die
jetzt von ihrem Besitz nicht lassen können, ist in jedem Fall eine Frohe Botschaft.
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Eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell, heißt es im alttestamentlichen Buch Kohelet (4,12). Und wie die Bänder einer dreifachen Schnur ineinander verflochten sind, so möchte
sich Jesus Christus hineinverflechten in unsere Ehe. Indem er der Dritte im Bunde ist, segnet Gott unsere Zweisamkeit. Und wie eine Schnur, die aus drei Bändern geflochten ist, stärker ist als eine aus zweien, so ist es auch eine
Ehe, die in Christus Geborgenheit und Orientierung findet.
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Der Glaube heilt, nicht das Wunder
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Davon erzählt Lukas gerne. Da sitzt ein Blinder am Straßenrand. Er hat gehört, dass Jesus vorbeikommt. Als es soweit ist, schreit Bartimäus aus Leibeskräften: Jesus, erbarme dich mein! Das finden
andere lästig und wollen ihm verordnen, er solle gefälligst schweigen. Da schreit der Blinde noch vielmehr: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir. Jesus heilt den Blinden. Und sagt dabei deutlich: Dein Glaube hat dir geholfen. Man
kann also gar nicht genug schreien oder im Stillen zu Gott flehen. Irgendwann erbarmt sich der Herr. Er will nur wissen, ob das Vertrauen zu ihm groß genug ist. Nein, er will mich nicht prüfen. Aber er will wissen, ob ich es
ernst meine mit ihm. Also zeigen wir Gott unser Vertrauen. Ohne Unterlass. Er wird sich unser erbarmen.
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Dann sehen und hören wir die Liebe selber. Das ist so bei den Seligpreisungen. Das sind Sätze wie mitten aus dem Himmel gesprochen; und zwar so gesprochen, empfunden und gedacht, dass der Himmel jetzt schon da ist.
In diesem Augenblick ist er da, wo ein Mensch einem anderen sagt: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Die Seligpreisungen heben für einen Moment Raum und Zeit auf. Nichts trennt uns mehr vom Himmel, nichts lässt uns mehr alleine zurück in einer Welt, die aus den Fugen geht. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes
Kinder heißen.
Dieser Zuspruch vollzieht schon den Inhalt. In dem einen Moment, in dem ich Frieden stifte im Namen Gottes, der unser Friede ist, ruht auf uns, in mir und den anderen der Himmel Gottes; das Reich, das nicht von dieser Welt ist.
Manchmal können wir Jesus mitten ins Herz schauen.
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"Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich so ähnlich, dass sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind", sagte Heinrich Heine vor
über 150 jahren. Und viele von uns werden Beispiele kennen, die zeigen, dass jesu Warnung vor den heuchlerischen Pharisäern nichts an Aktualität eingebüßt hat. Eine Warnung, die nicht immer nur die anderen meint: "Nichts
scheidet so radikal von Gott wie selbstsichere Frömmigkeit." (Joachim Jeremias)
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Der Schritt über sich selbst hinaus: Sich selbst geben
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Menschen gehen Schritte über sich selbst hinaus, über das, was im Alltag Sicherheit gibt und Versorgung gewährt. Diese Schritte über sich selbst hinaus bleiben immer ein Wagnis. Aber es lohnt sich, so mutig zu sein, so sehr zu
vertrauen. Denn dann kann ich tatsächlich erleben, wie sich der Himmel öffnet.
Menschen, die so vertrauen, die diesen Schritt darüber hinaus wagen, die sind dem Herzen Gottes sehr nahe. Für die schlug auch damals das Herz des Jesus von Nazareth. Jesus sieht damals ins Herz
dieser armen Witwe, sieht, dass sie diesen Schritt über sich selbst hinaus macht. Und er ist froh darüber. Es muss im Leben mehr als alles geben. Es muss im Leben mehr als alles geben, was wir für vernünftig und kalkulierbar
halten. Dieses Mehr können wir nur erfahren, wenn wir diese kleinen und großen Schritte über uns selbst hinaus wagen.
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Die Antwort Jesu, die Pilatus so geflissentlich überhört: Mir ist sie wichtig; mir ist sie ein Schlüssel zum Verständnis des heute so fremd anmutenden Christkönigssonntags. "Mein Königtum ist
nicht von dieser Welt" - diese Antwort sagt aus, dass es zwischen der Sphäre des Irdisch-Verständlichen und der Größe Gottes eine Verstehensbarriere gibt. Wir können ihn nicht in unsere klein karierten Spielchen um Macht und
Hierarchien hineinziehen. Es gibt eine Größe Gottes, die wir nicht erklären und erfassen können, vor der wir nur demütig und dankbar das Knie beugen können. Das klingt in vielen Ohren gestrig, fremd. Doch mir tut das gut, das
Knie beugen zu können vor Gott, mir ist das ein Trost und schenkt Geborgenheit, dass ich mich einer Macht anvertrauen darf, die größer ist als alles Menschliche.
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Kurz vor Ende des Kirchenjahres verordnet Jesus uns schon eine adventliche Lebensweise: Dass wir seine zweite Ankunft erwarten - wach, gelassen und betend. Auch wenn wir weder den
Tag noch die Stunde wissen - oder gerade deshalb -, möchte Jesus, dass die Menschen, die ihm nahestehen, seine "zweite Ankunft" als Ziel und Möglichkeit immer vor Augen haben und so leben, dass man ihnen genau dies auch
anmerkt.
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Vorurteile
Die Bayern gewinnen doch sowieso"; "Computerspiele machen süchtig"; "Die Deutschen essen Sauerkraut und sind pünktlich - die Latinos kommen alle zu spät". - Typisch Vorurteil. Wer kennt sie nicht, die
Vorurteile, die einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vorgefertigte Eigenschaften im Positiven oder Negativen nachsagen. Über solche Vorurteile denkt der Redner kaum nach, leider. Sonst würde er feststellen, dass sie in vielen
Fällen eine beleidigende Wirkung haben.
Doch warum haben wir diese "Vorurteile"? Der Begriff "Vorurteil" sagt dazu schon eine Menge aus: Vorurteile dienen dazu, uns vorab eine "Meinung" bilden zu können. So mies es klingt; Vorurteile
sind sogar notwendig. Denn sonst würde der Mensch vor lauter Nachdenken kaum in die Pötte kommen mit seinen Entscheidungen; ohne Vorurteile wäre der Urmensch den Raubtieren zum Fraß geworden. Denn irgendwie war es praktisch,
schon vorher zu wissen, dass ein Tiger einen töten kann.
Wenn man nicht nachdenken will, lebt es sich mit Vorurteilen sehr bequem. Dinge und Erfahrungen, die dem entgegenstehen, werden einfach ignoriert und ausgeblendet. Wir können aber auch dazulernen und alte Vorurteile ablegen,
wenn wir uns neuen Argumenten und Sachverhalten öffnen. Und das ist auch besser so. Denn viele Vorurteile, besonders solche, die Menschen betreffen, bewahrheiten sich oft überhaupt nicht. So hat diese einst hilfreiche Gabe des
Vorurteils heute einen bitteren bis negativen Geschmack; anders als in der Vergangenheit ist es heute lächerlich, pauschal und wenig wirklichkeitsbezogen zu behaupten, dass Minderheiten bestimmte Eigenschaften haben oder auf eine
typische Art und Weise denken und handeln. Vorurteile können echt beleidigen. Deshalb sollte man - finde ich - seine eigenen Vorurteile anzweifeln. An dem "Vorurteil" dass Herdplatten nach dem Kochen heiß sind, können
wir getrost aber weiter festhalten.
Simon Bergmaser
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In dieser Geschichte wird die Machtfrage gestellt. Wer hat die Macht in der Welt, das Böse oder Gott? Und Jesus entscheidet diese Machtfrage, dreimal und völlig eindeutig. Gott hat die Macht, sagt
Jesus, da kann kommen, was will. Und wer Gott nicht die Macht gibt, wird früher oder später dem Bösen verfallen. Jenseits des ersten Gebotes gibt es nichts Gutes. Ich bin der Herr, dein Gott; mit dem Willen Gottes beginnt das
Gute. Nicht immer endet es auch gut, das ist klar. Es genügt nicht, das Gute zu wollen. Man muss es auch tun. Und selbst das ist noch keine Garantie. Auch mit den besten Absichten kann man scheitern, Fehler machen, anderen
wehtun. Aber das ist kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen und der Welt zuzusehen, wie sie sich dreht. Man muss dem Bösen widerstehen, wo immer es geht. Man muss die Versuchungen erkennen und vermeiden, soweit es in unserer
Kraft liegt. Sorgfalt und Mühe um den Willen Gottes sind unsere Aufgabe. Erfolg ist eine Frage, die nur Gott beantworten kann und wird, wenn es ihm gefällt.
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