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Weit jenseits des Geldes ruht der größte Schatz der Kirche: die Herzen der Menschen. Wer über Geld jammert, das fehlt, wird die Herzen kaum bewegen. Wer aber an den Schatz erinnert, der uns gegeben ist, wird viele Herzen
wecken. Herzen verschließen sich vielleicht dem Geld, nicht aber dem Geist.
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A n ( g e ) d a c h t
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Der Alltag wird zum Abenteuer
Mit dem Zug zum Abendessen nach Paris, mit dem Billigflieger zum Shoppen nach Mailand oder im Internet mit wer-weiß-wem wer-weiß-wo chatten - alles kein Problem! Den Globus bereisen mit leichtem Handgepäck. Die Welt ist ein
Dorf!
Alles Augenwischerei. Mag die Welt ein Dorf geworden sein; unser Dorf, sprich die Umgebung, in der wir leben, wird vielen dagegen immer fremder. Weltbürger möchten wir sein, oder doch zumindest Europäer, dabei wäre uns allen
schon viel geholfen, wenn es wieder mehr bessere Nachbarn gäbe (natürlich gibt es die - Gott sei es gedankt - noch, doch seien wir ehrlich, auch im ländlichen Bereich werden sie seltener, von Städten ganz zu schweigen).
Mir kommt diese Fernweh-Exotik-Romantik oft wie eine Flucht vor, eine Flucht vor der Banalität, dem Unaufgeregten, dem Alltäglichen, das uns umgibt. Natürlich ist es toll, fremde Länder und Kulturen kennenzulernen; natürlich
sind Kontakte via Internet zu Menschen anderer Kontinente aufregend - doch das ist das Besondere und darf uns nicht den Blick verstellen, für den Ort, wo Gott uns hingestellt hat und wo wir eine Aufgabe haben. Leider sind
manchmal auch die Kirchen von diesem Besonderheits-Bazillus befallen. Doch ich kann nicht Christ nur auf Kirchen- und Weltjugendtage oder auf dem Jakobsweg sein. Christ bin ich im Alltag, mag er auch noch so grau und dröge
erscheinen.
Ich schreibe bewusst erscheinen, denn meiner Ansicht nach gilt das, was Andre Heller in dem Lied "Die wahren Abenteuer sind im Kopf" gesungen hat: "Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf,
dann sind sie nirgendwo." Jede Fernreise wird banal, wenn ich nicht Fantasie, Glaubensbegeisterung, Enthusiasmus und Freude im Kopf mitnehmen. Und genau mit dieser Fantasie und Begeisterung kann auch jeder Alltag zum
Abenteuer werden.
Michael Tillmann
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Eins aber ist not
"Eins aber ist not", heißt es in der Lutherbibel, und weiter: "Maria hat das gute Teil erwählt." Was ist bei uns nötig? Auch am Sonntag das Geschäft zu öffnen, um Umsatz zu
steigern und vielleicht Arbeitsplätze zu sichern? Die Kleiderkammer der Gemeinde jeden Tag zu öffnen, um die Benachteiligten zu erreichen? Das Evangelium von Maria und Marta erzeugt Anspannung, vielleicht Ärger. Soll sich im
Nichtstun eher die Nähe zu Christus zeigen als in tätiger Nächstenliebe. Es gilt doch wohl ein "Sowohl-als-auch". Doch das Evangelium spitzt zu: Nur eins ist not. "Eins ist not! Ach Herr, dies Eine lehre mich
erkennen doch ..." (Evangelisches Gesangbuch 386)
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Wenn kein Erbarmen mehr ist ...
Wenn die Hände sich nicht mehr rühren wollen und die Herzen unberührt bleiben ...
Wenn die Augen nur verschlossen sind und die Seele nicht mehr zu uns sprechen soll ...
Wenn kein Erbarmen mehr ist, dann ist Christus umsonst gestorben.
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Der Fußball ist einer der am weitesten verbreiteten religiösen Aberglauben unserer Zeit. Er ist heute das wirkliche Opium des Volkes. (Umberto Eco)
Und sein umjubeltes Idol ist der Spieler. Doch das Fundament, auf den sie gestellt werden, ist wackelig. Der Absturz vom Zig-Millionen-Einkauf zum "Chancentod" oder zum
"Fliegenfänger" kann schnell gehen.
Oder wie es der ehemalige Fussballspieler Tomislav Maric sagte: "Im Fussball bist du entweder Gott oder Bratwurst."
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Für manche ist Fußball die schönste Nebensache der Welt - und das ist auch okay so. König Fußball eben. Nur das Gerede vom Fußballgott ist Blödsinn: Den gibt es nicht; sonst müsste es ja auch einen
Handballgott geben, einen Gott fürs Schwimmen, einen fürs Radfahren - für jede Sportart einen Spezialgott sozusagen. Es gibt aber nur einen Gott, der die Menschen geschaffen hat mit ihrer Freude am Spielen und an der Bewegung,
der das Gras geschaffen hat, das auf den Fußballplätzen wächst, und der die Menschen geschaffen, die miteinander spielen - auch die aus der anderen Mannschaft.
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Immer Top-Leistung bringen, ein Vorbild für die Jugend sein, direkt nach dem Spiel ein möglichst geschliffenes Interview geben, Versagensängste nicht zeigen dürfen und, und, und ... Der Freitod Robert Enkes im November
letzten Jahres macht hinter unsere überspannten Erwartungen ein großes Fragezeichen. "Lasst uns immer an die Würde des Menschen denken", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Trauerfeier für Enke. Im System
Fußball seien "Werte wie Maß, Balance, Fairplay und Respekt gefragt".
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Selbst euren Staub lassen wir zurück!
Wir wollen nichts von euch. Wir hätten euch etwas gebracht, hätten euch die frohe Botschaft gebracht. Doch wenn ihr nicht wollt, wenn ihr uns nicht einmal anhören wollt ... wir wollen nichts von euch, wir wollen nicht
einmal euren Dreck.”
Die Einladung Gottes nicht anzunehmen, ist fatal, doch gibt es keinen Zwang. Selbst den Staub eurer Stadt lassen wir euch zurück - biblische Grundlegung moderner Religionsfreiheit.
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"Wer seine Hand an den Pflug legt und blickt nochmals zurück, taugt nicht für das Reich Gottes."
Als Jesus das sagt, spricht er vom Reich Gottes. Sein Reich kann nur wachsen zwischen den Menschen. Und sie bereiten den Boden dafür. Wer dabei alte Geschichten aufwärmt, kommt nicht weiter.
Besser ist es, mit seinem Nächsten gemeinsam zu pflügen. Und dabei nach vorne zu blicken.
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Für wen halte ich Gott?
Gott ist nicht gesichtslos, er trägt Jesu Gesicht und das Gesicht all derer, die an ihn glauben - mit den ihnen eigenen, ganz unterschiedlichen Fähigkeiten. Sein Porträt ist bunt, seine Seele aber ist seine unbegreifliche
Liebe, seine Form das Kreuz der Erlösung.
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Grenzübertreter wie Jesus
Grenzübertreter wie Jesus suchen nicht das, was unterscheidet wie Geschlecht oder Bildung -, sie suchen, was eint: den Glauben an Gottes Wort.
Grenzübertreter wie Jesus brauchen nicht das, was bindet wie die Herkunft oder Besitz - , sie brauchen, was befreit: ein Leben in Gottes Liebe.
Grenzübertreter wie Jesus klammern nicht an dem, was fesselt - wie Familie oder Beruf-, sie folgen dem, was ruft: das Handeln nach Gottes Wort.
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Jabulani
Jabulani" - so heißt der offizielle Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Das Wort bedeutet in der Sprache der Zulu "Feiern". Was soll gefeiert werden? Das scheint auf der Hand zu liegen:
der Sport, speziell der Fußball. Doch das Motto der Spiele weist in eine andere Richtung: "Ke Nako. Celebrate Africa's Humanity." - "Es ist Zeit, Afrikas Menschlichkeit zu feiern".
Die Tatsache, dass 2010 die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden stattfindet, wird dem Turnier seinen Stempel aufdrücken und ist ein Hoffnungszeichen; Grund genug, das Klischee von Afrika als
Kontinent von Krieg, Hunger und AIDS zu überdenken. Das Motto soll Afrikas größte Ressource, nämlich die Wärme, Freundlichkeit, Bescheidenheit und Menschlichkeit seiner Einwohner, herausstellen. Und darin liegt zugleich
die Gefahr, Erwartungen zu haben, die den Sport überfordern.
Auch wenn Milliarden Menschen zuschauen und es zugleich um Milliardensummen geht, bei aller Gigantomanie, bleibt Fußball ein Spiel. Ein Spiel, das Freude macht, das Emotionen entfacht, das Menschen näher bringen kann.
Vielleicht ein neues "Sommermärchen" - und das wäre schon viel, aber eben auch nicht mehr. Wenn Fußball ein Spiel bleiben darf, kann er uns Freude machen, haben wir einen Grund zum Feiern. Jabulani!
Michael Tillmann
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Regie-Anweisung der Nächstenliebe
Der Akt der Nächsten-Liebe ist ein Dialog des Mitgefühls: Nur wenn der Leidende eingesteht: "Ich brauche Hilfe", wird Leid auch wahrgenommen. Nur wenn der Angesprochene es lebt: "Ich verströme meine
Liebe, schenke mein Ohr, mein Herz, meine Hände!", nur dann kann diese kleine Handreichung lebendig machen.
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Was bedeutet Dreifaltigkeit für uns?
Dass Gott die Welt geschaffen hat; dass er in Gestalt seines Sohnes Jesus das Leben auf Erden mit den Menschen geteilt hat und dass er in Gestalt des Heiligen Geistes jetzt bei uns ist. Gott
lebt in Beziehung - mit seinem Sohn, mit seinem Geist. Und wie er selbst in Beziehung lebt, so lebt er mit uns in Beziehung. Gott ist kein fernes Wesen, das auf seinem Platz ruht. "Gott ist gesellig'; hat
Gilbert Keith Chesterton gesagt, er ist gesellig wie jeder Mensch.
Leben ist nur möglich in Beziehung zu anderen. Das gilt für unseren Gott; das gilt für Menschen. Und das bedeutet: Gott ist nie fern. Gott ist immer nah. "Seid gewiss: Ich bin bei euch
alle Tage bis zum Ende der Welt."
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Nach dem Dreifaltigkeitssonntag wird es im Kirchenjahr ruhiger. Das ist auch daran zu erkennen, dass es bis Weihnachten keinen bundesweiten kirchlichen Feiertag mehr gibt. Das heißt aber
nicht, dass es nichts zu feiern gäbe. An den ersten beiden Feiertagen im Juni wird ein Blick zurück geworfen. Das Fronleichnamsfest am Donnerstag nach Dreifaltigkeit, 60 Tage nach Ostern oder auf den Tag genau zwei
Monate nach dem Karsamstag - feiert die leibliche Gegenwart Christi in der Eucharistie. Es wird immer an einem Donnerstag gefeiert, um an den Gründonnerstag zu erinnern. In der Stille der Karwoche, am Abend vor dem
Leiden und Sterben Christi, kann die Eucharistie nicht prunkvoll gefeiert werden, dies wird jetzt an Fronleichnam nachgeholt.
Der Name des Festes leitet sich vom mittelhochdeutschen "vrone lichnam" (= Herren Leib) ab, im Englischen wird der Mittelpunkt des Festes deutlicher, es heißt "Corpus
Christi". An Fronleichnam - gesetzlicher Feiertag in Bayern, Baden-Württemberg, NRW, dem Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz und Teilen Sachsens und Thüringens sowie in Österreich und Liechtenstein - gehen Christen
mit ihrem Herrn im Altarsakrament "auf die Straße" - die Prozession symbolisiert das wandernde Gottesvolk, in deren Mitte Christus ist. Das Fronleichnamsfest und die dazugehörige Prozession gehören seit der
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum festen Bestandteil des Kirchenjahres.
Das Herz-Jesu-Fest - am Freitag in der Woche nach Fronleichnam, jeder erste Freitag im Monat ist Herz-Jesu-Freitag - erinnert an das durchbohrte Herz Jesu bei seinem Kreuzestod. Im
Johannesevangelium heißt es: "Als sie (die Soldaten) aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und
sogleich floss Blut und Wasser heraus." (Johannes 19, 33) Das Wasser symbolisiert die Taufe, das Blut die Eucharistie - beide Sakramente beschreiben das Wesen der Kirche.
Der 24. Juni wirft mit der Geburt Johannes des Täufers den Blick nach vorn - auf Weihnachten. Sechs Monate vor Jesus wird Johannes geboren, der Wegbereiter des Herrn, eine der großen
adventlichen Gestalten der Kirche. Ab der Geburt des Täufers werden die Tage wieder kürzer bis mit Jesus das Licht der Welt geboren wird. Am Ende des Monats feiert die Kirche die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Der
29. Juni erinnert an den Märtyrertod der beiden; das Fest ist seit 354 überliefert.
Michael Tillmann
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... soll nicht sorgen, dass er in den Himmel komme, sondern dass der Himmel in ihn komme. Wer ihn nicht in sich selber trägt, der sucht ihn vergebens im ganzen All.
Otto Ludwig
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Aufruf zur Liebe
Liebet die ganze Schöpfung Gottes! So wohl den ganzen Erdball wie auch das kleinste Sandkorn. Jedes Blättchen liebet, und jeden Sonnenstrahl! Liebet alle Dinge! Wenn ihr das tut, so werden sich euch in ihnen die
Geheimnisse Gottes offenbaren. Und wenn das geschieht, so werdet ihr Ihn selbst von Tag zu Tag mehr erkennen. Und schließlich werdet ihr Ihn und die ganze Welt in einer einzigen großen Liebe umfassen.
Fjodor M. Dostojewski
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Stimmen Labyrinth
Der Priester und Dichter Lothar Zenetti formuliert in einem Kirchenlied:
"Worauf sollen wir hören, sag uns worauf? So viele Geräusche, welches ist wichtig? ... So viele Reden! Ein Wort ist wahr."
Die Stimme erkannt, welchen Weg wählen wir? Wer weist uns die Richtung?
Leite dein Wort uns an.
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Zeit Signale:
JEDE MENGE SENSATIONEN
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Die Koalitionäre diskutieren kontrovers den weiteren Weg der Politik - gleich titeln die Medien "Streit" und "Krise"; es fällt im Winter Schnee - gleich ist von "Chaos" und
"Katastrophe" die Rede (eine Wortwahl, die wenige Tage nach dem Tief "Daisy" durch das Erdbeben auf Haiti mit Zehntausenden Todesopfern auf erschreckende Weise als maßlos überzogen entlarvt wurde):
Nur zwei Beispiele dafür, dass unsere Wortwahl und auch unser Empfinden nur noch das Gigantische, das Außergewöhnliche kennt und wahrnimmt. Sensationen, Sensationen. Woran liegt das?
Ich habe drei Gründe dafür gefunden: Erstens gibt es Medien, die der Meinung sind, nur auf diese Weise Auflage und Reichweite zu erreichen und Medien, die auf diesen Zug aufspringen, in der Sorge, ansonsten
Marktanteile zu verlieren. Zweitens gibt es das Verhalten vieler Medienkonsumenten, die nur noch auf das Gigantische ansprechen. Vielleicht, weil ihnen ihr Alltag grau und trist erscheint; keinen Platz zur Freude an
den kleinen Dingen lässt und die Traurigkeit über die eigenen Wunden und Verletzungen verdrängt und sie deshalb nach außen projiziert wird. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Und drittens beschleicht mich manchmal der
Verdacht, dass die Banalitäten aufgebauscht werden, um von den wirklichen Katastrophen - dass zum Beispiel Millionen Kinder in Deutschland unter der Armutsgrenze leben (ein Skandal, von dem selten etwas zu hören ist)
- abzulenken.
Es geht auch anders. Jesus zeigt es uns. Nur ein paar Beispiele: Das Weinwunder in Kana vollzieht sich in der Dunkelheit der Tonkrüge; kaum einer der Anwesenden bringt es mit dem stillen Gast in Verbindung. Den
Blinden nimmt Jesus zur Heilung beiseite. Das Wunder der Brotvermehrung ereignet sich beim Verteilen - mediengerecht aufbereitet würde man erst alle Brote auf einem Haufen zeigen und sie dann verteilen. Die
Auferstehung findet ohne Zeugen statt - was hätte das für ein Event sein können. Der Auferstandene begegnet den Jüngern im Alltag, beim Fischen. Jesus wirkt leise, fast scheu. Weil er uns nicht überwältigen, sondern
überzeugen möchte. Das "Ja" zum Glauben darf in uns selbst reifen und wird uns nicht marktschreierisch um die Ohren gehauen. Auf seine Botschaft vom Reich Gottes, von der Liebe des Vaters zu allen Menschen
kommt es Jesus an, nicht auf die Verpackung. Viel eher hatte er wohl die Befürchtung, eine zu grelle "Verpackung" könnte die Botschaft in den Schatten stellen. Und Jesus begegnet uns auf Augenhöhe - nicht
von oben herab. Im Gegenteil - oft müssen wir uns zu ihm (zum Beispiel zu dem Kind in der Krippe) herabbeugen. Er nimmt uns ernst, unseren Alltag mit seinen Banalitäten, mit seinen großen, wie auch mit seinen kleinen
Sorgen. Dort will er bei uns sein, nicht nur im Außergewöhnlichen, Gigantischen. Der Alltag ist der Ort seiner Fürsorge. Die leise Sensation.
Von Jesus können wir es lernen: Wirklich still zu sein, um fähig zu werden, das nötige Wort zu sprechen, dann, wenn es nötig ist. Das "Jahr der Stille", das verschiedene christliche Kirchen, Werke und
Einrichtungen für 2010 ins Leben gerufen haben (www.jahrderstille.de") kann uns dabei helfen.
Michael Tillmann
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Von der Buchstabensuppe zum Lebenssinn
Vor einigen Jahren bot die Stiftung Lesen zum Welttag des Buches einen Lesekompetenz-Test als Gewinnspiel an: In einem kurzen japanischen Text sollte gezählt werden, wie häufig ein bestimmtes Schriftzeichen
vorkommt. Diesen Test erfolgreich mitzumachen war unerwartet schwer und ließ das Gefühl aus der Kindheit wiederentstehen, sich Buchstabe für Buchstabe zu erarbeiten. Hier: ein A! Und dort: drei Beinchen - ja, ein M!
Es gibt Menschen, denen sich dabei scheinbar Sinnloses im Gedächtnis eingebrannt hat und die Hadschi Halef Omars vollständigen zwölfteiligen Namen oder wenigstens den fünfteiligen von Dumbledore schneller präsent
haben als das Vaterunser. Wenn sich aber das so tief in die Seele herabsenkt, wie sehr muss dann auch das andere sich verankert haben: der Sinn, das Verstehen, die Dinge, die einem verborgen blieben, wenn man nur die
gegenständliche Welt betrachten könnte. Wer den französischen Schauspieler Gerard Depardieu kennt, im Leben wie im Film nicht zimperlich, wird erstaunt sein zu hören, dass er als Kind an Sprachstörungen litt und als
labil galt. Von ihm stammt der erstaunliche Satz: "Dass ich das Lesen entdeckt habe, hat mir das Leben gerettet."
Der Lesehunger, sagte die Autorin Astrid Lindgren, war das beste Geschenk, das das Leben ihr beschert habe. Echter Lesehunger macht nicht satt, sondern Lebenshunger.
Lesen heißt mit einem fremden Kopfe, statt des eigenen, denken", sagte der Philosoph Arthur Schopenhauer. Wer zwischen beide Köpfe in ein inneres Gespräch verwickelt, bringt die Antworten sinnvoll in die
Weltgestaltung ein.
Angela M.T. Reinders
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Unverhofftes Wiedersehen
Jesus wurde nicht erwartet. Er kommt trotzdem, wider Erwarten, zum dritten Mal wird es Ostern, wiederholt er sein Kommen. Es ist gut, dass wir Ostern nicht mit ein paar Sätzen aufsagen können. Immer neue Anläufe,
unverhoffte Zugaben. Er kommt zur Kirche, wie sie leibt und lebt. Er sieht die Mangelerscheinungen der Kirche.
Er hätte sagen können: Reißt euch zusammen, optimiert eure Arbeitsabläufe, keine Müdigkeitvorschützen. Er verlangt etwas Verrücktes: Tagsüber fischen. Und er schenkt den Fischern einen reichen Fang, Überfluss.
Sein Kommen ist eine große, fast unglaubliche Überraschung. Er kommt, auch wenn ich Ostern längst wieder vergessen habe.
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Bei Jesus punkten, die nicht sehen und doch glauben. Du, Thomas, stehst nicht allein auf deinem Standpunkt. Wir sind punktgleich mit dir: Kann ich glauben, wenn ich nicht sehe, nicht fühle? Dein Berührungspunkt
mit Jesus gibt uns Halt. Doch für unser zweifelndes Herz ist schon deine Frage Zeichen.
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Verklärt bewegt
Die drei Jünger, die den verklärten Jesus auf dem Berg sahen, schwiegen darüber. Aber Menschen haben mehr Ausdrucksformen als nur die Sprache. Wer eine große Liebe erlebt, die das Herz erreicht, wird selbst
liebevoller. Wem etwas aufstrahlt, beginnt selbst auszustrahlen. Wer einen Menschen anders erlebt, wird mit ihm anders umgehen. Mag sein, dass die Jünger keinen Ton sagten. Aber sie veränderten sich, nachdem sie
Zeugen der Verklärung wurden. Bald danach, so beschreibt es der Evangelist Lukas, fassen sie Mut, sich mit Jesus auf den Weg nach Jerusalem zu machen - und sie geben den anderen Jüngern Kraft. Die Jünger
schweigen. Aber sie bewegen etwas, bewegen sich und andere: dahin, wo es ernst wird, dahin, wo das Kreuz wartet.
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Das ist ein Fasten, wie ich es liebe: die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen und die
obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen. (jesaja 58,6-7)
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Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen.
Charlie Rivel.
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Das Narrenschiff ...
... kann man bis auf Augustinus zurückführen: Die Gottlosen fühlen sich in ihrer Narrheit in dieser Welt heimisch. Sie sitzen im verkehrten Boot und fahren in die verkehrte Richtung. - Wenn im Karneval die
Narren das Narrenschiff bevölkern, können sie so all denen den Spiegel vorhalten, die das ganze Jahr auf diesem Schiff unterwegs sind. Wie es Sebastian Brant im Narrenschiff von 1495 geschrieben hat: "Die
größte Torheit in der Welt / Ist, dass man ehrt vor Weisheit Geld ... " Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen. Charlie Rivel.
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Johannes bringt mehr als nur eine Erinnerung an die Zeiten der Befreiung und der Gnade. Er kündigt eine neue Zeit der Gnade an als Erfüllung aller vergangenen Zeiten. Der Auszug aus
Ägypten war im Vergleich mit dem, was nun geschehen wird, nur ein Vorzeichen. Nun kommt Gott wahrhaftig. Johannes ist die Stimme des Rufers in der Wüste: Bereitet unserem Gott die richtigen Pfade. Denn der Weg,
der bereitet werden muss, ist nicht mehr ein Wüstenpfad, der innerhalb eines Jahres verwehen kann, sondern ein Weg im Innern des Menschen, der bestehen bleibt. Dieser Weg heißt Bekehrung.
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... die Deutsche Bank, denn die zahlt aus in bar", sang Marius Müller-Westernhagen vor dreißig Jahren. Doch das letzte Jahr hat uns drastisch vor Augen geführt, dass Geld eine Illusion ist; eine
mächtige Illusion, weil alle daran glauben. Dagegen lädt uns der Advent ein zur Umkehr, zu einem Perspektivwechsel. Aufsehen, weil unsere Erlösung naht, heißt auch, das allzu Selbstverständliche infrage zu
stellen, weiter zu blicken als auf unsere Füße und den Boden, auf dem wir meinen, sicher zu stehen.
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"Über den Jordan"?
Manchmal wünsche ich mir, ich hätte da gestanden am Jordan - in einer Schlange mit Jesus. Statt dessen geht mein Glaube, mein so neuer Geist manchmal sprichwörtlich "über den Jordan". Was wünsche
ich mir sie manchmal, die ganz erfrischende, neue, reinigende Kraft aus dem Wasser!
Doch kann denn diese Kraft jemals "über den Jordan" gehen? Eigentlich hat meine Taufe die gleiche Qualität wie die Taufe derjenigen, die in einer Reihe mit Jesus getauft wurden. Sie hat erst recht
dieselbe Qualität wie die Taufe derjenigen, die von urchristlichen Zeiten an auf seinen Namen getauft wurden. Würde ich das erkennen, wenn ich meine Taufe und mich selbst als getauften Menschen mit anderen
Augen ansähe?
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Warum das Glas leer ist!
Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Zeugnis tiefen Glaubens. Als aus dem Wasser Wein wurde, war das ein Sinnbild für die Macht des Gottvertrauens. Vertrauen kann alles,
wenn es nur tief ist.
Denn Jesus ist kein Zauberer, der Wasser in Wein verwandelt. Jesus bringt Heil. Doch sein Heil ist nicht die Erfüllung meiner Wünsche. Sein Heil ist ein Vertrauen zu Gott, das
größer ist als meine Vernunft und alle Vernunft. Ich soll bei Jesus nicht zaubern lernen, sondern vertrauen lernen. Das ist schwer genug. Und deshalb ist unser Glas vielleicht manchmal leer. Weil es uns
schwerfällt zu vertrauen.
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Weder eine Vision, noch eine Verzückung, noch eine Stimme vom Himmel, auch kein merkwürdiger Traum oder sonst ein Wunderspuk brachte mich auf den Weg des Heils, ich verdanke
meine Erleuchtung ganz einfach der Lektüre eines Buches – eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlichtes Buch, bescheiden wie die Natur, auch natürlich wie diese; ein Buch, das anspruchslos
aussieht wie die Sonne, die uns wärmt, wie das Brot, das uns nährt. Und dieses Buch ist die Bibel. Wer seinen Gott verloren hat, der kann ihn in diesem Buche wiederfinden, und wer ihn nie gekannt, dem weht
hier entgegen der Odem des göttlichen Wortes. Bei dieser Lektüre sollte man die Schuhe ausziehen wie in der Nähe von Heiligtümern.
Heinrich Heine
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Gottvertrauen heißt: Gott vertraut dir,
er traut dir etwas zu. auch wenn du denkst, es ist unmöglich, es übersteigt meine Fähigkeiten, es überschreitet meine Möglichkeiten. – Und du?
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Gottvertrauen heißt: Gottvertrauen. Du vertraust Gott,
weil er dir etwas zutraut. Er lässt dich nicht fallen, er fängt dich auf. So getragen, so gehalten, kannst Du der Halt für andre sein.
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Ein echter Weltverbesserer
Noch so ein Demagoge, so ein unverbesserlicher Weltverbesserer? Einer wie die vielen selbsternannten und professionellen Politpropheten mit ihren düsteren Prognosen vom Untergang des Kapitalismus als
dem Untergang der Welt? Nur so ein Armen- und Witwenvertröster mit billiger Hinhaltetaktik? Ja, er ist Weltverbesserer, aber ein echter, ja, er ist Prophet, aber ein wahrer, ja, er ist Tröster, aber ein
aufrichtiger, weil er selbst gelebt hat, was er fordert. Ihm können wir glauben, ihm können wir trauen, ihm können wir folgen.
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Worauf es ankommt
Der wohl gekleidete Mann im frisch gebügelten Hemd mit der dicken Geldbörse und dem Aktenkoffer macht sicherlich einen weitaus besseren Eindruck als so ein
“Jesus-Jünger”. Aber Jesus kommt es eben nicht auf den ersten Eindruck an.
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Von guten Mächten treu und still umgeben.
vom 19. Dezember 1943 datiert ein Brief, dessen Beigabe als Kirchenliedtext berühmt werden sollte (es dürfte rund 50 Vertonungen dieses Textes geben).
Dietrich Bonhoeffer war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Er war im KZ Buchenwald und im KZ Flossenbürg und wurde in der Morgendämmerung des 9. April 1945 von den Nazis erhängt.
Er sagte zu seinem Abschied
"Das ist das Ende – für mich Beginn des Lebens“
Von guten Mächten treu und still umgeben:
Das Gedicht war ein Gruß an seine Mutter zu ihrem 70. Geburtstag und an seine Verlobte, die an diesem Tag bei Dietrichs Bonhoeffers Eltern verweilte.
Wann immer diese Worte auf Grußkarten und im gottesdienstlichen Lied aufgenommen werden, mag man sich an die Situation erinnern:
Die damit Gegrüßten sitzen unterm Weihnachtsbaum, feierten Geburtstag, dachten an die zwei inhaftierten Söhne Klaus und
Dietrich, an die zwei inhaftierten Schwiegersöhne Hans von Dohnany und Rüdiger Schleicher, an die Tochter Sabine, Dietrichs
Zwillingsschwester, die wegen ihres jüdischen Mannes Gerhard Leibholz ins Ausland gegangen war und nun wegen der
nationalsozialistichen Diktatur nicht anwesend sein konnte, sowie an den gefallenen Sohn Walter. Und doch fand Dietrich
Bonhoeffer in dieser Situation so tröstliche Worte! Wie aber mag es den Angehörigen gegangen sein, als sie die dritte Strophe oder im fünften Vers:
„Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen" lasen?
Weil einer trägt
Steh auf – wenn du den Boden unter den Füßen verlierst, weil deine Schulden wachsen.
Steh auf – wenn dich Trauer umhaut, weil eine Trennung droht.
Steh auf – wenn die Wut dich erdrückt, weil jemand dich erniedrigt.
Weil einer ist, der dich dann trägt.
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Save Our Souls:
Rette unsere Seelen
Wenn das Gottvertrauen
Über Bord geht und der Glaube
Schiffbruch erleidet.
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Beziehungsnetz
Es gibt ein Sicherheitsnetz für uns Menschen und für diese Welt. Wenn wir bei den Hochseilakten des Lebens abstürzen, dürfen wir darauf vertrauen, aufgefangen zu werden – von einem Netz,
geknüpft aus kleinen Fischen, Symbol für Jesus Christus, gehalten von Menschen, die sich um seine Nachfolge mühen.
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Zum Nachdenken
« Wou zwee oder drei a mengem Numm versammelt sin,do sin ech matzen ennert hinnen »
GOTT wëll Gemeinschaft mat eis Menschen.
Dëse Wonsch vu Gott as op der Freiheet a besonnesch op der Léift opgebaut.
Leider huelen mir Menschen déi gereechten Hand vu Gott net ëmmer un.
Mir versichen dacks eist Schicksal an Geschecker vun der Welt an déi eegen Hand ze huelen.
Missten mir Chrëschen net op d’Angebot vu Gott angoen.
Well sein Angebot as, datt eist Liewen gelengen soll
Virun allem as et een Angebot vu Léift a Menschefrendlechkeet.
Well mir Menschen deenen Werter déi Jesus eis viirgeliewt huet net Prioritéit gin.
Well mir dës öfteren an eisem Liewen Gott déi Plaaz net gin déi him zousteet,
as eis Geschicht mat Gott oft eng Liewensgeschicht vun Iirweer, Emweer, a Rebellioun an Onzefriddenheet.
Wann mir nom eigentlichen Senn vum Liewen sichen, dann kommen mir net laanst déi Fro :
Wou komme mir her, a wou gin mir hin ? Des Fro féiert eis ouni Zweifel op Gott hin.
Hei mierken mir datt d’Wurzelen vun eiser menschlicher Geschicht an der Léift vu Gott ze fannen sin.
JA – zu diesem Tag
Ich will aufbrechen, meine Chancen wahrnehmen, meine Freiheit nutzen, meine Fähigkeiten einsetzen mein Fertigkeiten emtwickeln an die Grenzen vorstossen, Dann in Frage stellen,
was ich nicht verstehe; bekämpfen, was mich hindert; Raum schaffen, das Weite suchen
Max Feigenwinter
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Das Wesentliche kann ich mit noch so vielen Brillen nicht erkennen. Für das Wesentliche darf ich mir die Augen öffnen lassen.
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>> Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es
gewinnen.<<
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Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht ein Licht an, und stülpt ein Gefäß darüber,
sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus
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>> Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es
gewinnen.<<
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>> Da entgegnete sie: Selbst die Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen
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>> Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! <<
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>> Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.<<n
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Mit unseren Fähigkeiten ist es wie mit Kindern: Sie brauchen Spielräume, wollen Grenzen antesten, neu anfangen, wenn etwas schief gegangen ist. Nur dann können sie wachsen.
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Nikolaus, komm in unser Haus. Bist du aus Plastik, fliegst du raus. Für Rot und Weiß ist nicht die Zeit, wir wollen dich im Bischofskleid. Versuchst du’s an der Hausfassade,
ganz wetterfest – tja, das ist schade: die Leiter und das Lichterspiel sind leider nicht unser Stil. Komm unerkannt, komm still und leise, bring Gaben mit auf deiner Reise,
die keiner von uns schenken kann. Komm als du selbst: als Gottesmann.
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>> Als sie es sahen, erzählten sie,was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in
ihrem Herzen und dachte darüber nach. <<
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Ein guter Anfang
Eigentlich doch logisch, dass die Mutter am Anfang steht. Mütter stehen immer am Anfang. Sie sind “guter Hoffnung”. Damit beginnt alles:
das Leben, der Tag, das Jahr. Mit der Hoffnung, dass alles gut wird. Die schenkt uns Maria. Weil sie Gott zur Welt bringt:
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Die Urszene der Kirche
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So sind die Gemeinden entstanden, so wächst auch heute immer neu der Glaube an Jesus. Jemand weist auf ihn hin. Einige gehen dem Hinweis nach. Und manche sagen dann schließlich: “Ja, dieser
Jesus ist der Messias, der Sohn Gottes, der, an den ich mich halte, an den ich glaube.” Eigentlich eine ganz einfache Geschichte – und doch höchst erstaunlich.
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Wegweiser des Lebens
In der Wüste führen Irrwege zum Tod, der richtige Weg ist Über-Lebensaufgabe. Ohne die Kenntnisse eines Wegweisers ist jeder verloren. Doch viele Wegweiser führen dennoch in falsche Richtungen. Gott
lädt uns ein, zu seinem Sohn umzukehren: dem Wegweiser für den Wüstengang unseres Lebens; wir dürfen uns nur ihm anvertrauen.
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Gehöre ich zu Jesus? Will ich überhaupt zu ihm gehören? Oder will ich auch gehen? Diese Fragen lassen sich nicht ein für
allemal beantworten. Immer wieder stellen sie sich neu – ein Leben lang. Immer wieder müssen wir uns für ihn entscheiden. für seinen Anspruch auf unser Leben – im Vertrauen auf seinen
Zuspruch.
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Foto: dpa
Die Schärfe der Worte, mit denen Jesus auf seinem Kreuz besteht, trifft Petrus und auch uns. Dann aber stellt sie unseren Blick scharf auf die Kreuze der
Menschen: Kreuze, die wie selbstverständlich getragen werden, Kreuze, die sogar Halt geben, Kreuze, unter denen Menschen zusammenbrechen. Die Kreuze gehören ins Leben. Sie lassen sich nicht wegreden. Jesus
traut allen zu, dass sie ihr Kreuz annehmen können, wie es ihnen angemessen ist.
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12. November 2006
32. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B Markus 12,38-44
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FROMM ist nicht, wenn die Nase in den Himmel hält
FROMM ist, wenn man um Gottes Willen anpackt bei denen, die am Boden liegen.
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Spaß ohne Ende
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Das Gesetz der Erlebnis-Gesellschaft ist banal: Erlaubt ist alles, was Spaß macht. „Spannung“, „Thrill“ und „Power“ heißen die neuen Götzen. Der wilde Begeisterungstaumel kennt keine
Grenzen. Wir amüsieren uns zu Tode.
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Wer den Weg erkannt hat, hat schon die schwerste Arbeit getan.
Bereitet dem Herrn den Weg, Der Weg entsteht, wenn ihr ihn geht.
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Wer sich auf den Weg begibt, kann wahre Wunder erleben.
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Magier, König oder Astronom
Wer waren die Heiligen Drei Könige? Schon die Frage ist falsch gestellt. Denn von ihrer Zahl verrät das Matthäusevangelium nichts (Mt 2,1-12), geschweige denn ihre Namen.
Bezeichnet werden sie als Sterndeuter. Die Dreizahl wird aus ihren drei Geschenken, Weihrauch, Myrrhe und Gold geschlossen. Doch diese Fragen sind nicht wirklich wichtig. In ihnen erkennen wir die
ersten Pilger, die sich von weither aufgemacht haben, um den Mensch gewordenen Gott anzubeten. Darin können sie uns bis heute Vorbild sein.
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Die Versuchung Jesu zeigt, dass der Glaube nicht nur Gefühlssache und Herzensangelegenheit ist, sondern in hohem Maße auch geistige Auseinandersetzung. Der Heilige Geist ist nicht auf Sparflamme zu
schalten. Er brennt nur ganz oder gar nicht. Un dwenn er brennt, hält nichts stand, was nicht Gottes Willen entspricht.
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Jetzt ist die Zeit, um Früchte zu tragen, jetzt ist die Zeit, umzukehren, jetzt vergibt Gott uns unsere Schuld, jetzt und nicht erst morgen
und nicht erst in einem Jahr und nicht erst nach unserem Tod.
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Selbsterfahrungs- und Meditationspraktiken aus aller Herren Länder liegen im Trend. Nur das naheliegende scheint so fern. Vielleicht, weil die Fastenzeit nicht nur ein Weg zu sich selbst, sondern auch
ein Weg zu Gott ist.
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Seine Schäfchen ins Trockene bringen?
Der gute Hirte beschützt seine Schafe, doch seine Schäfchen bringt er nicht ins Trockene. Im Gegenteil. Der gute Hirte opfert sich, um seine Schafe zu retten. Das klingt paradox, ja absurd, zumindest
ist es unmodern. Und schwer zu glauben. Doch wer sich darauf einlässt, heißt verlässt, kann es erfahren.
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Christ wird man nicht mit dem kategorischen Imperativ: Du sollst Gott lieben, sondern mit dem kategorischen Indikativ: Du bist von Gott geliebt.
Bischof Franz Kamphaus von Limburg
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Wer bist du, Maria?
Das junge Mädchen, das Mutter wird – Maienkönigin – Schutzmantelmadonna – die “neue Eva”, frei von der Erbsünde – die für uns bittende:
Maria, in welcher Gestalt du uns auch begegnest, du verweist auf den Erlöser, den du zur Welt gebracht hast. Von dir lernen wir, ihn zu erwarten. Und dürfen bekennen: Maria, du bist auch unsere Mutter
– weil Gott dich uns als Begleiterin schenkt.
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Einheit
– gemeinsam leuchten wir heller
Einheit: das Wort ist schnell dahingesagt. Aber wie immer stecken die Schwierigkeiten im Detail; nämlich wie man sie herstellen kann und soll. Oder ob man das überhaupt kann? Doch die Einheit, von
der Jesus spricht, ist keine von Menschen gemachte. Die Einheit der Kinder Gottes kommt von oben, von Gott selber. Jesus bittet seinen Vater um diese Einheit und auch wir dürfen dafür beten. Wenn wir es
gemeinsam tun, leuchtet unser Licht schon etwas heller.
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Rückblick
Jesus aber sagte zur Kirche: Geh meinen Weg! Die aber erwiderte: Aber ich muss noch so viel bearbeiten, was von gestern liegen geblieben ist. Jesus wandte sich achselzuckend und traurig ab: Wenn du
immer nach hinten guckst, gewinnst du heute keinen für morgen dazu.
Foto: Bilderberg
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Heimsuchung
Zwei Frauen, die sich suchen, um zu verstehen, was mit ihnen geschieht. Elisabet, die alte, die nach Jahren der Resignation plötzlich guter Hoffnung ist. Maria, die junge, deren Kind nicht von dieser
Welt ist. Wer sich auf so viel Neues einlassen muss, braucht die Nähe und den Rat der anderen. Da ist kein Weg zu weit.
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Ein Kind wird gequält
Schau nicht hin, sagt die Bequemlichkeit.
Schau hin, sagt die Nächstenliebe.
Misch dich nicht ein, sagt die Angst.
Misch dich ein, sagt die Zivilcourage.
Es ist nicht deine Sache, sagt die Feigheit.
Es ist deine und meine Sache, sagt Jesus.
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Kirche macht mobil
Vier Räder und 61 Pferdestärken statt zwei Füße und ein Wanderstab: Mag sein, dass die moderne Aussendung weiter kommt als noch vor 2000 Jahren. Ob sie auch weiterkommt, das allerdings entscheidet die
Glaub-Würdigkeit!
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Vom lieben Christenmenschen
Wir sind als Christen wohlbekannt dafür, dass wir so tolerant. Denn jede Meinung ist uns recht, wer anders denkt, ist ja nicht schlecht. Wir nennen gern uns demokratisch,
auf keinen Fall sind wir fanatisch. Wir sind doch lieb und auch bereit, zu vergeben allezeit. Warum nur will das niemand merken an allen unsern guten Werken?
Die Antwort ist: Was Jesus will, das ist ein wenig mehr Profil! Wir sollen Gottes Wort verkünden, es soll in allen Herzen zünden! Und die Moral von der Geschicht‘:
Verwässer‘n wir den Glauben nicht!
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"Urlaub" kommt von "erlauben". Gott selbst erlaubt, ja gebietet uns Freiraum: mindestens einmal pro Woche, mindestens einmal pro Jahr. Denn Ruhe ist ein Segen. Er selbst
"ruhte am siebten Tag" und "sah, dass alles gut war". Die dankbare Weltsicht ist sein Geschenk.
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Gottes Liebe kennt kein Maß
Wenn einer von euch hundert Schafe hat und neunundneunzig davon verliert, lässt er dann nicht das eine Schaf in der Steppe zurück und geht den verlorenen nach, bis er sie findet.
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30. September 2007
26. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C Lukas 16,19-31
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>>Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst
leiden.<<
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07. Oktober 2007
27. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C Lukas 17,5-10
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Kontrast leben
Das Senfkorn ist “mini”, das kleinste unter allen Samenkörnern. Der Stamm des Maulbeerbaums hingegen erreicht zehn Meter Umfang. Setzt auf den Kontrast, provoziert Jesus die Jünger. Eure
kleinste Begabung, euer unbedeutenster Versuch, eure nagendste Hoffnung wird groß – wenn ihr sie nur im Glauben an Gott mutig umsetzt.
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Der um sich selber kreist, nur sich, nicht den anderen sieht, sondert sich ab wie ein Aussätziger und ist dennoch anerkannt, angenommen von seinesgleichen.
Der auf den anderen zugeht, den Nächsten und sich selber sieht, wird ein Mitmensch sein
und wird ausgesondert wie ein Aussätziger, denn seine Dankbarkeit wird nicht anerkannt.
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Kollekte
Der liturgische Ursprung der Kollekte ist das Teilen. Wenigstens in der gottesdienlichen Gemeindeversammlung sollten alle satt werden, auch die Armen. Aus diesem Grund fand
zusammen mit der Eucharistie die Agape statt: Jeder brachte mit, was er hatte und vom Überfluss der Reichen lebten die Armen. Die Absicht der Kollekte ist die Gleiche: Von dem, was man übrig hat, denen
zu geben, die weniger haben. Wenn Christen sich hier nicht etwas zumuten und zutrauen, dann sind die Kinder dieser Welt im Umgang mit ihresgleichen tatsächlich klüger als die Kinder des Lichts.
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Das Christentum ist keine Wellness-Religion. Vor einiger Zeit gab es mal ein Werbeplakat für ein Buch des Dalai-Lama mit der Schlagzeile: “Glücksregeln für den Alltag”. Das wollen alle.
Doch das Christentum kann damit nicht dienen. Dieser Erwartungshaltung und den daraus resultierenden Enttäuschungen müssen wir uns als Christen stellen. Denn Jesus spricht von Festnahmen und verfolgung,
von Hass und Tod für seine Jünger. Und auch wenn wir hier nicht verfolgt werden,: Es gibt kein Glück und keine Erlösung ohne das Kreuz. Doch der, der durch Kreuz und Tod zum neuen Leben der Auferstehung
schreitet, verheißt uns den Beistand seines Geistes und verspricht: Wer standhaft bleibt, wird das Leben gewinnen!
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Der, der vorangeht, tritt zurück
Heute steht zunächst nicht Jesus im Mittelpunkt des geschehens, sondern Johannes der Täufer: ein gewaltiger Prediger, ein prophet, um den sich die Menschen scharen, die auf Veränderungen hoffen. Zu
ihm strömen die menschen, um sich im Wasser untertauchen zu lassen, damit ein neuer Mensch aus den Fluten auftaucht. Kein Weiß-Wasch-Bad, sondern ein Bad der Umkehr, der Buße, um mit Gott ins Reine zu
kommen. So imposant tritt Johannes auf, dass die Menschen vermuten, er selbst sei vielleicht der Messias. Doch der Täufer weiß es besser. Er kann den Menschen nicht den Himmel öffnen, seine Fähigkeiten
sind bescheidener. Er ist der Wegweiser, der selbst auf den wartet, auf den er zeigt.
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Ich möchte dir dienen, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte dich finden, und ich finde den Weg nicht. Ich möchte dich lieben,
und ich finde den Weg nicht.
Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus, weil ich dich nicht suche. Ich suche dich, und ich finde dich nicht; komm zu mir, mein Jesus. Ich werde dich niemals lieben,
wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus. Jesus sei mir Jesus.
Philipp Neri
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Sie gehören dazu
Unsere Kirche ist weitgehend eine Kirche der bürgerlichen Mitte. Arme, Obdachlose, an den Rand Gedrängte sind hier selten zu hause. Die Seligpreisungen lehren uns anderes: Die vor den Toren der
Kirchen betteln, gehören hinein, gehören dazu.
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Sie gehören dazu
Unsere Kirche ist weitgehend eine Kirche der bürgerlichen Mitte. Arme, Obdachlose, an den Rand Gedrängte sind hier selten zu hause. Die Seligpreisungen lehren uns anderes: Die vor den Toren der Kirchen betteln, gehören hinein, gehören dazu.
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Ich weiß gut um die Dunkelheiten in meinem Leben. Manchmal nehmen sie mich so gefangen, dass mir der klare Blick verlorengeht. Der klare Blick, den ich brauche, um mich zu orientieren, um Sicherheit
zu gewinnen und das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren. Dann leuchtet Christus mit seinem Licht manche dunkle Ecke aus. Vertreibt Angst, beflügelt Entscheidungen, hilft zur Gelassenheit. Sein
Licht macht mich zum Teil einer neuen Realität.
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Brunnenerinnerung
Das Weihwasser in der Kirche erinnert uns an die eigene Taufe – als wir Jesus als Leben spendendes Wasser empfangen haben. Es erinnert uns daran, dass wir alle Dürstende sind, die nicht nur
Wasser brauchen, sondern auch Liebe, Anerkennung, Erfüllung und Heil. es erinnert uns daran, dass Jesus der geistige Brunnen ist, der uns so mit Lebenskraft erfüllt, dass wir selber zu einer geistigen
Quelle werden, die anderen Menschen Kraft und Weisung gibt.
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Die sieben Gaben des Heiligen Geistes
“Du Siebengestaltiger in der Gabe, du Finger der rechten Hand Gottes, der du nach heiligem Brauch die Kehlen mit zugesagter Redegabe des Vaters bereicherst”, dichtete der Mönch und Bischof
Hrabanus Maurus in seinem Pfingsthymnus “Veni creator spiritus” (“Komm Schöpfer Geist”). Daruaf basierend entstand die Lehre von den sieben Geistesgaben des Heiligen Geistes.
Doch die wichtigste Gabe ist der Geist selbst, die Gegenwart Gottes beim Menschen, die Gegenwart des Gebers aller Gaben bei uns.
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Fronleichnam und die Eucharistie
Seit über 700 Jahren feiert die Kirche das Fronleichnamfest. In einer Zeit, in der es verpönt war, den Leib Christi auch wirklich zu empfangen, war das Anschauen der Hostie die wichtigste Form, wie
Christen die Eucharistie in den Mittelpunkt ihres Lebens stellen konnten. Erst das 20. Jahrhundert begann wieder, Jesus Christus beim Wort zu nehmen, wenn er sagt; “Nehmt und esst”. Nicht
der Blick auf die Hostie steht im Zentrum unseres Glaubens, sondern die leibliche, die spürbare Vereinigung mit Christus. Das Fronleichnamsfest führt zur Eucharistie hin. Die Prozession mit dem Leib
Christi soll unsere Sehnsucht wecken, mit Jesus Christus eins zu werden, ihm zu begegnen, ihn bei uns und in uns aufzunehmen, uns von ihm nähren zu lassen – oder mit einem einfachen, aber großen
Wort gesagt: ihn zu lieben.
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Ist doch gar nicht so schwer.
Wer Gottes Gebote hält, liebt ihn.
Wer ihn liebt, liebt die Menschen.
Wer liebt, hält also auch Gottes Gebote – ohne Vorbehalte, ohne Ängste, ohne Aufhebens.
Ganz einfach.
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Christen-Domino
Wenn alles umkippt, standhaft bleiben: “Ja” sagen, wenn alles “Nein” sagt, aufstehen, wenn alles “Egal” sagt, auf dem Boden bleiben, wenn alles abhebt,
glauben, wenn alles beliebig ist, weil siegt, wer Gottes Wort treu bleibt.
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Worauf wartest du noch?!
Stell dir vor, du wirst geliebt – und du kannst dich nicht ausstehen. Stell dir vor, es ist Friede – und du streitest um dein gutes Recht.
Stell dir vor, das Reich Gottes ist da – doch du siehst nur deine kleine Welt. Stell dir vor, du hast was zu sagen, und deine Stimme versagt. Stell dir vor: Manchmal sind wir
nur einen Herzschlag von der Liebe entfernt, nur einen Handschlag vom Frieden, nur einen Augenblick vom Reich Gottes, nur ein Wort von der Wahrheit. .
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Kleiner Ratschlag für Fans
”Seine Freude in der Freude des anderen zu finden, ist das Geheimnis des Glücks.”.
Georges Bernanos
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Was schwerer wiegt
Die Lasten des täglichen Lebens werde leichter, wenn wir sie Jesus anvertrauen. Er, der seine Liebe und sein Leben in die Waagschale geworfen hat und wirft, empfängt uns mit offenen Armen.
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Mit ganzem Einsatz
In den Gleichnissen vom Schatz im Acker und von der Perle handeln Bauer und Kaufmann mit vollem Einsatz. Sie verkaufen alles, was sie besitzen, um an das Ziel zu gelangen. Zweierlei lese ich daraus:
Das Ziel ist den vollen Einsatz wert und - ich erreiche es nur mit vollem Einsatz. Für das Himmelreich kann kein Weg zu schwierig, kein Einsatz zu groß sein.
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“Ich habe gehört, dass Gott die guten Taten der Menschen immer sofort aufschreibt. Die schlimmen Taten aber erst am Abend, damit die Leute noch Zeit haben zu bereuen und ihr Tun zu
ändern.”
Quelle: unbekannt
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Stellt euch dem Wunder zur Verfügung!
So wenig für so viele! Wie soll das geschehen? Die Brotvermehrung Jesu weist uns einen Weg: Bevor das Viele alle satt macht, muss das Wenige ans Licht. Was ist uns anvertraut worden? Was bunkern wir
in unseren “Provianttaschen”? Das Evangelium lädt uns ein: Seid nicht knauserich und rückt heraus mit dem Brot und dem Fisch! “Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alle
satt!” Das ist keine platte moralische Dienstanweisung, sondern die Bitte des Herrn, unser Weniges unter den Segen Gottes zu stellen! Geben wir seiner Gnade eine Chance!
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Entdecke die Stimme der Stille
Nicht in Feuer und Erdbeben, nicht in Rauch und Donner, nicht im Event und im großen Getöse, in der Stille begegnet Elija Gott. Gnade ist Gottes lautlose Zuneigung
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Zur Versöhnung öffnen
Zeige mit einem Finger auf einen anderen, so zeigen drei deiner Finger auf dich selbst.
Öffne die Hand zur Versöhnung, so gibt sich eine andere Hand hinein im Vertrauen auf dich!
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Daumen drauf
Jedesmal, wenn wir einen Menschen in den Staub drücken, weil wir ihm zeigen, wie schlecht er ist, beschmutzen wir uns selber.
Denn es ist kein Zeichen von Größe, jemanden klein zu machen.
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Unglaubliche Wendung
Gott hat den Menschen seine Schöpfung anvertraut. Wie die Winzer in der Geschichte arbeiteten
sie hart, dass der Weinberg Früchte trug, aber manchmal haben sie vergessen, dass ein Teil ihres Weinbergsnicht ihnen gehört, sondern unverfügbar ist, weil er Gott gehört. Doch Gott verscheucht sie
nicht aus seiner Schöpfung. Im Gegenteil: Gott vertraut den Menschen seinen Sohn an, aber sie töten ihn. Und nun? Die Wendung ist unglaublich: Jesu Blut ist für uns zum Kelch des Heiles geworden. Sein
Tod und seine Auferstehung werden uns erst zur Brücke zu Gott..
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Eine Geschichte zum Himmelreich
Ob du dem Gottesdienst andächtig gefolgt bist oder unaufmerksam warst, ob du in der zurückliegenden Woche auf Gottes Wort gehört hast oder den eigenen Interessen gefolgt
bist, ob du arm oder reich, schön oder hässlich bist, ob du dreimal am Tag den Rosenkranz oder gar nicht betest ...
... in der Eucharistie legt sich Gott in deine Hand. er selbst ist die Währung, mit der wir entlohnt werden. Denn du hast dich aufgemacht zu ihm, du hast dich von Gott anwerben lassen für sein Reich. Du empfängst deinen Lohn, indem du Gott empfängst.
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Auch wir erfuhren Kirchweihe in Taufe und Firmung. Darum dürfen wir groß von uns denken. Und sollen um unsere Gefährdung wissen, die Rumpelkammer in mir und all den Lärm in
mir wie in einem Kaufhof, das fromme Drumherum, den bloßen Fassadenglanz, die Versuchung, die innere Leere mit allem Möglichen zu füllen. Wir sind Gottes Bau, vielleicht eine lebenslange Baustelle, an
der Er arbeitet. Gerade am Sonntag arbeitet Gott wie ein Bauarbeiter in uns. Denn der Glaube kann – zunächst unmerkliche – Risse bekommen. Der göttliche Baumeister bessert manches
Trümmerhafte aus, Christus fegt mich aus. Diese Renovierung und Aufrichtung tut uns gut.
Kurt Josef Wecker
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So könnte das Gericht sein
Ich male mir aus, was es heißt, wenn ich mich verantworten muss. Wie würde ich dastehen, wenn mein ganzes Leben im Licht dasteht. Wie viele dunkle Punkte gibt es in meinem
Leben, für die ich mich schäme. Voller Scham dazustehen und die Bilanz meines Lebens zu sehen, das könnte die Hölle sein. Ja, Scham, die kann schlimmer sein als Schuld. Schuld lässt sich durch Vergebung
ausradieren, doch was geschieht mit der Scham, wenn sich nichts mehr ändern lässt? Himmel und Hölle, das können mir Bilder sein für den Ernst der Frage: Was hast du gemacht aus deinem Leben?
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Jeder ist wichtig
Im Evangelium ist der mit den zehn Talenten nicht bedeutender als der mit einem Talent. Wichtig ist, was jeder aus seinem Talent macht. Und da sind die an den Schalthebeln
nicht wichtiger als die sogenannten “Rädchen im Getriebe”. Ihre Arbeit verdient die gleiche Anerkennung. Wenn alle nur an den Schalthebeln sitzen möchten, können sie noch so viele Knöpfe
drücken, ohne die vielen Zahnräder bewegt sich nichts, Dehalb ist das Evangelium von den Talenten auch ein Plädoyer für die, die oft niemand sieht und die man erst bemerkt, wenn sie fehlen. Beispiel
Gemeindefest: Da gibt es die, welche das erste Fass anstechen und die Begrüßungsrede halten. Doch was hilft ein Fassnastich, wenn niemand die Gläser spült und wie lächerlich wirken Begrüßungsworte, wenn
am Abend zuvor niemand die Stände aufgebaut hat.
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Gott kommt anders
“Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott, der Herr, kommt mit Macht”, heisst es in der ersten Lesung beim Prophetetn Jesaja. Und Jesaja hat Recht. Alle Jahre wieder
feiern wir das Kommen des Herrn. Aber Gott kommt anders. Damals in Bethlehem und heute: einfach, arm, menschlich. Der Weg, den wir ihm bereiten sollen, ist der Weg zu unserem Herzen, ist der Weg der
Liebe.
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Der Wegbereiter
Johannes ist ein Vorläufer, eine undankbare Aufgabe. Weil alle auf den anderen warten, bleibt seine Botschaft, sein Handeln, sein Lebensschicksal
seltsam wirkungslos. Dabei hat er damals Massen angezogen, hat provoziert und herausgefordert. Für mich gehört Johannes der Täufer in den Advent. Weil er Zeugnis
vom Licht ablegt und in mir die Sehnsucht nährt. Mit ihm warte und hoffe ich, mit ihm schaue ich auf und freue mich.
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Ein Richter, der rettet
Wir erwarten Jesu Kommen am Ende der Zeiten als Richter, jedoch als ein Richter, der uns durch sein Leiden und Tod schon gerettet hat. So ist es dargestellt über einem Portal
des Martinsmünsters im elsässischen Colmar. Der mit Dornen gekrönte, dessen Seite durchstochen ist, kommt mit einladender Geste. eingerahmt von den vier Symbolen der Evangelisten: Mensch, Adler, Stier
und Löwe. Jesus verweist uns auf sein Wort, auf das wir vertrauen dürfen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
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Das Wort des Anfangs
Gott hat sein Wort in die Welt gesagt – es ist das Leben selbst, das unter uns lebendig wird. “Das Wort zeugt Leben in uns, weil es das heilige und heilende Wort Gottes ist. Und es wird
durch unser Handeln nach ihm wieder zum Leben geboren” (Wolfgang Trilling)
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Lebenswenden
Umkehr hinterlässt Spuren: Denn nur, wer gewohnte Bahnen verlässt, gewinnt eine neue Blickrichtung
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An(ge)dacht
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Leben im Jetzt.
Ein Jahr hinter uns. Ein Jahr vor uns. Das ist die Perspektive des neuen Jahres. Das ist unsere Perspektive. Auch im März, Juni oder September. Die Zeit hinter uns.
Die Zeit vor uns. Immer im Blick: Oben und unten der Sanduhr. Die Zeit eine diffuse Menge von Sandkörner
Was aus dem Blick gerät: Die kleine Mitte dazwischen, die einzelnen Sandkörner, die von oben nach unten rieseln. Die Gegenwart. Wir laufen Gefahr, das was aus dem Blick gerät,
zu verpassen. Zwischen gestern und morgen – kein heute?
Jesus – so glaube ich – war ein Mensch der Gegenwart. Sorgt euch nicht um morgen, sagt er uns. Und der Ehebrecherin eröffnet er eine neue Perspektive für das Jetzt:
Ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.
Nicht was war, nicht was sein wird, ist das Wichtigste, sondern das, was jetzt ist.
Leben im Jetzt.
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Wenn wir Heilung erfahren ...
... ist nicht alles wie früher. Etwas Entscheidenes ist anders. Wir erleben, dass der Himmel die Erde berührt. Im Evangelium ist dem Aussätzigen Gott begegnet. Und der hat ihn geheilt. Und der
Geheilte kann nicht einfach da weitermachen, wo er aufgehört hat. Er sieht jetzt klarer, was im Leben zählt. Und er muss davon erzählen, auch wenn ihm gesagt wurde, er möge es für sich behalten. Er will
es aber nicht für sich behalten, will die Nähe Gottes, die er gespürt hat, nicht als Privateigentum betrachten. Er will sie teilen mit anderen. Und so wird er zum Prediger. Er predigt die Liebe Gottes,
die in Jesus Gestalt gewonnen hat. Der Geheilte wird zum Verkünder. wenn wir Heilung erfahren ...
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Warum hat Jesus nicht alle Kranken geheilt?
Diese Frage, so verständlich sie auch ist, verkennt Jesus. Denn er ist der Heiland und nicht nur ein Heiler. Die eigentliche Heilung besteht nicht im Gesundmachen, sondern darin, dass alle Menschen
die Botschaft vom Reich Gottes erfahren und durch sie heil werden. Die Wunder dienen dazu, die Menschen für das Wort Gottes zu öffnen. Deshalb zieht Jesus an einen anderen Ort weiter, “ ... damit
ich auch dort predige, denn dazu bin ich gekommen.”
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Das Narrenschiff hat ein Ziel. Es sticht in See, um den Hafen fastenzeit zu erreichen. Um das nicht zu vergessen, verweisen auch die verschiedenen Bezeichnungen für die “tollen Tage”
darauf hin: Das Wort “Karneval” hat sich im Spätmittelalter aus dem lateinischen “Carne vale” entwickelt, was so viel bedeutet wie “Fleisch (eslust) ade!”. In
Deutschland ist das Wort “Karneval” erstmals für 1699 belegt. Die Begriffe “Fasching” und “Fastnacht” sind deutlich älter. “Fasching” geht auf das
mittelhochdeutsche “vastchanc” zurück, das den “Ausschank vor dem Fasten” bezeichnet. Das Wort “Fastnacht” kommt von “vastennacht” und meint die
“Nacht vor dem Fasten”. Bei allen Bezeichnungen gilt: Wer Karneval feiert kommt am Fasten nicht vorbei.
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“Mensch, werde wesentlich.”
(Angelus Silesius)
Die Fastenzeit ist eine karge Wüstenzeit, die mich auf das Allernötigste – nein: den Allernötigsten – stößt: eine geistliche Reduktions- und Konzentrationsübung, ein Wandlungsweg, den wir
gehen müssen. Der Jesuit Alfred Delp schreibt: „Die Wüste gehört dazu. Allein und schutzlos den Winden und Wettern, dem Tag und der Nacht preisgegeben. Und dem schweigenden Gott. Die Wüsten müssen
bestanden werden.“
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Pack mit an !!!
Ich weiss nicht, wozu Gott Sie besonders ruft, aber ich weiss sehr gut, wozu er alle Christen aufruft, Männer und Frauen, Priester und Laien, Ledige und Verheiratete:
Apostel zu sein, Apostel durch das Beispiel, durch Güte, durch wohltuende Begegnung, durch herzliche Zuneigung, die gegenliebe weckt und zu Gott führt,
stets Apostel, der “allen alles sein will, um alle zu Jesus zu führen”.
Charles de Foucauld
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19. November 2006
33. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr B Markus 13,24-32
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In jenen Tagen, nach der Drangsal, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond nicht mehr scheinen, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Mächte des Himmels
erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit in den Wolken kommen sehen.
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Es wird ein …
… Gericht geben. Es muss ein Gericht geben, damit all das, was falsch ist, in Ordnung kommt. Ich weiß nicht, wie es sein wird, doch ich glaube, es wird anders sein, als
wir bei dem Wort „Gericht“ erwarten. Denn Jesus ist ein Richter, der rettet. Der uns schon gerettet hat, weil er sich von uns richten ließ.
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1. Mai. – Josef, der Arbeiter
Papst Pius XII. verkündete 1955 den 1. Mai als Fest für Josef, den Arbeiter. In der Person des Josef wird die hohe Wertschätzung für den Wert der menschlichen Arbeit
gewürdigt. Josef, der ohne irgendein Aufheben um sich zu machen, einfach da ist und mit seiner Hände Arbeit seine Familie ernährt.
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Das Bild des Hirten
Es ist uns fern und spricht uns doch an. Merkwürdig und widersprüchlich, aber wahr: Gerade wir aufgeklärten, erwachsenen Menschen sehnen uns gelegentlich nach einem Hirten,
der uns schützt und liebt und für uns sorgt. Der uns die Last der Freiheit leichter macht. Dem wir folgen und dem wir unser Leben anvertrauen können. Auch wenn wir keine Kinder mehr sind, bleiben wir
– Gott sei Dank – Gotteskinder. Und können Verantwortung abgeben an jemanden, der das Ganze der Welt und unseres Lebens im Blick hat. Der größer ist als wir selbst. Und das kann unser Leben
unendlich leicht machen.
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Der christliche Glaube beinhaltet die Freiheit, vielleicht sogar die Pflicht, nicht alle Selbstverständlichkeiten und Banalitäten der Konsum- und Freizeitkultur mitzumachen. Christen dürfen nicht aus
der Welt fliehen, aber sie dürfen auch nicht in ihr aufgehen. Der Dichter Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau schrieb vor rund 350 Jahren: "Komm, Seele, komm, und lerne weiter schauen, als sich
erstreckt der Zirkel dieser Welt! Streich ab von dir derselben kurzen Prangen, halt ihre Lust für eine schwere Last: So wirst du leicht in diesen Port gelangen, da Ewigkeit und Schönheit sich
umfasst."
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Wir brauchen ihn
Wir sind auf Jesus angewiesen. Rebe sein ohne Weinstock, das geht nicht. Christ sein ohne Jesus, das geht auch nicht. Das ist eigentlich klar; es wird aber oft vergessen. Anständig und ehrlich leben
kann ich schließlich auch ohne Jesus. Doch Jesus hat sich nicht darauf beschränkt, anständig und ehrlich zu leben. Jesus hat sich denen zugewandt, die nicht anständig und ehrlich leben konnten oder
wollten. Er hat sie eingeladen, zurückzukehren in die Gemeinschaft mit anderen Menschen und in die Gemeinschaft mit Gott. Jesus ist zu denen gegangen, die selber nicht mehr glauben konnten oder wollten,
dass Gott für sie da sein will. Jesus lädt uns ein, uns nicht damit zu begnügen, nur ein anständiger und ehrlicher Mensch zu sein. Er traut uns zu, mit ihm zusammen mehr zu sein.
nach Michael Steinmeyer
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Jesus - ein Mensch wie Brot
"Dies Brot - mein Leib". Wichtig wie Brot war Jesus den Menschen geworden, die mit ihm zogen. Wie Nahrung waren die Werte, die er ansprach und lebte, die Gemeinschaft, die er vermittelte,
die Heilungen, die sie sahen, die Annahme der Problembeladenen durch ihn ohne jeden Vorbehalt. Wichtig wie Brot kann Jesus heute für uns sein, wenn wir ihn in unser Leben lassen, unser Leben mit allen
Ängsten, Bitten und Wünschen mit ihm teilen.
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Wie dieses Bild ...
... so kann manchmal unser Leben sein: durcheinander, unübersichtlich, keine Spur von Gott zu entdecken. Und ich weiß nicht im Vornhinein, ob ich einen Glauben habe, der den Stürmen, denen mein Leben
ausgesetzt ist, standhält. Das wird sich erweisen. In den Gefahren selber. Aber ich weiß, dass ich auf der Fahrt durch mein Leben einen Begleiter an meiner Seite habe, der zu mir sagt: “Fürchte
dich nicht. Ich bin bei dir alle Tage bis an der Welt Ende.” Dem darf ich Glauben schenken.
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Worauf es ankommt
Hauptsache, es wird gesät. Hauptsache, Liebe und Gerechtigkeit werden ausgestreut wie Samen. Mehr müssen wir nicht tun. Die ernte kommt dann fast von alleine, dafür garantiert Gott. Darum gleich heute
wieder frisch ans Liebeswerk, in Gottes Namen. Dann ist bald Erntezeit. Liebe nämlich vermehrt sich wie von alleine.
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Glaube
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie uns nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.
Dietrich Bonhoeffer
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Kein Spaziergang
Aussendung ist alles andere als ein Spaziergang:
Es geht nicht um Kilometer und weite Strecken – es geht um die Nähe: Gottes Nahe.
Es geht nicht um Orden, Nadeln und Trophäen – es geht um das Wort: Gottes Wort.
Es geht um mehr als Geselligkeit und Weinseligkeit – es geht um die Seele: Jede Menschenseele, der Gott in seinem Wort nah sein will
Es geht um das Leben.
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Schwer zu verstehen, leicht zu leben
Der Gesprächskreis von Kommunionkindern und ihren Eltern ist "multikulti" zusammengesetzt. Ein vietnamesi-scher Junge hat Mutter und Tante neben sich, die beide
wesentlich schlechter Deutsch sprechen als er selbst. Auf der anderen Seite sitzt eine afrikanische Mutter mit dem Kommunionkind. Der Pastor widmet sich dem wichti-gen Anliegen, zu erklären, was mit dem
Brot bei der Wandlung geschieht - erst kindgerecht, dann für die Erwach-senen mit gesteigertem Schwierigkeitsgrad: Er legt die Transsubstantiations- lehre des Thomas von Aquin dar, die sich auf
Aristoteles stützt. Die wesentlichen Eigenschaften von Brot und Wein, die "Substanzen", werden durch diejenigen des Leibes und Blutes Jesu ersetzt, doch Brot und Wein behalten ihre äußerlichen
Merkmale, die "Ak-zidenzen". Christus ist darin leibhaftig gegenwärtig, wenn auch unsichtbar. Der vietnamesische Junge traut sich zu sagen, was alle denken: "Nun bin ich aber ein bisschen
müde geworden." Der Priester reagiert verständnisvoll: "Ihr müsst euch nur merken: Wenn wir von diesem Brot gemeinsam essen, sind wir alle gleich." Da lächelt die afrikanische Mutter in
die Runde: "Alle gleich."
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Jairus = Gott wird erwecken
Eine der Hauptpersonen des Evangeliums von der Erweckung der Tochter des Jairus – der ihr auch seinen Namen gegeben hat – ist auf diesem Elfenbeinrelief nicht abgebildet. Dabei lohnt es
sich, über ihn intensiv nachzudenken, denn er kann uns in den Krisen des Lebens zum Vorbild werden. Als seine Tochter im Sterben liegt, resigniert er nicht, sondern macht sich auf den Weg zu dem, von
dem er sich allein noch Rettung erhofft. Und Jesus kommt mit, doch er wird aufgehalten. Dennoch bleibt Jairus dran, selbst als der Tod schon längst gesiegt hat, als alle Bitten erfolglos geworden sind,
weicht er Jesus nicht von der Seite. Und so sieht er mit eigenen Augen, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Wer dem Leben traut, wird erleben, wie das Leben siegt.
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Ist das nicht ...
Ist das nicht der Zimmermann? Und der soll jetzt Wunder tun können? Ist das nicht die Teresa aus dem Nachbardorf? Und die soll jetzt unseren Kindern etwas beibringen? Ist das nicht der brave Mike? Und
der soll Amok gelaufen sein? Ist das nicht der Robert? Und der will jetzt eine Gesangskarriere starten? Ist das nicht die Tochter des Schulleiters? Und die soll jetzt Drogen nehmen? Ist das nicht die
Lotte, deren Mann letztes Jahr gestorben ist? Und die soll jetzt unsere Gemeinde leiten? – Wer alles passt denn nicht in unsere Schubladen?.
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Öffnet euch!
Stumm – weil ihm keiner zuhört. Taub – weil keiner mit ihm redet.
Effata – Öffnet euch – das Wort Jesu aus dem Evangelium richtet sich nicht an den “Taubstummen”, sondern an die, die blind sind für seine Isoliertheit.
Effata – Öffnet eure Augen und euer Herz – ein Wunder, das ihr vollbringen könnt.
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Wer der erste sein will, soll der letzte von Allen und der Diener Aller sein.
Auf der einen Seite: Kinder, die Steine klopfen für unsere Grabsteine, die Schuhe putzen, die Teppiche knüpfen für unsere gute Stube.
Auf der anderen Seite: die Erfolg- und Einflussreichen, mit dem Köfferchen voller Geld oder wichtiger Papiere, die, die sich zu kleiden und zu benehmen wissen.
Welche Seite die Erste ist und welche die Letzte, wagt kaum einer ernsthaft zu fragen.
Doch Jesus stellt die menschliche Rechnung auf den Kopf. Er stellt klar: Im Reich Gottes zählt nicht die Größe und Rangordnung. Wichtig ist nur, zur großen Schar der Kinder
Gottes zu gehören. Und wer gehört dazu? „ Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf…“ Und ein Kind aufzunehmen, heißt dienen. Heißt, am heutigen Weltkindertag zum
Beispiel auch zu protestieren gegen Ausbeutung und beim Kauf von Produkten auf gerechte Arbeitsbedingungen ohne Kinderarbeit zu achten.
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Für wen hältst du mich?
Bei der Frage Jesu geht es nicht um eine Meinung. Es geht um Begegnung. Distanz ist nicht mehr möglich. Darum höre ich die Frage Jesu auch an mich: Was sagst denn du, wer ich
bin? Bei dieser Frage spricht Jesus mich konkret an. Ich höre in seiner Frage eine Botschaft an mich: Lass mich an dich heran! Komm mir nahe! Es geht nicht um ein Bild von Jesus, sondern um die
Begegnung mit ihm. Und es wird klar: Es gibt nicht mehr die vielen Antworten. Es gibt nur eine. Eine persönliche.
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Dennoch: Frohe Botschaft
“Für Gott ist alles möglich.” Dieser Satz Jesu aus dem “Evangelium vom reichen Jüngling” soll uns nicht die heilige Unruhe nehmen, die uns vor dem
heutigen Evangelium befällt. Wir können nun einmal “nicht Gott und dem Mammon dienen”; der Tanz ums Goldene Kalb führt nicht ins Himmelreich. Aber wir sollen auch nicht resignieren. Die
Botschaft von einem Gott, “dem alles möglich ist”, auch die Rettung derer, die jetzt von ihrem Besitz nicht lassen können, ist in jedem Fall eine “Frohe Botschaft”.
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Eine dreifache Schnur reißt nicht so schnell”, heißt es im alttestamentlichen Buch Kohelet (4,12). Und wie die Bänder einer dreifachen Schnur ineinander verflochten
sind, so möchte sich Jesus Christus hineinverflechten in unsere Ehe. Indem er der Dritte im Bunde ist, segnet Gott unsere Zweisamkeit. Und wie eine Schnur, die aus drei Bändern geflochten ist, stärker
ist als eine aus zweien, so ist es auch eine Ehe, die in Christus Geborgenheit und Orientierung findet.
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Der Glaube heilt, nicht das Wunder
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Davon erzählt Lukas gerne. Da sitzt ein Blinder am Straßenrand. Er hat gehört, dass Jesus vorbeikommt. Als es soweit ist, schreit Bartimäus aus Leibeskräften: Jesus, erbarme dich mein! Das finden
andere lästig und wollen ihm verordnen, er solle gefälligst schweigen. Da schreit der Blinde noch vielmehr: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir. Jesus heilt den Blinden. Und sagt dabei deutlich: Dein
Glaube hat dir geholfen. Man kann also gar nicht genug schreien oder im Stillen zu Gott flehen. Irgendwann erbarmt sich der Herr. Er will nur wissen, ob das Vertrauen zu ihm groß genug ist. Nein, er
will mich nicht prüfen. Aber er will wissen, ob ich es ernst meine mit ihm. Also zeigen wir Gott unser Vertrauen. Ohne Unterlass. Er wird sich unser erbarmen.
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Dann sehen und hören wir die Liebe selber. Das ist so bei den Seligpreisungen. Das sind Sätze wie mitten aus dem Himmel gesprochen; und zwar so gesprochen, empfunden und gedacht, dass der Himmel jetzt
schon da ist.
In diesem Augenblick ist er da, wo ein Mensch einem anderen sagt: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Die Seligpreisungen heben für einen Moment Raum und Zeit auf. Nichts trennt uns mehr vom Himmel, nichts lässt uns mehr alleine zurück in einer Welt, die aus den Fugen geht. Selig sind die
Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Dieser Zuspruch vollzieht schon den Inhalt. In dem einen Moment, in dem ich Frieden stifte im Namen Gottes, der unser Friede ist, ruht auf uns, in mir und den anderen der Himmel Gottes; das Reich, das
nicht von dieser Welt ist.
Manchmal können wir Jesus mitten ins Herz schauen.
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"Religion und Heuchelei sind Zwillingsschwestern, und beide sehen sich so ähnlich, dass sie zuweilen nicht voneinander zu unterscheiden sind", sagte Heinrich Heine
vor über 150 jahren. Und viele von uns werden Beispiele kennen, die zeigen, dass jesu Warnung vor den heuchlerischen Pharisäern nichts an Aktualität eingebüßt hat. Eine Warnung, die nicht immer nur die
anderen meint: "Nichts scheidet so radikal von Gott wie selbstsichere Frömmigkeit." (Joachim Jeremias)
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Der Schritt über sich selbst hinaus: Sich selbst geben
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Menschen gehen Schritte über sich selbst hinaus, über das, was im Alltag Sicherheit gibt und Versorgung gewährt. Diese Schritte über sich selbst hinaus bleiben immer ein Wagnis. Aber es lohnt sich, so
mutig zu sein, so sehr zu vertrauen. Denn dann kann ich tatsächlich erleben, wie sich der Himmel öffnet.
Menschen, die so vertrauen, die diesen Schritt darüber hinaus wagen, die sind dem Herzen Gottes sehr nahe. Für die schlug auch damals das Herz des Jesus von Nazareth. Jesus sieht damals ins Herz
dieser armen Witwe, sieht, dass sie diesen Schritt über sich selbst hinaus macht. Und er ist froh darüber. Es muss im Leben mehr als alles geben. Es muss im Leben mehr als alles geben, was wir für
vernünftig und kalkulierbar halten. Dieses Mehr können wir nur erfahren, wenn wir diese kleinen und großen Schritte über uns selbst hinaus wagen.
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Die Antwort Jesu, die Pilatus so geflissentlich überhört: Mir ist sie wichtig; mir ist sie ein Schlüssel zum Verständnis des heute so fremd anmutenden Christkönigssonntags. "Mein Königtum ist
nicht von dieser Welt" - diese Antwort sagt aus, dass es zwischen der Sphäre des Irdisch-Verständlichen und der Größe Gottes eine Verstehensbarriere gibt. Wir können ihn nicht in unsere klein
karierten Spielchen um Macht und Hierarchien hineinziehen. Es gibt eine Größe Gottes, die wir nicht erklären und erfassen können, vor der wir nur demütig und dankbar das Knie beugen können. Das klingt
in vielen Ohren gestrig, fremd. Doch mir tut das gut, das Knie beugen zu können vor Gott, mir ist das ein Trost und schenkt Geborgenheit, dass ich mich einer Macht anvertrauen darf, die größer ist als
alles Menschliche.
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Kurz vor Ende des Kirchenjahres verordnet Jesus uns schon eine adventliche Lebensweise: Dass wir seine zweite Ankunft erwarten - wach, gelassen und betend. Auch wenn wir
weder den Tag noch die Stunde wissen - oder gerade deshalb -, möchte Jesus, dass die Menschen, die ihm nahestehen, seine "zweite Ankunft" als Ziel und Möglichkeit immer vor Augen haben und so
leben, dass man ihnen genau dies auch anmerkt.
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Vorurteile
“Die Bayern gewinnen doch sowieso"; "Computerspiele machen süchtig"; "Die Deutschen essen Sauerkraut und sind pünktlich - die Latinos kommen alle zu spät". - Typisch
Vorurteil. Wer kennt sie nicht, die Vorurteile, die einer bestimmten Bevölkerungsgruppe vorgefertigte Eigenschaften im Positiven oder Negativen nachsagen. Über solche Vorurteile denkt der Redner kaum
nach, leider. Sonst würde er feststellen, dass sie in vielen Fällen eine beleidigende Wirkung haben.
Doch warum haben wir diese "Vorurteile"? Der Begriff "Vorurteil" sagt dazu schon eine Menge aus: Vorurteile dienen dazu, uns vorab eine "Meinung" bilden zu können. So
mies es klingt; Vorurteile sind sogar notwendig. Denn sonst würde der Mensch vor lauter Nachdenken kaum in die Pötte kommen mit seinen Entscheidungen; ohne Vorurteile wäre der Urmensch den Raubtieren
zum Fraß geworden. Denn irgendwie war es praktisch, schon vorher zu wissen, dass ein Tiger einen töten kann.
Wenn man nicht nachdenken will, lebt es sich mit Vorurteilen sehr bequem. Dinge und Erfahrungen, die dem entgegenstehen, werden einfach ignoriert und ausgeblendet. Wir können aber auch dazulernen und
alte Vorurteile ablegen, wenn wir uns neuen Argumenten und Sachverhalten öffnen. Und das ist auch besser so. Denn viele Vorurteile, besonders solche, die Menschen betreffen, bewahrheiten sich oft
überhaupt nicht. So hat diese einst hilfreiche Gabe des Vorurteils heute einen bitteren bis negativen Geschmack; anders als in der Vergangenheit ist es heute lächerlich, pauschal und wenig
wirklichkeitsbezogen zu behaupten, dass Minderheiten bestimmte Eigenschaften haben oder auf eine typische Art und Weise denken und handeln. Vorurteile können echt beleidigen. Deshalb sollte man - finde
ich - seine eigenen Vorurteile anzweifeln. An dem "Vorurteil" dass Herdplatten nach dem Kochen heiß sind, können wir getrost aber weiter festhalten.
Simon Bergmaser
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In dieser Geschichte wird die Machtfrage gestellt. Wer hat die Macht in der Welt, das Böse oder Gott? Und Jesus entscheidet diese Machtfrage, dreimal und völlig eindeutig. Gott hat die Macht, sagt
Jesus, da kann kommen, was will. Und wer Gott nicht die Macht gibt, wird früher oder später dem Bösen verfallen. Jenseits des ersten Gebotes gibt es nichts Gutes. Ich bin der Herr, dein Gott; mit dem
Willen Gottes beginnt das Gute. Nicht immer endet es auch gut, das ist klar. Es genügt nicht, das Gute zu wollen. Man muss es auch tun. Und selbst das ist noch keine Garantie. Auch mit den besten
Absichten kann man scheitern, Fehler machen, anderen wehtun. Aber das ist kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen und der Welt zuzusehen, wie sie sich dreht. Man muss dem Bösen widerstehen, wo immer
es geht. Man muss die Versuchungen erkennen und vermeiden, soweit es in unserer Kraft liegt. Sorgfalt und Mühe um den Willen Gottes sind unsere Aufgabe. Erfolg ist eine Frage, die nur Gott beantworten
kann und wird, wenn es ihm gefällt.
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