Maria Lichtmess (la chandeleur): "Fest der Darstellung des Herrn"
Am 2. Februar feiert die katholische Kirche 40 Tage nach Weihnachten das "Fest der Darstellung des Herrn". Diese Tradition geht auf biblischen Ursprung zurück: Im Alten Testament galt eine Frau vierzig Tage nach der
Geburt eines Sohnes als unrein und musste sich im Tempel einem Reinigungsritual mit Opfergaben unterziehen. Außerdem galt der erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes und musste mit einem Opfer ausgelöst werden.
Dementsprechend haben nach dem Lukas-Evangelium (LK 2,22/23) auch Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn Jesus in den Tempel gebracht, wo er von Simeon und Hanna als Erlöser erkannt wurde: "Licht, das den Heiden
leuchtete", rief Simeon, weshalb bei dem im 4. Jahrhundert in Jerusalem entstandenen Fest wie im gesamten Weihnachtsfestkreis die Lichtsymbolik eine besondere Rolle spielt. Mit dieser Symbolik wird die neue Hoffnung, die durch den
Gottessohn in die Welt gekommen ist, versinnbildlicht.
|
|
|
Darbringung im Tempel (Meister der Pollinger Tafeln, 1444)
|
|
Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren wurde der marianische Aspekt in den Vordergrund gestellt, weshalb das Fest auch bis heute als "Maria Lichtmess" bekannt ist.
Traditionell wurden am 2. Februar die Kerzen für das ganze Jahr geweiht, und häufig wird in den Gottesdiensten auch der Blasiussegen erteilt.
Der Heilige Bischof Blasius hat der Legende nach einem Kind, das drohte an einem Knochen zu ersticken, das Leben gerettet. Deshalb wurde er der Fürsprecher von Menschen, die an
Halskranheiten leiden. Beim Blasiussegen werden zwei gekreuzte Kerzen vor den Hals des zu Segnenden gehalten und die Worte gesprochen: "Auf die Fürsprache des Heiligen Blasius
bewahre dich der Herr vor Halskrankheiten und allem Bösen." Der eigentliche Festtag des Blasius ist aber der 3. Februar.
In alter Tradition ging mit "Maria Lichtmess" auch das Wirtschaftsjahr in der Landwirtschaft zu Ende, was den Mägden und Knechten einige freie Tage und den Wechsel des Arbeitgebers
ermöglichte. Rund um den 2. Februar sind außerdem auch verschiedene Bauernweisheiten entstanden. Die populärsten lauten: "Lichtemessen ist der Winter halb vergessen" und "Wenns
an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Winter bald vorbei".
Text von Gunda Ostermann aus katholisch.de
|