Aschermittwoch 09. Februar bis Karsamstag 26. März 2005
Am Aschermittwoch (09. Februar 2005) beginnt traditionell die 40 Tage dauernde Fastenzeit.
Sie dauert bis Karsamstag.
Wer genau nachzählt, kommt allerdings auf mehr als 40 Tage, weil die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind.
Schon im 2. Jahrhundert bereiteten sich Gläubige durch einige Fastentage auf den Ostersonntag vor.
Ihnen galt das Fasten Jesu als Vorbild (Mt 4,21). Vom 3. Jahrhundert wissen wir, dass die ganze Karwoche eine Zeit des Fastens war. Das Konzil von Nicäa (325) schlägt schon 40 Tage (Quadragesima) als Vorbereitung auf Ostern vor
– ein Modell, das sich von Rom aus seit dem 7. Jahrhundert auszubreiten beginnt.
Häufig wird diese Zeit auch als Vorbereitung auf die Taufe in der Osternacht und als Zeit der Buße gestaltet.
Gefragt, wie er denn fasten werde, sagte Kardinal Karl Lehmann:
Er wolle Augen, Ohren und Denken mehr in Zucht nehmen.
Und er fügte ein Beispiel hinzu:
Wenn man mal ein paar Tage schweigt, merkt man erst, wie viel dummes Zeug man schwätzt …
(aus: Te Deum – Das Stundengebet der Kirche Verlag Katholiches Bibelwerk)
Fasten: Warum ?
Fasten, damit die Seele Wohlstandsspeck verliert und ich wieder den anderen sehe in seiner Not, mit seinen Bedürfnissen, Aengsten und Hoffnungen.
Fasten, damit ich lebendiger werde, sensibler für das, was um mich vorgeht, und dass ich beweglicher darauf reagieren kann.
Fasten, damit dein Wort, Herr, zu mir durchdringen kann. Mich trifft und auf den rechten Weg bringt.
(Lothar Janek Verlag Butzon & Becker Kevelaer)
AutoFasten 20. Februar bis 20. März 2005.
Heilsam in Bewegung kommen – Anescht virukommen
Fastenzeit
Die Fastenzeit lädt mich ein manches wegzulassen, was nicht notwendig ist, um neu zu entdecken, was mir wirklich gut tut!
Ich kann Ballast abwerfen…
Wenn ich¸ über Abhängigkeiten und Zwänge nach denke, denen ich unterliege ...
Wenn ich Masken der Selbstsicherheit, der Geschäftigkeit..ablege, mit denen ich mir andere Menschen - und vielleicht auch Gott – - vom Leib halte…
wenn ich aus der Flut der alltäglichen Ablenkung aussteige, um zu mir selbst zu kommen.
1. Fastensonntag
Aufs Ganze gehen
zu Mathäus 4,1-11
Wer der Versuchungsgeschichte Jesu nachgeht, spürt: Jesus ist versucht worden, nicht nur dem Schein nach, sondern in der Mitte seiner Existenz: in seinem Verhältnis zu Gott.
In der Auseinandersetzung mit dem Versucher klärt sich die Frage, wer Gott ist und wo die Götzen lauern.
Unmissverständlich wird die Lebensfrage überhaupt gestellt: die Frage nach Gott. Jesu Versuchung führt uns unmittelbar vor Gott. In dem teuflischen Spiel, zu dem Jesus verführt werden soll, stellt sich
die Frage: Wovon lebe ich eigentlich, was ist meine Quelle? Und: Vor wem gehe ich in die Knie?
Wenn die Wochen der Vorbereitung auf Ostern dieses Thema wieder neu in den Blick geraten lassen, zeigt sich Umkehr konkret und wesentlich: nicht moralinsauer, sondern zur Quelle führend!
Michael Menke-Peitzmeyer der Dom – Kirchenzeitung für das Erzbistum Paderborn
versuchung
in der wüste meiner einsamkeit meiner
leere meiner sehnsucht versuch ich aus steinen brot zu machen aus gleichgültigkeit
liebe aus abwendung zuneigung aus argwohn vertrauen um meinen hunger zu stillen
in der wüste meines lebens versuche ich meinen hunger zu stillen meine not zu
lindern mein glück zu erzwingen versuch ich aus steinen brot zu machen
aus steinen brot für mich
Gisela Baltes Messbuch 2005 Verlag Butzon & Becker Kevelaer
2. Fastensonntag
Buch Genesis 12,1-4a
Herr,
Zu Abraham hast du gesprochen:
´Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen will.
Abraham verlässt seine Heimat und alles, was ihm ´lieb und teuer´ ist.
Er macht sich auf ins Ungewisse.
Herr, schenke mir das Gottvertrauen, wie Abraham es hatte,
Woraus muss ich wegziehen, damit ich Gott begegnen kann?
Zum Nachdenken
Natürlich sind wir von unserer Vergangenheit, unserer Erziehung und von den gesellschaftlichen Verhältnissen und Normen stark beeinflusst und geprägt. Aber steckt nicht in jeder, in jedem von uns auch das Potential schöpferisch
und kreativ damit umzugehen? Was könnte ich heute mal ganz anders machen, anders denken? Wie könnte ich Neues wagen.
(Te Deum Stundengebet Verlag Katholisches Bibelwerk)
3. Fastensonntag
Wer ab er von dem Wasser Trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben (Joh 4,14).
Wovon lebe ich?
Mein Leben gleicht einem Strom, der behäbig dahinfliesst. Was er nicht alles mitschleppt an Ballast! Ballast, den ich mir nach und nach aufgeladen habe. Ballast, den ich unbedingt zu brauchen glaubte. Ballast, der mich
träge und schwerfällig macht.
Was ist eigentlich wichtig in meinem Leben?
Ich will zurück zur Leichtigkeit des Anfangs, mich trennen von allem Überflüssigen, abwerfen, was mich hemmt und hindert, lösen, was mich bindet, will wieder leicht und unbeschwert sein.
Wo finde ich, was ich brauche?
Ich halte inne und schweige. Ich höre auf meine innere Stimme. Ich gehe mir selbst auf den Grund und begegne meinen Gaben, meinen Möglichkeiten, meinen Träumen.
Wo sind die Quellen, aus denen ich schöpfe?
Wo entspringt meine Lebendigkeit und Freude? Wo sprudelt meine Kreativität? Wo schˆpfe ich Hoffnung und Vertrauen? Wo fliesst mir Liebe zu?
Was gibt meinem Leben Kraft und Zuversicht.
Wo sind die Quellen, die mich leben lassen?
Gisela Baltes (Messbuch 2005 Verlag Butzon & Bercker Kevelaer)
4. Fastensonntag Zulassen
Er hat doch deine Augen geöffnet ( Joh 9,17)
Herr Jesus Christus Ich glaube nicht, dass nur Stärke zählt, dass Unvollkommenheit nur ein Makel ist, dass Hilfsbedürftigkeit nur Schwäche bedeutet.
Doch ich will glauben, dass die Welt menschlicher ist, wo Stärken und Schwächen zugelassen und wo Hilfen angenommen und gegeben werden.
Herr Hilf mir glauben an DICH. Der DU selbst Mensch geworden bist.
Frauen und Männer einer Familiengruppe wurden gebeten, über ihre ´Vorder-´ und ´Rückseite - sprich, über ihre Stärken und Schwächen – nachzudenken und diese zu notieren.
Bei der Auswertung stellten alle erstaunt fest, wie bescheiden wenig ihnen zu ihrer ´Vorderseite, wie auffallend viel ihnen demgegenüber zu ihrer ´Rückseite eingefallen war.
Das Ergebnis des Abends:
Lass deine Stärke zu – und Deine Schwächen können Dich nicht entmutigen!
Lass Dich in Deiner Schwäche in Gottes Barmherzigkeit fallen.
meine Vorderseite:
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meine Rückseite:
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5. Fastensonntag ´Leben lassen
Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig (Ezechiel 37, 14a)
Gönne Dich Dir selbst
Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein?
Denk also daran: Gˆnne Dich dir selbst. Ich sage nicht: Tu das immer! Ich sage nicht: Tu das oft! Aber ich sage:!!! Sei wie für alle andern auch für Dich selbst da, oder
jedenfalls sei es nach allen andern
Bernhard von Clairvaux an Papst Eugen III (12.Jahrhundert)
Lass nicht zu Herr,
Dass sie das Wort Leben lassen aus dem Wörterbuch streichen, dass der Starke den Schwachen, der Geborene den Ungeborenen, der Reiche den Armen, der Erfolgreiche den
Glücklosen, der Mächtige den Ohnmächtigen, der Einheimische den Auswärtigen Aus dem Leben drängt.
Gib du uns, Herr, Einsicht und Entschlossenheit, den anderen neben uns, mitten unter uns leben zu lassen
Aktion AutoFasten 2005
In der Zeit vom 20. Februar 2005 bis zum 20. März 2005 ist in unserer Diözese eine Autofasten-Aktion geplant. Ein ökologischer Grundgedanke, auf das Privatauto ganz oder teilweise zu verzichten und verstärkt öffentliche
Verkehrsmittel zu nutzen, soll mit einem spirituell-religiösen Anliegen, der Bewahrung der Schöpfung und einer zeitgemässen Form des Fastens kombiniert werden. Eine solche Autofasten-Aktion läuft seit Jahren mit gutem Erfolg im benachbarten Deutschland mit Schwerpunkt Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
Diese soll nun im kommenden Jahr grenzüberschreitend durchgeführt werden.
Auf Luxemburger Seite kümmert sich derzeit eine Arbeitsgruppe unter Federführung des Info-Video-Center um die Vorbereitung der Aktion.
Mehr Information später an dieser Stelle.
Kontaktperson: Fél Schannel, Brandenbourg
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